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Loknars Auftrag von Luke
Kampf um Orion
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Endlich war der Tag gekommen, an dem wir Menschen die Herausforderung annahmen, das Weltraummonster zu besiegen und Orion für uns zu erobern.
Nachdem unsere riesige Flotte nahezu alle Staatsfinanzen verschlungen hatte, sollte sich endlich diese Investition auch lohnen. "Wir durchfliegen den äußeren Asteroidengürtel",meldete unser Navigator. Meine Aufgabe bestand im Scannen und Beobachten des Gaia-Planeten Orion 3.
Bis zur Sensorenreichweite war es noch ein gutes Stück und so verfolgte ich ganz entspannt unseren Flug auf dem Frontschirm. Das Licht der Sonne im Zentrum des Orionsystems wurde immer gleißender, auf dem Bildschirm war bald nichts mehr zu erkennen, so daß ich einige Fliter vor das Bild legte und auch noch am Kontrast rumspielte. Oberhalb des ultravioletten Spektralbereiches entdeckte ich in Sonnennähe zwei bis drei Fluktuationen. Bei genauerer Betrachtung erwiesen sich diese der Sonne jedoch garnicht zugehörig. Vielmehr näherten sich diese Lichtunregelmäßigkeiten mit enormer Geschwindigkeit auf unserer Flotte zu. Langsam begann ich zu verstehen, daß es sich um etwas anderes handeln musste, als ich plötzlich eine starke Erschütterung spürte. Wir waren von den Trümmern unsreres Nachbarschiffen getroffen worden. Ich rief zur Mannschaft: "Die sind unsichtbar!". Unsere Flotte war schon um circa die Hälfte reduziert worden, als unser Navigator beschloß, in Richtung Asteroidengürtel zu fliehen. Unser Kommunikationsoffizier gab die von mir gesammelten Informationen an alle restlichen Schiffe weiter. Durch die Modifikationen am Monitor konnten wir die Monster, wenn auch sehr ungenau visuell verfolgen. Kurz vor dem Asteroidengürtel, der wohl früher der Planet Orion 4 war, legten wir all unsere Minen aus. Wir stellten die Sensoren so ein, daß sie auf leichte Spektralverschiebungen reagierten. Der so entstandene Minengürtel, sollte die Monster, deren Anzahl ich auf 4 schätzte, zerstören. Nach kurzer Zeit detonierten Minen auch an drei verschieden Stellen. Ein Monster war wohl noch da draußen. Nach etwa 2 Stunden wurde von der Flottenführung beschlossen, alle restlichen Minen fernzuzünden.
Wir flogen wieder auf Orion 3 zu. Alle waren angespannt, der Kampfeswille hatte sich in Angst verwandelt. Plötzlich schoß eines unserer Schiffe mit allen Waffen die es hatte. Dort hatte sich wohl das letzte Monster aufgehalten. Nichts geschah. Unser Schiff näherte sich weiter Orion 3, von einem Monster war jedoch nichts zu erkennen. Nachdem wir uns im Orbit um Orion 3 befanden, scannte ich die Oberfläche. Es waren große Mengen an Mineralien zu erkennen. Sogar eine kleine Xentroniumsignatur, wie sie diese Antaranerschiffe besaßen,war in der Nähe des Äquators vorhanden.
Nach kurzer Beratung der anwesenden Führungsoffiziere wurde ein Außentrupp zur besagten Stelle der Signatur mit einem Shuttle geschickt. Da ich die Xentroniumspur gefunden hatte, wurde ich dem Außenteam angeschlossen. Wenige Minuten nachdem das Shuttle gestartet war, landeten wir auf der Oberfäche-nach meinen Instrumenten ganz in der Nähe des Signalmaximums. Plötzlich sahen wir einige Lichtblitze am Himmel und der Kommunkationskontakt zum Mutterschiff brach ab. Wir befürchteten nichts gutes.
Gefangen auf dem Planeten setzten wir unsere Erkundung fort.
