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#moo3planet

Loknars Auftrag (Seite 2)

Ankunft auf der Erde

Nach etwa 3 Erdenwochen erreichten wir das Solsystem. Unser Kommunikationsmodul arbeitete glücklicherweise einwandfrei, so daß wir nur fünfmal unsere Parole durchsagen mussten, um nicht als Feind beschossen zu werden. Angedockt an der Sternenbasis um Sol 4, verließen wir Loknars Schiff und wurden sofort mit bewaffneter Eskorte ins Sicherheitsbüro beordert. Als ob die Sicherheitskameras in jeder Ecke der Station nicht genug Überwachung für eine Gruppe müder Kriegsüberlebenden bieten würden. Loknar der nicht wusste wohin er sollte, folgte uns. Scheiß auf unsere Gesundheit, dachte ich zu mir, wenn nur schnell genug die Neugier der Kader gestillt werden kann. Loknar sah etwas verunsichert aus, den ganzen Flug war er von unserem Teamleiter mit großen Sprüchen belegt worden, und jetzt machte dieser vor jedem kleineren Offizier auf der Station den "Diener". Ich näherte mich Loknar und versuchte zu lächeln, um ihn etwas zu beruhigen. Wir hatten ihm unsere Rückkehr zu verdanken. Mir war bewußt, daß egal ob Mensch oder nicht, Loknar in extreme Unsicherheit vielleicht Panik verfallen konnte, völlig ungeschützt, jederzeit angreifbar ohne Hoffnung auf Vergeltung (soweit er dies nicht überleben würde). Ein nettes, freundliches Begrüßungskommitee wäre für unseren Fremden angebrachter gewesen. Wahrscheinlich hatte es einen Grund für eine derarte Maßnahme.
Im Sicherheitsbüro angekommen, wurden wir vom Stationsleiter Konteradmiral Grum empfangen. Nach einigen einfachen Begrüßungsfloskeln über innere Sicherheit wurde jeder unserer Mannschaft in einen separaten Raum geführt. Loknar blieb als einziger im Büro zurück.
In einem kleinen Nebenraum wurde ich nochmals von zwei Sicherheitsbeamten begrüßt. Einer schien recht freundlich zu sein, der andere spielte den Ungeduldigen und Aggressiven. Das war die gängige Praxis des HSS`s (Human Security Service), unserem Geheimdienst. Meine linke Hand wurde an das E-Meter angeschlossen, einem einfachen Apparat zur Messung des elektrischen Widerstandes der Haut. Ich kannte dieses Gerät aus frühester Kindheit. Schon während meiner Schulzeit spielte ich mit Freunden damit.Wir tainierten uns damals bis zur Perfektion; ohne meßbare Veränderung zu lügen.
Als erstes wurde ich nach den Ereignissen im Orionsystem befragt. Mir war klar, daß es allen anderen unseres Teams genauso erging. Ich überlegte, ob ich lügen oder die Wahrheit erzählen sollte. Ich entschied mich für letzteres, denn unser orbrigkeithöriger Teamleiter würde wohl kein Detail unseres gemeinsamen Abenteuers auslassen und je identischer unsere Aussagen wären, desto eher würde man uns glauben. Außerdem hatte ich mir nichts vorzuwerfen. So erzählte ich von den transdimensionalen Weltraummonstern, die uns so zugesetzt hatten. Natürlich spielte sich der ungeduldige Beamte auf, nachdem er auf die E-Meter-Anzeige sah. Er sprach von Spionage und Sabotage und ich solle endlich die Wahrheit sagen. Diesen Bluff erkannte ich sofort, gab es aber nicht zu erkennen um eine schmerzhaftere Befragung nicht zu provozieren. Anscheinend hatte kein Schiff den Angriff auf Orion überlebt. Diese "mächtige" Flotte wurde wohl in kürzester Zeit ausgelöscht. Sicher hatte man mit Verlusten gerechnet, doch unsere Generäle wollten ihre Überheblichkeit und Beschränktheit nicht zugeben. Niemand durfte an ihren Fähigeiten und ihrem Können nur den kleinsten Zweifel hegen. In der jetzigen Zeit wäre man dafür des Hochverrates beschuldigt worden. So erfand man, wie ich später erfuhr, eine Sabotageaktion unserer Gegner, die natürlich im heldenhaften Kampf bis aufs letzte Staubkorn ausgelöscht wurden, mit eindeutigen Beweisen die aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht werden durften. Diese Strategie empfanden viele Führungskräfte als überaus positiv, denn dadurch hatte man einen guten Grund neben dem Aufstocken des Militäretats die eigene Bevölkerung noch besser zu überwachen. Leider musste ich meine beiden Freunde vom HSS enttäuschen. Ich konnte nur von unserer eigenen Unfähigkeit berichten. Etwas mehr Glauben wurde mir bei meinen Erlebnissen auf Orion 3 geschenkt. Die Existenz von Loknar und seiner Avenger waren wohl nicht zu verleugnen.
