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Newscomments (endlich eine neue Story)
Manuel aka LeMonGénéral |
Und eigentlich ist alles scheißegal... Geschichten werden geschrieben, Geschichten werden gelesen, geliebt oder gehasst... |
Muside |
Yep, das Durchbrechen der Storycontestbedingungen ist ein gewichtiges Argument. Es ist ein negativer Punkt, zuviel, oder zu wenig Worte in seiner Geschichte zu haben - und auf der anderen Seite wäre es ein positiver Punkt, den MOO-Rahmen möglichst stark auszubeuten - damit man wirklich das Gefühl hat, sich im MOO-Universum zu bewegen. Dieses Universum ist so detailreich und durchdacht, dass sich wirklich großartige Geschichten darin erfinden lassen. Zu einer solchen Geschichte würde meiner Meinung nach gehören:
Kontakt zwischen Alien-Imperien,
Technologie,
Langfristige Bedeutung von Ereignissen für die Welt,
Astronomie,
Philosophie der Zukunft,
Konfrontation mit völlig Unbekanntem. Newwa? |
Pygmalion |
Gebe dir in fast allem Recht, Muside...
Lediglich zu Corny's Nebelmaschine hab ich einen Einwand. Und zwar den Wichtigen, daß das mit der Selbstkritik-Sache viel später entstand - nämlich zu einem Zeitpunkt, wo ich Corny's Geschichte schon gelesen hatte (wenn ich mich recht erinnere).
Ungeachtet dessen könnte ich Corny's Geschichte voreingenommen geurteilt haben - denn ich hatte schon vorher Debatten mit Corny. Ausserdem urteile ich instinktiv Geschichten kritischer, die hochgejubelt werden - das gleiche gilt Filmen und Büchern. Von all diesen Dingen her kann es wohl sein, daß ich eine Geschichte, die an sich den ersten Platz verdient, nicht auf diesen Platz gegeben habe.
An sich versuche ich natürlich ein Werk ungeachtet von Sympathie und Antipathien zu urteilen. Wie man weiß, ist das einem Menschen nur sehr beschränkt möglich.
Vor allem kann für mich eine Geschichte (meine Voreingenommenheit) nicht an den ersten Platz kommen, welche gegen eine Regel des Storycontestes verstößt.
Viele mögen es als Segen gesehen haben, daß die Untergrenze an Wörtern nicht höher war. Aber wer derartig eine Regel sprengt, wo manch andere extra ihre Story kürzen (und sie damit womöglich schlechter machen), kann für mich keinen ersten Platz erhalten. Egal, ob er es verdient oder nicht.
Schumi ist auch ein toller Rennfahrer - aber auch ihm wird ein erster Platz nicht anerkannt, wenn er Raketentriebwerke zur Hilfe genommen hätte. Egal, wie sehr Schumi also den ersten Platz auch so geschafft hätte, und er wirklich der beste Fahrer ist (nehmen wir mal an) - auch dann kann das Raketentriebwerk nicht mit einem Augenzwinkern abgetan werden (.."weil er auch ohne gewonnen hätte - und auch ohne der beste Fahrer ist"). Andere müssen beim Grand Prix Regeln einhalten, durch die sie ihre Gewinnchancen letztendlich verringern. Corny kann sich freuen, daß er nicht disqualifiziert wurde. Jeden anderen Platz kann er haben - aber zumindest den ersten Platz hat er sich mit seinen Raketentriebwerken, aus meinen Augen, verloren. Und dabei muß er nicht Corny heißen. "Hrrwas Lied..." (oder so ähnlich) erfüllt noch weniger die Contestbedingungen als Corny's Geschichte. Den Autor der Geschichte kenne ich nicht - aber auch bei ihm meine ich, daß er sich glücklich schätzen kann, zugelassen worden zu sein. Regeln werden nicht zum Spaß aufgestellt - vor allem, wenn es eben Plätze zu gewinnen gibt. Ich laß mich ja überreden, daß bei einem freundschaftlichen Fußballspiel gefoult werden darf, ohne Konsequenzen - sowie es aber gilt, anhand Regeln und Kriterien einen Sieger zu kühren, halte ich es für enorm wichtig, daß soweit es geht, alle Teilnehmer sich auch an die Regeln halten.
Wir sind, wie ich schon mal anmerkte nicht beim Bambi, oder Oscar - das ist mir klar. Aber ein Contest kann praktisch immer nur so ernst durchgeführt sein, wie konsequent man die Einhaltung der Regeln fordert.
