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#moo3planet

Täuschungsmanöver (Seite 2)

„Wo sind wir?“ fragte Capitan Davis, nachdem er wieder das Bewusstsein erlangt hatte und sah sich um. Aus der hell beleuchteten Brücke wurde eine große dunkle Kammer. Der Sichtschirm flimmerte nur und war neben einem von der Decke hängendem Kabel, das Einzigste, was noch Licht abgab. Plötzlich hörte er etwas tippen. Kurz danach hörte er seinen Sensoroffizier, der sagte: „Wir sind noch im Orbit vom Neptun...vermute ich! Sir die Sensoren spinnen!“ Davis konnte sich nicht mehr beherrschen und sagte recht laut: „Verdammt!“ Durch den Lärm wurden anscheinend weitere Crewmitglieder wach. Nach einigen Minuten waren schließlich alle Personen auf der Brücke wieder bei Bewusstsein. Doch das nützte recht wenig, da der Status des Schiffes immer noch ungeklärt war. Genauso wie die Position unbekannt war. Als erstes musste aber erst mal wieder Licht gemacht werden. Aber wie? Die Standartbeleuchtung war anscheinend nicht mehr funktionsfähig und eine andere Lichtquelle musste erst mal gefunden werden. Schließlich kam Capitan Davis eine rechte seltsame Idee und er befahl den Hauptschirm zu überprüfen. Nach einigen Minuten kam dann auch die Antwort. Der Schirm funktionierte, aber man hatte nichts zum Anzeigen, da die Sensoren nur leere „sahen“. Darauf befahl Davis: „Legen sie Aufnahmen einer Sonne auf den Schirm. Am besten Nahaufnahmen aus Dokumentationen.“ Zuerst sahen alle Anwesenden ihn fragend an, aber schließlich verstanden sie. Die Aufnahmen würden die Brücke erhellen können und somit die Arbeiten um einiges einfacher machen. Nach einigen Augenblicken tauchte schließlich ein Zwergstern auf dem Sichtschirm auf. Es war die Sonne, um die von der Erde umkreist wurde. Auf der Brücke war jetzt wesentlich besser zu erkennen. Durch das zusätzliche Licht konnten jetzt auch die gut versteckten Rettungsfächer mit Fackeln und erste Hilfekästen. So mit konnte die Lage des restlichen Schiffen geklärt werden. Nach geschlagenen 4 Stunden war endlich alles bekannt und die noch reparablen Systeme wieder hergestellt. Insgesamt sah das Schiff noch recht gut aus. Von den Waffen waren nur 3 schwere Gausgeschütze 4 Standartgausgeschütze und 17 Massenkatapulte zerstört. Dazu kamen noch rund 50 Prozent der Munition. Die restlichen Schiffssysteme sahen schlechte aus. Der Antrieb war nur noch auf 15 Prozent der Leistung. Die Schildgeneratoren waren im gesamten Schiff verteilt. Die Sensoren waren nur noch in Richtung Front und Steuerbord zu gebrauchen, wodurch die Kommunikation auf die nähere Umgebung beschränkt war. Sensorssysteme waren nur auf 78 Prozent, was eigentlich ausreichen müsste, aber durch die meist ausgefallene Beleuchtung, welche als Lebenserhaltung galt, doch recht ansträngend war. Die Hülle war an einigen Stellen auf weniger als 10 Zentimeter dick. Am schlimmsten waren die Gebiete im hinteren Backbord-Bereich. Von diesen waren 67 Prozent entlüftet und freigelegt. Wie durch ein Wunder gab es nur Verletzte und keine Toten. Die Verletzungen waren meistens Prellungen und Platzwunden. Das Schiff sah von innen schlimmer aus, als von außen. Dazu stank es fast überall nach verbrannten Drähten.