Man gab mir zu Verstehen bis auf weiteres mit niemanden zu sprechen. Nach 2 Stunden Befragungen wurde mir ein Einzelquartier zugewiesen, in das ich mich ohne Umwege begeben musste. Das Quartier war spartanisch eingerichtet. An den Wänden befanden sich Holodarstellungen unserer Führer. Neben dem Bett lag das dazugehörige Propagandamaterial in Buchform. Nach einer Dusche und einer halbsynthetischen Mahlzeit aus Gensoja und Kunstfleisch wurde ich nochmals ins Sicherheitsbüro gebeten. Der Ton über den Lautsprecher klang schon freundlicher als bei unserer Ankunft. Wir sollten auf Kooperation eingestimmt werden.

Auf Basis Sol 4-Erster Tag

Im Sicherheitsbüro angekommen, befand ich mich wieder in Gesellschaft meiner Teamkameraden. Nur Loknar fehlte. Keiner traute sich auch nur ein Wort zu sagen. So sahen wir uns einfach nur an und warteten gespannt auf das Erscheinen von Grum.
Dieser ließ auch nicht lange auf sich warten. Mit wenigen Worten entschuldigte er sich für den unfreundlichen Empfang mit der Begründung, daß wir alle "...in diesen schweren Zeiten besonders vorsichtig sein..." müssten. Da nun alle Unklarheiten beseitigt wären, könne man offen miteinander reden. Dabei drückte er jedem eine "freiwillige" Erklärung in die Hand, mit der wir mit sofortiger Wirkung dem "Institut für Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit" unterstellt wurden. Dies kam einem Schweigebekenntnis gleich. Da uns als Militärangehörige und Befehlsempfänger nichts anderes übrig blieb, unterzeichneten wir alle brav diese Erklärung. Damit hatte man uns zu Komplizen des Propagandaapparates gemacht.
Nachdem Grums Mitarbeiter alle Zettel wieder eingesammelt hatte, wurde uns mitgeteilt, daß wegen einer Blockade erst in zwei Tagen ein Untersuchungsausschuß auf dieser Sternenbasis eintreffen würde, mit dem wir kooperieren sollten. In der Zwischenzeit wären wir beurlaubt, dürften uns auf der Station frei bewegen soweit wir von unseren Erlebnissen um Orion niemanden etwas erzählten. Grum erteilte uns in seiner Funktion als oberster Stationsleiter sogar einen Schweigebefehl, wohl auch um bei einer Kontrolle auf diesen verweisen zu können, Auf meine Frage nach dem Befinden von Loknar, wurde mir kurz geantwortet, daß dieser bestens versorgt wäre, wir aber aus Gründen der Sicherheit seinen Aufenthaltsort nicht kennen dürften. Das war die "Offenheit" unserer Führung.
Mit der Begründung eines wichtigen Termins verabschiedete Grum sich schnell, um weiteren unangenehmen Fragen zu entgehen.