Ausserdem hab ich im Scifi wie gesagt einen anderen Geschmack - und Corny's Geschichte erinnerte mich zu sehr an den Kinofilm Final Fantasy - The Spirits Within - auch wenn das ein ungewollter Zufall war - da Corny den Film angeblich nicht einmal gesehen hat.
Wie dem auch sei - also es sprachen schon neben den Antipathien Gründe dafür, Corny's Geschichte nicht zum Favoriten werden zu lassen.
Jeder andere, der natürlich kleine Abweichungen von den Regeln macht, den kritisiere ich logischerweise nicht derart (wie gesagt : den Autor von "Hrrrwians Lied...." fällt in eine mindestens ebenso schlechte Sparte für mich). Der Storycontest machte an sich ja Mut, eigene Freiräume (in gewissen Rahmen eben) zu erschaffen.
Ein wesentlicher Punkt, welchen auch meine Geschichte zum Opfer fallen wird, ist eben auch eine Untersuchung, wie sehr es in den Rahmen des Storycontestes fallen kann.
Und diesen erfüllt Phoenix unter Wasser mal auf jeden Fall (vor allem, weil ich von meiner Geschichte befürchte, daß sie zu wenig ins Moo-Universum platziert wurde, was auch eine "Quasi-Bedingung" des Contestes war).
@ Oktopus...
Du hast recht - Enigma hab ich wirklich gelesen - so ein Versehen aber auch *g*.
Nun denn - ich gab damals etwa 6.2 Punkte für diese Geschichte. Dieses Urteil halt ich noch immer für passend (aus meiner Perspektive) - dementsprechend hats also den 4. - 5. Platz inne ;-)).
Liebe Grüße und "Alles Gute und Gerechte uns allen."
euer Pygmalion |
Oktopus |
@pygmalion von wegen duz hast enigma nicht gelesen - kannst du dich nicht mehr an die Hochzahlen erinnern, über die ich mit dir gestritten habe? Brathähnchen hat das zeugs übrigens nachgerechnet, wie ich gelesen hab. Namensgedächtnis scheint bei dir auch nich so toll zu sein. |
Muside |
Ja, mit dem Halbwissen ist das so eine Sache, Pygmalion. Als ich noch zehn war, ging es mir genauso wie dir, weil ich Relativitätstheorie und solche Sachen begriffen hatte. Einige Leute sagten: Was für ein intelligenter Junge, wird es weit bringen. Dass ich dafür von klassischer Physik keinen Schimmer hatte, ist ihnen nie aufgefallen. Und das klassische Physik dieselben Denkleistungen erfordert wie die Relativitätstheorie, auch nicht. Es war der reine Zufall gewesen, dass mir ein älterer Student die Konzepte der Quantenphysik erklärt hatte. Kinder denken viel logischer als Erwachsene, sie nehmen vorurteilslos auf. Deswegen haben sie keine Probleme damit, erlerntes Wissen nahezu fehlerlos wiederzugeben. Dass das eigentlich keine Leistung ist, wollen viele Menschen nicht wahrhaben. So viele Leute schöpfen ihr Ansehen nur aus Halbwissen - Gott, wie sähe unsere Welt aus, wenn die Leute in den wichtigsten Positionen tatsächlich so viel von den Dingen verstehen würden, wie diejenigen glauben, die sie in diese Positionen hochgejubelt haben. Dafür bleiben oft wirklich arbeitsame Leute auf der Strecke. Schade, aber eigentlich auch wieder positiv zu sehen, weil typisch menschlich.
Eigentlich sollte man die Meinungen zum Storycontest und den Organisationsmängeln sammeln und für Contest II auswerten, nicht wahr?
Hatte eigentlich erwartet, dass du dich von den vorliegenden Geschichten eher der Nebelmaschine zuwenden würdest - aber nach Cornys ziemlich humorlosem Auftritt bei der Selbstkritik-Debatte kann ich schon eher verstehen, dass diese Geschichte bei dir nicht auf dem ersten Platz liegt.
Das "Konzept" ist überhaupt Grundlage von allem menschlichen Handeln - Konzeptlosigkeit scheint mir eine Sünde zu sein, schlimmer als die Übertretung der zehn Gebote gleichzeitig. |
Pygmalion |
Lieber Muside...
Ich muß korrigieren : es scheint eben so, daß du viel mehr von Literatur verstehst als ich - ungeachtet dessen, wieviel du nach deiner Einschätzung davon wirklich verstehst.