Schließlich konnte auch die Position bestimmt werden. Das Schiff war in einen äußeren Orbit des Neptun und trieb dort. Nach einer Weile konnte die Schiff endlich stabilisiert werden. Capitan Davis saß auf seinem Platz und wartete darauf, dass endlich die Hyperraumantriebe wieder funktionieren würden. Ohne die Antriebe würde man eine Ewigkeit zurück zur Werft brauchen. Plötzlich wurde er von jemanden angesprochen. Erst nach einigen Sekunden reagierte er. Es war seine erste Offizierin, welche fragte: „Capitan, finden sie nicht auch, dass die beiden Schiffe nicht wie Mrsshan-Schiffe kämpften?“ Capitan Davis sah erst leichte verdutzt und fragte dann: „Wie meinen sie das?“ – „Na ja, Mrsshan greifen an und kämpfen bis zum Ende. Außerdem wurde noch kein Schiff mit Störsendern gefunden, das den Mrsshan gehörte. Dazu kommt noch, dass die Schiff sich anschlichen und nicht einfach die Kolonien auf dem Pluto angegriffen haben.“ Capitan Davis verstand: „Sie meinen, dass diese Schiffe nicht von Mrsshan waren. Aber wie sollte jemand an Mrsshan-Schiffe komme und diese an einsetzen können?“ Die Offizierin überlegt kurz und antwortete dann: „Die Schiffe wurden gekauft oder gekapert, wobei die zweite Möglichkeit bemerkbar gewesen wäre, da die Schiff sicher Schaden abbekommen hätten. Vielleicht können wir ja Informationen bekommen, indem wir das ausgeschaltete Schiff untersuchen.“ Capitan Davis erwiderte fast lautstark: „Diese Schiff würde aber einen Atmosphärengang in diesem Zustand nicht überstehen, also kommen wir auch nicht an das Schiff heran.“ Plötzlich dämmerte es Davis: “Außer wir benutzen eine Sonde oder einen Jäger!“ Seine erste Offizierin nickte nur. Die Sonden wurden mit Hilfe eines Massenkatapultes auf den Weg gebraucht und ließen sich auch unter dem Druck einer Atmosphäre recht gut steuern. Außerdem konnten sich den Flug durch eine Atmosphäre mit Leichtigkeit überstehen. Jedes Schiff der TA Flotte war immer mit 4 Sonden bestückt, damit man genau solche Fälle umgehen konnte. Nach einigen Minuten war die Sonde auf dem Weg. Das größte Problem war jedoch, dass man das Schiff noch finden musste, was die Sensoren der Sonde übernahmen, aber diese hatten einen im Vergleich mit der Größe des Neptun einen winzigen Sensorbereich. Es dauerte noch 2 Stunden Wartens, bis das Schiff endlich gefunden wurde. Es trieb nur und zeigte keinerlei Lebenshinweise mehr. Schließlich konnte auch Sichtkontakt mit dem Wrack aufgenommen werden. Es sah noch schlimmer aus, als bevor es in die Atmosphäre stürzte. Neben den Schäden am Heck des Wracks war noch die gesamte Front zerstört und verglüht. Außerdem waren überall noch kleine Löcher. Die Sonde drang durch eines der Löcher in das Schiff ein und bewegte sich durch meist verkohlte Gänge und zerstörte Räume. Während einer einstündigen Suche wurde nicht eine Leiche gefunden, bis die Sonde die stark beschädigte Brücke erreichte. Dort trieben 4 Leichen umher. Es waren Darlocks. Damit war es sicher, dass die Mrrshan nicht in diesem Kampf verwickelt waren. Außerdem deute es darauf, dass der hinterhältige Angriff, der fast zu einem Krieg führte, auch nicht von Mrsshan begangen worden war.
Jetzt musste nur noch die Terranische Allianz davon erfahren. Die Aufnahmen würden als Beweiß reichen. Doch dazu mussten sie erst mal ankommen. Also befahl Capitan Davis, dass die Aufnahmen sofort zum nächst besten Terranischem Außenposten geschickt werden musste. Doch es konnte kein Kontakt hergestellt werden. Das bedeutete, dass man wohl oder über selber die Daten hinbringen musste. Das Hyperraumtriebwerk funktionierte jedoch noch nicht. Also musste man wohl mit normal Schub ankommen.