Grums Adjudant drückte jedem eine anständige Menge an Kredits, unserer offiziellen Währung, mit der Formulierung; als Institutsmitglied erhielten wir eine Soldzulage, in die Hand, welche ich zwar gerne entgegennahm, jedoch als Schweigegeld empfand.
Nachdem jeder im Raum erkannt hatte, daß weiteres Fragen überflüssig war,bekamen wir alle unsere Stationspässe, die es ermöglichten, uns in bestimmten Sektoren der Station aufzuhalten, bevor wir wieder aus dem Sicherheitsbüro geschickt wurden.
Ich fragte Viktor, unseren Ingeneur, ob er noch Lust habe, mit mir noch ein Bier zu trinken. Wir gingen in Richtung Shopping-Center. Auf dem Weg dorthin, fragte ich ob er vielleicht eine Ahnung hätte, was mit Loknar passiert sei. Viktor hatte man jedoch genausowenig erzählt wie mir. Er versprach aber, er würde sich noch heute erkundigen. Wir gingen in eine Bar, tranken jeder ein Bier und verabredeten uns für den nächsten Tag.
Nachdem wir uns getrennt hatten, kaufte ich mir an einen Gebrauchtwarenlager (die offizielle Resteverwertung von Kriegsbeute und Enteignungen) ein altes Chronometer. Zwar hätte ich mir auch ein fabrikneues leisten können, doch diese waren mit Abhör- und Ortungstechnik nur so vollgespickt.
Zurück in meinem Quartier schaltete ich den Tele-Monitor ein. Es gab nur noch wenige Kanäle, seitdem die neue Regierung, welche die Notstandsdemokratie eingeführt hatte, im Amt war. Auf der Station konnte man außerdem davon nur eine vorselektierte Anzahl empfangen.
Ich schaltete durch;
ein Nachrichtenkanal (der offizielle Propagandasender der Regierung),
zwei Werbekanäle,
ein Kinderkanal,
ein Musikkanal für klassische Musik sowie
ein Spielfilmkanal, auf dem aber fast ausschließlich Kriegsfilme zu sehen waren.
Frustriert entschied ich mich für die Nachrichten. Es lief gerade die offizielle Hinrichtungsübertragung von Sol 3 (live). Diese Sendung brachte die höchsten Einschaltquoten. Es gab wohl eine richtige Fangemeinde. Eigens für diese Hinrichtungen hatte man noch ein Gewinnspiel gestartet, bei dem die Zuschauer raten mussten, welcher der Verurteilten die Hinrichtungsprozedur am längsten aushält. Als Gewinne gab es jede Menge Technikspielzeug (natürlich mit integrierter Abhörelektronik).
Angewidert von den Bildern ausgehauchten Lebens setzte ich mich ans Informationsterminal, das in jedem Quartier bereitstand. Ich suchte im Nachrichtensubmenu nach den Ereignissen im Orionsystem.
Im Archiv fand ich einen Eintrag über einen Verteidigungsschlag gegen die Klackonflotte in der Nähe von Orion, der wohl zeitgleich mit unserem Angriff auf die Weltraummonster stattgefunden hatte. Im Bericht war zu lesen; daß nach Empfang eines vorgetäuschten Notsignals durch gezielte Sabotage eines Klackonagenten unser größter Flotteverband in einen Hinterhalt gelockt wurde, so bestätigte es jedenfalls ein angeblicher Zeuge. Die Menschheit dürfe solche Aggressionen niemals ungesühnt zulassen, man arbeite also mit voller Kraft an einer Gegenoffensive. Das Militär hatte sich seinen neuen Gegner also ausgesucht. Der Agent versteckte sich übrigens nach Geheimdienstangaben auf Meklon 1 (einem riesigen unfruchtbaren aber mineralienreichen Planeten). Unsere Regierung forderte nun dessen Ausliefung beim Botschafter der Meklars, welcher seinerseits alle Forderungen zurückwies. Die Verhandlungen liefen schon über eine Woche. Nun sollte in Kürze von der Menschheit ein Ultimatum folgen. Am Ende des Artikel stand die Namensliste der gefallenen Helden, erstaunt fand ich dort meinen Namen verzeichnet. Auch der Rest des ehemaligen Außenteams wurde aufgeführt. Offiziell waren wir gefallene Helden.