Es ist nämlich auch so, daß meine Schwester mich praktisch als Physikproffessor ansieht, obwohl ich meiner Ansicht nach lediglich von den Grundlagen einen Funken verstehe. Jeder Gymnasiast im Maturajahr dürft wohl um viele Größenordnungen mehr von Physik verstehen, als ich. Dennoch : auf Physiklaien wirke ich, wenn es um Physik geht, wissend.
Ich hoffe, das verdeutlicht, wie der Eindruck von dir, bei mir entstehen kann.
Ich denke übrigens auch, daß es ein wichtiger Punkt ist, die Rücksprache mit dem Autor (von der Storycontest-Jury). Es ist natürlich auch so, daß wenn man ein Buch liest, man meist keine Möglichkeit hat, auf eine Rücksprache mit dem Autor, um zu klären, was, und welche Aussage er mit seinem Buch heraufbeschwören wollte, anhand dessen man urteilen könnte, wie sehr er das auch geschafft hat (und selbst das kann ja bei einem Leser nur subjektiv erfolgen).
Dennoch gibts natürlich einen Unterschied zwischen dem Jury-mäßigen Beurteilen einer Story, und einem einfachen Lesen einer Story. Will man etwas urteilen, so hebt man gewisse Werke, gegenüber anderen zwangsläufig hervor. Schließlich kann nicht jedes Werk den ersten Platz belegen.
Und wenn es darum geht, dann muß eine Jury schon bemüht sein, soviel Wege wie möglich für ein gerechtes Urteil zu beschreiten.
Wichtig sehe ich daher, daß die Teilnehmer wenigstens schon vorher wüßten, nach welchen Kriterien geurteilt wird.
Es macht auf mich den Verdacht, als würde (wie RedXEagle andeutet) das ganze mit der Jury ein netter kleiner Plauschabend werden, eventuell mit Gezanke - womöglich in leicht angehauchter Saufatmosphäre - wie ein Treff von Freunden, an einem Tischgespräch die beste Story zu kühren.
Irgendwie erwächst sich in mir nicht der Eindruck, daß viel Bemühungen gesetzt wären, ein qualitatives Urteil zu erschließen. Gewiß - es geht hier nicht um den Bambi. Und ich kann mich auch irren, über den Ablauf der Jury-Kührung. Doch wir wurden bis heute nicht informiert, wie das ablaufen wird - welche Kriterien, wie gewichtet werden könnten - ob es überhaupt Kriterien gibt, nach denen man gewichtet - oder ob das ganze eine Bauchsache sein wird. Fazit : ich sehe kein Konzept hinter der Jury. Und ich meine, ein Konzept gehört zu einer Jury, wie das Eigelb zum Dotter. Eine Jury hätte im Grunde gar keinen Daseinszweck, wenns kein Konzept gibt, auf welcher die Jury fußt. Es muß ja einen Grund geben, wieso eine Jury ins Leben gerufen wird. Und wenn es diesen gibt, sähe ich es als Fair, diesen, nach dem Ende der Teilnahmefrist bekannt zu geben. Natürlich kann dies auch nach der Kührung folgen - damit die Kührung nachvollziehbar ist. Trotzdem hätte ich es als nette Geste gesehen, wenn das Konzept schon vorher erläutert worden wäre. Beispielsweise in einer Aktualisierung der Storycontest-Seite links, welche noch immer auf dem Stand ist, wie im Dezember.
Achja - du sagtest ausserdem du hättest mir was anderes zugetraut - also das eine andere Geschichte als Phoenix unter Wasser, meine Erstplatzierung wäre...Dazu muß ich sagen, daß ich vielleicht die Hälfte aller Geschichten bisher nur gelesen habe. Deswegen entschuldige, wenn ich dich enttäusche. Welche Geschichte hättest du mir den zugetraut als Erste anzusehen ? Vorab muß ich sagen, daß ich Enigma nicht gelesen habe, von denen einige hier schwer begeistert scheinen.
So, nun mach ich mich aber auf zum anderen Thread...dort wollt ich dir schließlich auch noch antworten ;-)
Liebe Grüße und "Alles Gute und Gerechte uns allen."
dein Pygmalion
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Lopan |
Ich halte diese Story ebenfalls für eine der ebsten, die ich bis jetzt gelesen habe. Ein flüßiger Schreibstil mit einer Story, die irgentwie neu ist :) Auf die Idee es so aufzubaun wäre ich nie gekommen. Nett nett.... |
Muside |
@Pygmalion
Wenn ich hier irgendwas poste, dann gewiß nicht, um das Nonplusultra an Weisheit zu verbreiten. Genau wie alle anderen kann auch ich nur meine eigene Meinung posten. Und die meisten Literaturwissenschaftler würden mir wahrscheinlich Unrecht geben, wenn sie meine Meinung erfahren würden.