Gerade, als die TAS Cameron den Orbit der Neptun verlassen hatte, geschah es. Im äußersten Orbit des Neptun enttarnten sich mehre Schiffe und eröffneten das Feuer auf die TAS Cameron. Außerdem sandte eines der Schiffe eine Nachricht an die Cameron aus. So lautete soviel wie: „Sie wissen zu viel, dafür werden sie sterben!“ Auf der Brücke der Cameron brach Panik aus. Capitan Davis schaffte es kaum Befehle zu geben und so brüllte er einmal laut: „RUHE!“ und die meisten verstummen. Endlich konnte er seine Befehle geben: „Feuer auf die Schiffe, die uns am nächsten sind! Wende um 180 Grad! Wie weit ist der Hyperraumantrieb?“ Nachdem das Schiff etwas ruckte, da es so schnell die Richtung wechseln musste bekam er die Antwort auf seine Frage: „Mindestens noch5 Minuten wenn nicht sogar länger.“ Zuerst wollte Davis den Techniker anbrüllen, dass sie keine 5 Minuten mehr hatten, dann fiel ihm aber ein, dass der Techniker sich ihrer Lage bestimmt bewusst war. Plötzlich erschütterte etwas das Schiff. Sie wurden getroffen. Nach mehrere weiteren Erschütterungen bekam er endlich ein Bild seiner Gegner. Es waren mindesten 3 Schlachtschiffe und 7 Zerstörer und alle feuerten. Endlich feuerten die eigenen Geschütze und trafen einen der Zerstörer. Das schien ihn nicht einmal zu interessieren. Noch 4 Minuten. Der Beschuss wurde stärker. Die verbliebene Panzerung hielt aber noch stand. Das eigene Feuer war nicht allzu effizient, da ein großer Teil der Erfassungsmöglichkeiten auf Grund der zerstörten Sensoren nicht zugänglich war. Die Cameron und die feindliche Flotte kamen immer näher aufeinander zu. 3 Minuten 30 Sekunden noch. Plötzlich schoss eine Funkenfontäne aus einer der Konsolen und tötete den Offizier, der an ihr arbeitete. Anscheinend hielt die Panzerung nicht mehr lange. Die Schiff näherten sich immer weiter. Schließlich rief der Waffenoffizier durch den Kampflärm: „Einige Schiffe sind in Kernschussweite.“ Das bedeutete, dass die Schiffe zu nah sind um von den Schwerlafetten erfasst zu werden, aber ein gutes Ziel für PV-Waffen waren. Ohne auf einen Befehl zu warten eröffnete der Waffenoffizier mit allen verfügbaren Waffen das Feuer auf einen Zerstörer. Dieser war in der Kernschussweite auf Steuerbordseite und bezahlte das teuer. Die Geschütze fraßen sich innerhalb von wenigen Sekunden durch Schilde und Panzerung. Schließlich trafen die Geschosse anscheinend die Munition und brachten sie zur Explosion. Das Schiff verschwand in einem Feuerball und nahm noch einen zweiten Zerstörer mit. Die Cameron bekam ebenfalls schwere Schäden. Die Steuerbord PV-Waffen wurden alle zerstört. Dazu wurde noch fast die gesamte Panzerung abgeschält. Auf der Brücke der Cameron explodierte ein Teil der Steuerbordwand und riss 2 Brückenoffiziere in den Tot. Zusätzlich entfachte in dem Loch noch ein Brand und qualmte die Brücke zu. Als ob das noch nicht genug wäre, wurde außerdem der Gestank größer und man musste sich extrem ansträngen, um die Übelkeit zu überwinden. Langsam begann Hoffnungslosigkeit aufzukommen. Das Gefecht wollte kein Ende nehmen und wurde immer schlimmer und schlimmer. Schließlich gingen die Schlachtschiffe in den Nahkampf und versuchten auf beiden Seiten an der Cameron vorbei zu fliegen und möglichst viel Schaden an zu richten. Doch hatten sie nicht mit der Plasmakanone gerechnet, welche jetzt zum ersten mal feuerte. Der rote Energiebolzen schoss direkt auf das feindliche Schiff auf Steuerbord zu und traf. Die extrem heiße Substanz der Plasmakanone flog ohne große Probleme durch den feindlichen Schild und setzt sich auf der Hülle ab. Durch die extreme Wärme begann die Hülle zu schmelzen und gab langsam das Innenleben des Schiffes frei. Schließlich erkaltete die Substanz jedoch und hörte auf weiter Schaden anzurichten. Der angerichtete Schaden reichte jedoch, um das feindliche Schiff fliehen zu lassen. „1 auf Flucht, 2 bleiben“ verkündete der Waffenoffizier erfreut. Die Freude ging aber schnell wieder verloren, als Schlachtschiff auf Steuerbord feuerte. Die Cameron wurde kräftig durch geschüttelt, als mehrere Raketen aus direkte Nähe abgefeuerte wurden und einschlugen. Plötzlich fiel der Sichtschirm aus und überall sprühten Funken. Es wirkte fast, als ob das Schiff im nächsten Augenblick auseinander fallen würde. Doch zu aller Überraschung hielt es und blieb in einem Stück. Zur weiteren Überraschung meldete sich der Techniker von vorhin: „Cap, ich kann ihnen einen Sprung geben, mehr nicht.!“ Capitan Davis traute seinen Ohren kaum. Ein Sprung würde reichen. Er sagte: „Hyperraumsprung zu den Werften der Erde!“ Der Navigator bestätigte und begann auf seiner Konsole herum zu drücken. Plötzlich schlug eine weitere Salve in die Cameron ein. Capitan Davis wurde durch die Wucht aus seinem Sessel gerissen und flog gegen eine Wand. Dort verlor er das Bewusstsein.