In der Überzeugung meine Aktivitäten für heute besser einzustellen und meinen Geist zu leeren, griff ich mir die Flasche Wodka aus dem Nahrungsmittelverteiler (eine prozessorgesteuerte Mischung aus Mikrowelle und Tiefkühltruhe) an der Wand, sah mir noch einen Film an und legte mich schlafen.

Auf Basis Sol 4-Zweiter Tag

Aufgewacht aus schrecklichen Träumen machte ich mich bereit für den folgenden Tag. Während ich mein Frühstück zu mir nahm, verfolgte ich die aktuellen Geschehnisse im Nachrichtenkanal. Es gab gerade eine Direktübertragung von der Kolonisierungsflotte für Orion 3. Voller Stolz berichtete der interviewte Offizier, daß sie mit aller Entschlossenheit das Weltraummonster im Orionsystem besiegen würden, um Orion 3 für die Menschheit zu kolonisieren. Man wusste, daß man schnell handeln musste, damit keine andere Rasse diesen Planeten, auch wenn jeder aus Furcht vor Monstern zur Zeit diesen weit umflog, für sich besetzte.
Nach einem Blick auf mein Chronometer, bereitete ich mich langsam auf das Treffen mit Victor vor. Es war etwa noch eine Stunde Zeit. Ich zog mich weiter an, und ging voller Erwartung wieder in Richtung Shopping-Center. Auf meinen Weg dorthin, dachte ich nach, was man wohl mit uns noch vorhatte, kam aber zu keinen richtigen Ergebnis. Endlich traf ich Victor, der etwas nervös wirkte. Ich tat so, als ob ich ihn zufällig getroffen hätte. Wir setzten uns in die nächste Bar und bestellten Kaffee.
Victor erzählte mir, daß er gestern noch eine ehemalige Bekannte aus Studienzeiten besucht hätte. Diese arbeitete hier auf der Station in der An-/Abdockkontrolle. Laut ihrer Aufzeichnungen war Loknars Schiff als Psilonfrachter mit medizinischem Notfall deklariert worden. Seither durfte aus Quarantänegründen kein Schiff an- oder ablegen. Deswegen gingen wir davon aus, daß sich Loknar ebenfalls noch hier befinden müsste. Ich wollte Victor gerade von meinen Nachforschungen über den Orioneinsatz berichten, als dieser abwinkte und mir erklärte, er glaube, daß man uns bald verschwinden lasse. Das bedeutete lebenslanger Arrest oder auch Tod. Vielleicht sollten wir noch bei der Demontage der Avenger assistieren (anders war die "Großzügigkeit" nicht zu verstehen), man brauchte die neue Technologie um stärkere Gegner anzugreifen.
Glücklicherweise hatte ich mein Chronometer damals bei Orion 3 Loknar geschenkt. Es bestand also eine Möglichkeit Kontakt mit ihm aufzunehmen. Victor riet mir aber davon ab, da keiner von uns wußte, wo sich Loknar auf der Station aufhielt und wer gerade bei ihm sei. Auch wären die Kommunkationschips mit Abhör- und Ortungsprozessoren gekoppelt. Dies brachte Victor auf die Idee selbst den Chronometer auf der Station zu lokalisieren. Ich gab Ihm die Gerätenummer (ähnlich der Telefonnummer aus früheren Zeiten) des Chronometers. Victor bat mich noch um ein paar meiner Kredits, da er aus alten Teilen vom Gebrauchtwarenlager ein Ortungsgerät bauen wollte. Dazu benötigte er einen HLC 853 (hyper link connector), den es jedoch nur inoffiziell gab. Er musste "schmieren".
Wir wollten uns zu einem späteren Zeitpunkt in seinem Quartier treffen. Die Abhöreinrichtungen hatte er mit einem der beiden Werbekanäle gekoppelt. Mit Technik kannte sich Victor aus.