Worauf es mir aber ankommt, ist: Eine Geschichte evoziert in jedem Menschen Unterschiedliches. Deswegen können diese "Evokationen" nicht zur Bewertung einer Geschichte herangezogen werden (allgemein beurteilt werden kann nur aufgrund von Konventionen, und Konventionen können nur von einer großen Zahl meinungsähnlicher Menschen geschaffen werden). Es kann also nur anhand von formalen Aspekten bewertet werden. (Natürlich gehört zu den formalen Aspekten auch die Fähigkeit einer Geschichte, Evokationen hervorzurufen - womit durch ein Hintertürchen die Interpretationsfähigkeit einer Geschichte doch ihren Platz in der Bewertung findet!) Das sind aber alles Ansprüche, die ein gewisses Maß an Bildung und Kultiviertheit und auch Rücksprache mit dem Autor voraussetzen. Gerade der letzte Punkt wurde bei diesem Storycontest vernachlässigt: Es fehlt dem Autor die Möglichkeit, sich zu seiner Geschichte zu äußern; zu zeigen, welche Ansprüche ER SELBST an sie gestellt hat. Das wäre positiv für ihn, er könnte damit deutlicher auf die Konsequenz seiner Leistung hinweisen. Es wäre aber auch fairer innerhalb der Bewertung, da der Autor nicht nur mit dem Maß der Jury, sondern auch an seinem eigenen Maß gemessen und für (nicht) erfolgreich befunden werden könnte. Ja, ja, ich weiß, Kommentarraum und Forum bieten Platz dazu. Aber es ist eben nicht offiziell in den Contest eingebunden. Eine solche Erklärung müßte in einem gesonderten Dokument zusammen mit der Story abgeliefert werden, so dass es nachträglich nicht mehr manipuliert werden könnte. Ja, ja, ich weiß, bei einer unterdurchschnittlichen Geschichte würde das nicht viel nützen, aber beispielsweise bei Phönix unter Wasser könnte einem das tiefere Einblicke in die Motivation des Autors geben. Und jeder Autor besitzt eine Motivation.
Ah ja, was mein Erstaunen betrifft: Du hast uns ja schon häufiger bewiesen, dass du ein gewisses Maß an Bildung besitzt. Deine Posts sind lang, aber schlüssig. Ich hatte aber nicht erwartet, dass ausgerechnet du diese Geschichte als Favoriten wählen würdest - ich hatte sie eher als Favoriten naiverer Leser gesehen, die Distanz zum Raumkampf-Einerlei gewinnen wollten. Aber was soll's, ich bin nicht der liebe Gott und kann mich in der Einschätzung der Menschen halt auch irren.
Was soll das überhaupt heißen, ich will den Anschein machen, dass ich mehr von irgendwas verstünde? Ist das hier der Kommentarraum oder ist er es nicht? Ich dachte, dieser Begriff alleine würde klarmachen, dass es hier nur um persönliche Meinungen und Empfindungen geht? |
Pygmalion |
Durch deine Argumentation wird deine Befürchtung, daß beim Storycontest mehr der Geschmack zählen könnte, verdeutlicht.
Leider weiß weder der Schreiber der Story, noch ich, welche Fähigkeiten du zur Objektivität hast. "Die Kunst Recht zu behalten" aber läßt sich schon nach Schopenhauer erlernen. Diese Ansicht betrifft auch mich, weswegen auch ich mich in Frage stelle, wie gut eine Story sein kann, welche aus meinem Gesichtspunkt aus gut ist, und die ich verteidigen kann. Nicht immer muß schließlich eine Story gut sein, inder man gutes reininterpretiert, aus dem eigenen Wesen heraus (welche Interpretation der Story einen gefällt).
Da du den Anschein machst (oder machen willst), daß du mehr als die meisten hier was von dem verstehst, wovon du dein Urteil beziehst, ist es mir nicht schwer, dir recht zu geben. Schließlich hast du es schon geschafft, dich für mich als literarische Authorität zu etablieren. Ob dies wirklich so ist, oder nicht, kann ich aus meinem Standpunkt nicht nachprüfen - nehme es, wie die meisten Laien, einfach hin, und vertraue darauf, daß ich mit dieser Ergebenheit nicht falsch liege - bzw. manipuliert wurde.
So nebenbei : wie meinst du : es sei das erste Mal, das ich dich verblüffe ?