„Sir!?“ brüllte einer der Offiziere der Sternbasis “Poseidon“ „es kommt etwas rein gesprungen!“ Der Kommandant der Station rief: „Alarm Stufe Rot. Jäger starten.“ Nur Sekunden später sagte der Offizier: „Da ist es. IFF-Kennung: TAS Cameron. Es ist einer von uns. Sieht aber nicht mehr sehr gut aus! Mehrere Hüllenbrüche und schwere Systemschäden!“

Wenige Stunden später auf der Sternbasis Poseidon:
„...aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass die Mrsshan nicht an dem Angriff im Clastiro System Schuld sind.“ Beendete Capitan Davis seine Nachricht. Noch ein paar schnelle Knopfdrücke und die Nachricht ist auf dem Weg. Im Anhang befand sich die Aufzeichnung der Sonde. Er war kurz nach dem Sprung wieder erwacht und hatte gerade noch die Bestätigung der Sternbasis mitbekommen. Das Schiff würde jetzt für mindestens 2 Monate wieder in die Werft müssen, da die Schäden enorm waren und selbst der Fusionsreaktor im inneren des Schiffes ausgewechselt werden musste. Die verbliebenen der Crew, welche immerhin 36 Leute waren, hatten solange Pflichturlaub oder waren wie Capitan Davis jetzt in einer der Krankensektionen der Sternbasis. Er selber hatte eine Platzwunde am Kopf, eine Gehirnerschütterung und einen gebrochenen Arm. Gegen den Techniker, der den Hyperraumantrieb repariert hatte, sah Davis richtig gut aus. Der Techniker hatte schwere Verbrennungen von der letzten Salve der Darlocks davongetragen.
Die gesamte Crew konnte stolz auf sich sein. Sie haben ich Reich vor einem großen Fehler bewahrt und eine Intrige der besten Spione des Universums aufgedeckt. Die Allianz mit den Mrsshan blieb bestehen und feierte 3 Wochen später ihren ersten Sieg. Die verbündeten Schiffe der Menschen und Mrsshan hatten das gesamte Nazin-System eingenommen und Imperator Vale wegen dem Bruch 2 Nichtangriffpakte und wegen versuchter Täuschung und für schuldig erklärt. Er bekam die Todesstrafe.

Die TAS Cameron wurde 7 Jahre später unter dem Kommando von Admiral John Davis zerstört, als die Antaraner das Sol-System angriffen und siegten. Aber das ist eine andere Geschichte.

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