In der Zwischenzeit hatte ich Gelegenheit eine Führung auf der Station mitzumachen, auch mit dem Hintergedanken etwas über Loknars Aufenthaltsort zu erfahren. Diese fand natürlich nur im sogenannten "grünen Bereich" statt, "gelbe" und "rote" Abteilungen durften nur mit spezieller Genehmigung betreten werden. Wir fuhren in kleinen Elektrobuggys durch die Station und stiegen nur kurz aus, wenn es Treppen zu überwinden gab oder aber der Raum für die Fahrzeuge zu eng wurde. Wir besuchten die astronomische Aussichtsplattform, die bei Gefahr mit einer dicken Panzerung verschlossen werden konnte, das Traditionskabinett mit allerlei politischen Krimskram. Auch kamen wir am Hangar vorbei. Allerdings war die Stelle, an der wir gestern angelegt hatten vom übrigen Raum mit einer provisorischen Wand abgetrennt worden, dahinter machte man sich zu schaffen, genaues war jedoch nicht zu erkennen. Auf meine Frage, warum dieser Teil von zwei bewaffneten Kräften bewacht wurde, erhielt ich als Antwort; "...Sicherung von Umbaumaßnahmen...". Auch der Wissenschaftsbereich durfte heute nicht betreten werden, diesmal unterließ ich eine Nachfrage, ich konnte mir "zwei und zwei" zusammenreimen. Nach gut einer Stunde war die Führung beendet, und ich ging in Victors Quartier.
Victor hatte die nötigen Teile erhalten und war noch mit dem Zusammenbauen beschäftigt. Er wollte die Ortung Loknars während der täglichen Hinrichtungsübertagung durchführen. Zu dieser Zeit seien die Kommunikationsnetze fast überlastet und kaum kontrollierbar. Dann hätten wir Gelegenheit, je nachdem wo Loknar sich gerade aufhalten würde, vielleicht auch miteinander zu sprechen, soweit die Kopplung mit dem Translator, den ich immer noch bei mir trug, funktionieren würde.
Endlich ging die Übertragung los, gespannt schalteten wir den fertigen Ortungsapparat ein. Loknar hielt sich nach Victors Überzeugung in der Wissenschaftssektionen der Station auf. Sicherlich war er dort nicht allein. Deswegen verzichteten wir auf eine Kontaktaufnahme, da man uns sonst wenige Minuten später vom HSS "abgeholt" hätte.
In die Wissenschaftssektion mit Gewalt zu gelangen, war nicht allzu schwer, doch hätten wir die Wachen vor der Avenger noch überwinden müssen, außerdem wären wir an den Überwachungskameras niemals unerkannt vorbeigelangt. Wir mussten uns etwas anderes einfallen lassen.
Ich bat Victor in seinem Quartier zu bleiben und das Ortungsgerät wieder zu demontieren. Dann ging ich in Richtung HSS-Sektion.

Der Neuroinduktor oder

Ich stand vor Grums Büro. Konteradmiral Grum war der stellvertretende Leiter des gesamten HSS. Vor einigen Jahren hatte man ihn degradiert, als bekannt wurde, daß bei Befragungen von mehreren angeblichen Agenten unter seiner Leitung der Großteil dies nicht überlebte. (Damals war er wohl etwas übereifrig gewesen, dies jedoch nicht ohne Grund. Schon seit vielen Generationen der Menschheit waren Geheimdienstleiter später zu Präsidenten gemacht worden oder hatten sich selbst dorthin "befördert".) Heutzutage würde von Folter niemand etwas erfahren, die neue Regierung hatte dazugelernt. Außerdem war die Menschheit aus dem Vertrag von Hiraki (welcher jegliche Folterungen von Gefangenen verbot) schon seit längerem ausgetreten.