Falls du das nicht näher darlegen willst (was ich aber gerner haben würde), so reicht es mir auch, wenn du sagst, ob du das positiv oder negativ meintest. Würde mich interessieren, weil es irgendwie so stark emotional bewegt klang...
Liebe Grüße und "Alles Gute und Gerechte uns allen."
dein Pygmalion |
Muside |
?!??!?!?!!!?!??!!?!
Das ist das erste Mal, dass du mich wirklich verblüffst, Pygmalion.
Natürlich hat deine Argumentation wie immer Hand und Fuß. Schön! Aber:
Erzählung einer Geschichte aus Perspektive einer völlig anders abstrahierenden Spezies gibt es in einigen Stories des Contests. Absolut konsequent durchgeführt ist keine, und "Phönix unter Wasser" macht da keine Ausnahme. Tatsache ist, dass in dieser Geschichte die "Perspektive" zentrales Element der Handlung ist und dadurch extrem deutlich zum Vorschein tritt. Ich fürchte fast, davon hast du dich ein wenig blenden lassen. Die (relativ geringfügigen) Mängel in dieser Alien-Perspektive sind nämlich erzähltechnisch viel gravierender als die historischen Logik-Mängel, die du erwähnst. Du hast völlig recht, dass die von allen anderen Geschichten differente Konzeption dieser Story einen Sonderplatz und eine Menge Pluspunkte einbringt (die anderen Geschichten ähneln einander einfach zu sehr). Stilistisch gesehen ist sie durch das konsequente Durchhaltend er Erzählperspektive auch sehr gut gelungen. Aber wie wir wissen, besteht eine Geschichte aus Stil UND Gehalt. Und bei dieser Geschichte mangelt es eben nicht am Stil, sondern am Gehalt (genau umgekehrt, als wie bei deinem "Blauen Flackern"). Die Pointe ist hervorragend, und sie ist auch gut vorbereitet. Aber der Gehalt an sich setzt sich aus mehr als aus der Pointe und ihrer Vorbereitung zusammen, vergiß das nicht.
Ich bleibe bei meinem Urteil über diese Geschichte. Sie ist kreativ, ordentlich geschrieben und weist keine überproportionalen Schwächen auf. Sie besitzt einige Stärken, sticht aber nirgendwo (bis auf die Erzählperspektive) besonders hervor. Eindeutig ein Kandidat für die vorderen Plätze, vielleicht sogar für die ersten drei, obwohl sie nicht unter meinen ersten drei zu finden ist. |
Pygmalion |
Nun, ich sah es als wichtig, die Story noch einmal durchzulesen - wo ich sie doch als meine Numero I einstufe , um ihre Qualitäten genauer verdeutlichen zu können (aus meinem Standpunkt).
Was niemanden schwer sein wird zu erkennen ist einmal diese lebensnahe Schilderung der trilarianischen Rasse. Oft werden in anderen Geschichten die Rassen wie Marionetten verwendet, um eine Idee zu verwirklichen. Dagegen ist an sich auch nichts einzuwenden, aber Manuel hat die Trilarianer aus wirklich guten Gründen verwendet. Nämlich unter anderem auch wegen der Unterschiedlichkeit zu den Menschen. Der Kontrast, daß die Trilarianer an sich ebensowenig Landintelligenzen und -Kulturen für möglich halten, wie wir heute Intelligenzen im Wasser. Wir sind gerade mal dabei Delphinen schimpansenartige Intelligenz zuzusprechen - vielleicht auch deswegen, weil sie mehr Ähnlichkeit mit Landlebewesen haben (weil sie mal Landlebewesen waren), als die übrigen Meeresbewohner ?
Weiters vollzieht Manuel vorbildlich (für mich) die Reduzierungen der Handlungen, ohne das die Idee und Aussage der Story darunter leidet. Das mag einigen derart fremd wirken, daß ihnen die Story, eben weil es kein Tschim-Bumm, und andere gefährlich-nägelbeis-Situationen nicht gibt, langweilig wirkt.
Bedenkt man aber, daß die Story absolut nicht geschrieben wurde, um spannend zu sein, kommt man möglicherweise in die Position, in der ich bin.
Auch in dieser Story gibts einige naturwissenschaftliche Ungereimtheiten was die Wiederauferstehung der Menschen betrifft, aber das ist nicht so wichtig, und läßt sich an sich von der nicht näher dargelegten technologischen Höhe der Trilarianer aus dem Weg schaffen.
Die Story schildert befremdlicherweise Moralvorstellungen einer ganz anderen Sichtweise. Dies findet sich in keiner anderen Story des Storycontestes (bis jetzt) wieder. Diese Idee an sich, der Mut ihn so umzusetzen, darf schon als genial angesehen werden.
Die Story strotzt (leider) natürlich nicht vor Überraschungen und Unerwartetheiten. Fast alles in der Geschichte bleibt irgendwo vorhersehbar. Allerdings ist das gut so. Ich glaube, wenn Manuel einige Unvorhersehbarkeiten eingebaut hätte, hätte die Geschichte einen sehr künstlich wirkenden Charakter bekommen.
Die Geschichte aber glänzt geradezu durch ihre Natürlichkeit. Als ob man selbst ein Trilarianer wäre, der aus dem "Media-Net" die Aufzeichnung von Quadrasul liest - so fühlt man sich als Leser. Man fühlt sich nicht als Menschen - vor allem, weil Quadrasul zum Leser, wie zu einem Trilarianer spricht. Viele Sachen erwähnt Quadrasul nicht, und geht nicht näher darauf ein - was ein Trilarianer sowieso weiß. Dadurch vertieft sich noch mehr der Eindruck, daß der Leser wie ein Trilarianer wird.
Es gibt natürlich auch Ungereimtheiten in der Geschichte. Die politischen Verhältnisse werden akausal, und zum Teil unsinnig dargestellt. Konsequenzen werden allzu unlogisch dargestellt - auch wenn Quadlabeck kein Kriegsjournalist oder so war.
Weiters ist allzu auffällig, worauf die Geschichte hinaus will, als am Ende Quadlabecks' Aufzeichnungen betont wird : Kein Mensch war auf Trilar...
Es ist sehr unglaubwürdig, daß ein Raumfahrervolk ausgelöscht werden kann, indem man Kolonien und Aussenposten zerstört (inkl. Erde). Es ist damit zu vergleichen, wenn bei heutigen Verhältnissen man die Menschheit auslöschen will, indem man alle Städte und Dörfer vernichtet - nicht aber die Straßen, Schienen, Flugräume, auf denen sich Millionen von Menschen im Augenblick bewegen.
Im Weltraum ists genauso. Kein Sakkraimperium wird jedes einzelne Privatraumschiffchen in dem 'ne Familie, oder eine kleine zivile Gruppe herumschifft, zerstören können.
Quadrasuls Aufzeichnung stammt aus etwa 3500. 300 Jahre Zuvor wurden die Menschen ausgerottet - also im Jahre 3200 (falls Quadrasul nach menschlicher Zeitrechnung rechnet). Ich habe ausgerechnet, daß selbst mit Kriegen, Krankheiten und Katastrophen die Menschheit sich bis 2330 auf 2 Billionen Individuen angewachsen sein wird. Alle weiteren 32-35 Jahren verdoppelt sich die Menschheit etwa - sodaß bis 3200 mit einigen Quadrillionen Menschen zu rechnen ist - welche sich vermutlich schon im Weltraum hin und hertummeln werden. Es ist hierbei UNMÖGLICH das die Menschheit ausgelöscht werden kann, lediglich, indem man ihre Aufenthaltsorte (Planeten, Städte) auslöscht...
Es ist weitgehend irrealistisch also, wenn man meint, daß nur 300 Menschen "überlebt" hätten...
Manuel macht da aber einen kleinen unergründlichen Abstecher, indem er meint, daß selbst die Trilarianer nicht wußten, wie es kommen konnte, daß im Frachter die Menschen tot waren. Also eine Unerklärlichkeit für die die Phantasie des Lesers herhalten muß - was ich jedoch irgendwo schade finde - vor allem, wo die Story eben schon so viel von den Menschen handelt.
Die Story ist, aus meiner Sicht eine Geschichte, die motiviert, über sie zu sinnieren - Gedanken anzustellen, die nicht in bestimmte Richtungen (wie bei anderen Stories) gerichtet werden. Es ist sehr viel Interpretationssache an der Geschichte, wie ich glaube - und ohne Zwang gewährt die Story, Interpretationen zu stricken, die in vielerlei Richtungen gehen dürfen, und nicht einmal unmittelbar mit der Story zu tun haben müssen...
Zumindest hat es das bei mir erweckt - und dafür war und bin ich dankbar.