Ich trat in das Büro ein, und wurde von Grums Adjudanten empfangen. Mit ruhiger Stimme sagte ich diesem, mir wäre noch etwas wichtiges eingefallen und deswegen müsste ich sofort mit Grum sprechen. Morgen, wenn der Untersuchungsausschuß käme, wäre es wahrscheinlich zu spät. Grums Diener wollte anfangs alles selbst aus mir herauslocken, doch ich winkte ab, und gab ihm zu verstehen, sofort zu gehen, wenn ich nicht gleich mit seinem Vorgesetzten sprechen könne. Daraufhin kontaktierte er Grum, der kurze Zeit später in seinem Büro erschien. Ich bat unter vier Augen mit ihm zu sprechen, so verwies er seinen Mitarbeiter des Raumes.
Grum schloß mich an das E-Meter an, um den Wahrheitgehalt meiner Aussagen zu überprüfen.
Ich erzählte dem Konteradmiral von dem Neuroinduktor (Einem Gerät, worüber nur Gerüchte existierten, welches nicht nur das komplette Gedankengut einer Person scannte sondern auch Befehle induzierte.), den Loknar in der Avenger versteckt hatte. Als Gegenleistung für meine Informationen forderte ich unter Grums Schutz mit neuer Identität auf der Station zu bleiben, da nach den Archivaufzeichnungen des Orionfiaskos ich ja schon tot sei. Grum, willigte ein, da er sofort die Möglichkeiten erkannte, die dieses Gerät ihm gab, und beschloß nach Kontrolle des E-Meters, welches natürlich den Verdacht der Lüge ausräumte, mit mir zu Loknars Schiff zu gehen.
Zu zweit angekommen, ging ich an eine der blauen Konsolen, konnte diese aber natürlich nicht aktivieren. So schlug ich vor, unseren Techniker Viktor zur Avenger kommen zu lassen, da dieser nach meiner Ansicht wohl die Konsolen besser bedienen könne als ich. Grum gab dies in knappem Befehl an seinen Adjudanten weiter und kurze Zeit später war Victor bei uns. Mit einem Zwinkern bat ich meinem Freund das Geheimfach von Loknar zu öffnen. Dieser machte sich sofort an einer der Konsolen zu schaffen, aktivierte auch dieselbe, ein Fach konnte aber auch er nicht öffnen. Grum wurde langsam ungeduldig, doch mir schien als wolle er den Neuroinduktor unbedingt haben. Victor erklärte, daß nur Loknar diese Fach öffnen könne. Der Konteradmiral überlegte nicht lange und forderte nun auch Loknar auf, zum Schiff zu kommen. In Begleitung von Grums Adjudanten traf Loknar etwa nach 10 Minuten ein. Als wir zu dritt im Schiff waren (der Adjudant musste vor dem Schiff Wache halten) schlug ich Grum von hinten nieder und fesselte ihn mit meinem Gürtel. Viktor, der sofort verstanden hatte, was ich wollte, half mir. Nun endlich waren wir gemeinsam mit Loknar wieder auf der Avenger. In wenigen Worten machte ich Loknar klar, daß die Flucht die einzige Chance sei zu überleben. Er verstand mich, zu sehr war er hier durch das Verhalten der Stationsmitarbeiter irritiert worden. Glücklicherweise war das Schiff einigermaßen betankt. Loknar gab einen Partikelstrahl auf das Schleusentor ab, und wir waren frei. Unseren Kurs setzten wir weg vom Solsystem. Grum legten wir in die Stasiskammer. Einen Neuroinduktor gab es im übrigen natürlich nicht- jedenfalls nicht auf der Avenger.
Unser erstes Ziel war ein Piratenstützpunkt im Hutsystem. Dort tauschten wir Nahrungsmittel und Treibstoff gegen Konteradmiral Grum. Die Piraten boten uns an, bei ihnen zu bleiben, doch Loknar lehnte ab. Vielmehr bat er Victor und mich, gemeinsam ins Tau-Cygni-System zu fliegen, wie es sein ehemaliger Auftrag vorsah.
Loknars Bitte entsprechend, legten wir also wieder ab, ohne zu wissen welche Tragödie sich auf TC 4 vor langer Zeit abgespielt hatte.

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