Liebe Grüße und "Alles Gute und Gerechte uns allen."
euer Pygmalion |
Caliban |
Dito! |
Muside |
@Caliban
Muside = von Deutschlehrer jahrelang gefoltert |
Corny |
Ich fand' es sehr interessant, dass die meisten Geschichten irgendwie das gleiche Thema hatten: Die Menschen mit ihrem Fremdenhaß und ihrer Kooperationsunfähigkeit, die in der jeweiligen Geschichte einen moralischen Denkzettel verpaßt kriegen. Anscheinend teilen die Leute, die sich hier in dieser Community zusammengefunden haben, in einigen Grundzügen äquivalente politische wie moralische Einstellungen. Sehr interessant, aber nicht unbedingt überraschend. |
Kane |
@Pat: diese pessimistischen Geschichten spielan halt den aktuellen Zeitgeist wider. Tatsache ist doch, das wir uns für die Größten halten, die nebenbei auch noch moralisch ziemlich weit oben stehen, aber wenn man etwas tiefer schaut, dann kanns einen wirklich gruseln.
Als Beispiel möchte ich mal die aktuelle Irak-Krise nennen. die Amis wollen aus völlig nichtigen Gründen einen Krieg anzetteln, um den Frieden zu sichern, ähnlich wie es in verschiedenen Geschichten beschrieben wird.
Man mag mich pessimistisch nennen, aber langfristig sehe ich keine Perspektive für uns, wenn wir so weitermachen. Darum finde ich diese Storys im Grunde (leider) durchaus realistisch. |
Caliban |
@Muside: Deutschlehrer? |
Muside |
Eine sympathische, eingängige, etwas naive, runde Geschichte. Schön! |
Sportmetal |
also ich find die geschichte echt gut. vor allem die idee ist nicht schlecht. nur die dialoge sind ein bissel zu...menschlich geraten. also ich glaub nicht dass ein trilarianer der noch nie einen apfel gesehen hat von veräppeln sprechen würde...oder hat ein trilarianer einen arsch? aber ich glaube sowas is auch verdammt schwer stilistisch durchzudenken...
und ausserdem finde ich garnicht, dass die story zu plötzlich endet...das ist genau die richtige art von offenem ende die einer guten story gut tut...nicht immer friede freude eierkuchen zum schluss oder tot und verderben... |
Pat |
Finde die Geschichte sehr gut geschrieben, auch die Story finde ich schön. Schade nur dass alle Schreiber immer nach dem gleichen Chema vorgehen: Menscheit=grosses Imperium=Krieg=Untergang/Vernichtung. Trübe Aussichten :(
Grüezi |
Mad Max |
das klingt jetzt so negativ. Das wollte ich damit aber nicht sagen. Die Geschichte ist sehr gut! Hab aber noch nicht alle gelesen... habe wenig Zeit zur Zeit ;)
(muss schon vorarbeiten und Zeitausgleich anhäufen ;) ) |
Mad Max |
Nett zu lesen, aber unspektakulär. Die Psilon handeln ein wenig unlogisch, indem sie ihre Technologie so einfach an die Sakkras weitergeben... das könnte auch nach hinten losgehen. Bei einer Kriegerrasse weiß man schließlich nie... außerdem sind die Menschen ja nur wegen des direkten Angriffs auf ihr Gebiet amok gelaufen. |
Oktopus |
Mein Favorit ist und bleibt "Enigma" - coole Wendungen in der Handlung, psychologische Profile, eine Prise All-Action und wissenschaftlicher Realismus.
Phoenix unter Wasser ist die erste Story seit "Die Nebelmaschine", die an Enigma rankommt. |
Brathähnchen |
Na, na, na - die beste Geschichte ist das aber niemals. Sie ist sehr gut und sie ist rund. Sie hat Stil und sie ist gut korrekturgelesen. Und sie hat ein ordentliches Konzept. Aber um zum Sieger zu werden, muss eine Geschichte schon etwas mehr bieten. Ein Favorit für die Top Ten aber auf jeden Fall. |
XB99 |
gute Geschichte.... nicht die beste (Platz Zwei oder Drei der bisher veröffentlichten), aber soweit ich das beurteilen kann, die fehlerfreiste (bisher). Nebenbei auch ein sehr interessanter Gedankengang...... |
Corny |
Also ich finde auch, dass wir es hier mit einer super Geschichte zu tun haben! Ich bin nicht sicher ob ich sie besser als die anderen bisher veröffentlichten finde .... . Die Geschichte ist bis zu einem bestimmten Punkt genial und einfach nur super zu lesen aber irgendwie schafft sie es meiner Meinung nach nicht, dieses Niveau bis zum Schluß durchzuhalten: Zunächst ist die Beschreibung der Trilarianer und der Hauptcharakter einfach nur top und auch die Geschichte über den Niedergang der Menschheit ist gut zu lesen ist. Aber dann - im Prinzip ab der Stelle wo der Hauptcharakter die TV - Filme betrachtet - kommt der Umschwung. Ab diesem Punkt tauchen zum ersten mal Dialoge in der Geschichte auf. Und die sind meiner Meinung nach nicht so gut gelungen. Es paßt einfach nicht: Der Umgang der Philosophen ist einfach zu .... wüst - und das sie sich dann auch noch über die Freuden des Alkohols auslassen ist vielleicht lustig aber irgendwie paßt es nicht ins Bild. Auch das Gespräch mit dem trilarianischen Obermotz wird durch diese Unstimmigkeit geprägt. Und dann endet die Geschichte viel zu abrupt - ein total offenes Ende ohne das man das Gefühl bekommt, dass der Handlungsbogen abgerundet worden ist. Eigentlich hätte ich erwartet, dass die Handlung da erst richtig losgeht. Also, Fazit: Die ersten 2/3 sind top, das letzte 1/3 ist bestenfalls mittelmäßig. Insgesamt trotzdem eine der besten Geschichten, die ich bisher gelesen habe - wenn nicht sogar die Beste. Meine Gratulation an den Autor! |
Surrealer MOnk |
FÜNFZEHNTER! :)
Die Stories entstammen alle der Fantasie und den auf der Moo3-Seite vorliegenden Fakten, oder? Ich les ja gern aber seit ich Beute durchhab schaff ichs nimma mich auf längere Texte zu konzentrieren. Und bei dem ganzen rumgefischel hier muss ich sagen: schade! :) |
Serge |
hiho
die story hab ich schon im forum gelesen vor einiger zeit. hat mir damals ganz gut gefallen. Filosof Calimero mit flasche - hehe, ideen sinn drinnen ganz nette, mir gefällt zum beispiel besonders die darstellung des pazifistischen geistes der trilarians. auch dass sie "mitleid" ???? haben mit den menschen ... und dann am ende schauts wieder ganz anders aus! sowas, die fische!
Ansonsten find ich ja die dialoge etwas gezwungen, auch der umgang der trilarians untereinander mutet bisschen seltsam an (teils). gegen ende wirds dann aber wieder gut ...
summa summarum: imo ganz nett aber kein Gegener für Calibans geschichte :-)=
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Manuel aka LeMonGénéral |
Na, jetzt treibt ihr mir aber die Schamesröte ins Gesicht. Bei so viel sehr guter Konkurrenz wollen wir mal abwarten... |
Joe |
an joe@moo3planet.de |
Matthias |
Ich habe mal kurz eine Frage: Wohin kann ich die überarbeitete Version meiner Geschichte (nur zur Veröffentlichung) schicken?
Danke. |
Joe |
nein noch nicht :)
hier meine liste die ich schon habe:
Der Fall eines Imperiums
Der Planet x498
Bedrohung durch die Meklaner
Die Lichtbringer - das Gdan Massaker
Die Schlacht um Firas
Die Hoffnung stirbt zuletzt
Hiwrrians Trauerlied
Im Winter kommt der Frieden
Loknars Auftrag
Master of Orion – Neo
Operation Dolchstoß
Phönix unter Wasser
Täuschungsmanöver |
Caliban |
@Joe: Hast du "Freys Gewissen" (mein Werk) und "Das blaue Flackern" schon gelesen? |
Joe |
naja wenn mal jeder zeit für einen beratungschat hat und wenn ale storys gelesen worden.
schätze ende dieser woche erledigt dann muss der chat kommen. |
Joe |
wie gesagt, ich hab vielleicht 7 storys gelesen und da fehlt zb die nebelmaschine. Ich wollte nur sagen, dass ist die beste die ich bisher gelesen habe, da fehlen natürlich noch ca. 12 oder so :) |
Caliban |
Wann wird die Jury eigentlich zu einer Entscheidung kommen? |
Caliban |
Pro: Nette Kurzgeschichte, sehr gut lesbar und eine absolut geniale Perspektive (tolles Fischfeeling)
Contra: Recht unspannend (subjektiv gesehen!), zu wenig "tatsächliche" Handlung
Fazit: Absolut ein Anwärter auf die vorderen Plätze, ich kann Joes Enthusiasmus (d.h. "beste Story") aber nicht teilen. |
Joe |
hehe, ich find sie aber einfahc toll, besonders das feeling ein fisch zu sein. |
Nikioko |
Erster - nee, Zweiter.
Ich freue mich schon darauf, die Story zu lesen. Nachher gibt es mehr von mir dazu. |
Olga |
Vierte :) |
Marupa |
Nanana keine Vorabbeeinflußung bitte ;) |
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