Nach ein bis zwei Stunden zu Fuß fanden wir ein altes völlig zugewachsenes xentroniumgepanzertes Schiff inmitten eines Waldstücks. Wir befreiten es grob von einigen Pflanzen. Es schien äußerlich nur leicht beschädigt worden zu sein. Kurz darauf entdeckte unser Pilot den Eingang zum Schiff. Vorsichtig gingen zwei von uns hinein. Als keine Gefahr zu erkennen war, folgte der Rest der Mannschaft. Das Innere des Schiffes hatte Ähnlichkeit mit dem Alkarispäher, der im letzten Konflikt von unseren glorreichen Streitkräften erobert wurde. Im Schiff war ein einziger großer Raum mit hexagonalen Schaltflächen und unbekannten Zeichen. An den Wänden befanden sich blaue Konsolen. Keiner von uns hatte sowas schon gesehen. Unser Ingeneur, eine Art Freak für Xenotechnologie, war so begeistert, daß er sich sofort eine der Konsolen vornahm. Auch mein Interesse stieg und wir vergaßen schnell alles, was vorher geschehen war. Leider blieben unsere Versuche etwas im Schiff zu reaktivieren ohne Erfolg. Ich packte also meine Minitronhandscanner aus (was zur Standardausführung gehörte), ließ Ihn aber dummerweise fallen, so daß die Deuteriumzellen heraussprangen und auf eine der Konsole mit einem Knall aufschlugen. Schon wollte ich zu fluchen anfangen, als plötzlich ein Schaltpult an der Wand zu blinken anfing. Ich ging verblüfft hinüber und legte meinen Zeigefinger auf eines der Lichter. Im selben Moment ertönte eine synthetische Stimme und es wurde plötzlich hell im Innenraum. Aus dem Boden stieg eine Stasiskammer auf, die sich langsam öffnete. Es war wohl der Pilot, welcher in Kälteschlaf auf seine Rettung wartete. Er sah fast so normal aus wie ein Mensch. Aber sehen Menschen normal aus?
Anfangs hatten wir einige Probleme mit unserem portablen Translator. Ich stellte Ihn auf Alkari ein, in der Hoffnung, daß unser Gastgeber ein paar Brocken verstehen würde. Nach kurzer Autokallibration des Gerätes konnten wir uns gegenseitig ausreichend verständigen.
Unser Kälteschläfer hatte mehr als Hundert Rotationszyklen des Orion 3 um dessen Sonne in Stasis verbracht. Sein Name war Loknar. Wir teilten unsere Nahrungsrationen und verbrachten einige Zeit mit Unterhaltung, um uns besser kennenzulernen.
Die Notlandung
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Nicht allzusehr abgeschreckt von unserer Species Mensch als auch den Ausführungen über unsere Gesellschaft spach Loknar bereitwillig über die Umstände seiner Landung auf Orion 3.
Alles begann mit einem Zwischenfall während des letzten Krieges gegen Antares im Tau Cygni (TC)-System, als Loknar von einem Antaraner-Interceptor, einem schwergepanzerten Schiff mit mächtigen Waffen, demgegenüber selbst unsrere letzte große Flotte kaum eine Chance gehabt hätte, angegriffen wurde. Loknar hatte den Auftrag Erkundungen über die Lebensformen auf dem vierten Planeten,
einem Sumpfplaneten einzuholen. Nach unbestätigten Informationen sei ein Stützpunkt der Antaraner auf dem fünften Planeten mit den Eingeborenen auf TC 4 in Kontakt getreten.
Da ich leider kein Experte für Kampftechnik, Waffen und Taktik bin, konnte ich den Ausführungen Loknars über das Raumgefecht nur soweit folgen, daß er einen Gravitationsimpuls mithilfe eines gezielt ausgesendeten Partikelstrahls im Antaranerschiff induzierte, wodurch im Inneren des Schiffes eine Art Mikro-Schwarzes Loch nahe des Subraumteleportermoduls entstanden sein musste, was den Innenraum des Schiffes fast vollständig zum Kollabieren brachte, so daß das Schiff kampfunfähig war. Es fing sich im Orbit um TC 4 und schien jeden Augenblick zu explodieren. Loknars Schiff seinerseits war jedoch auch schwer beschädigt worden. Fast die gesamte Energieversorgung war zusammengebrochen, der Hyperantrieb schlug leck und der Treibstofftank musste abgestoßen werden. Auch die Kommunikation war ausgefallen. Mit den letzten Reserven gelangte er ins Orionsystem, welches schon damals keine Bevölkerung mehr aufwies. Ein Notsignal konnte er aus zwei Gründen nicht senden. Zum einen durfte er nicht in antaranische Hände fallen, doch dies war nicht ausgeschlossen, da das Orionsystem damals von keiner der beiden Lager besetzt bzw. beanspucht worden war und somit der kleinste Antarnerspäher schon das Aus bedeutet hätten. Zum zweiten hätte das Notsignal zuviel Energie verbraucht. Als einzige Alternative blieb das möglichst unerkannte Überleben auf der Oberfläche. So richtete sich Loknar auf dem damals zerbombten Planeten Orion 3 ein. Teilweise konnte er das Schiff instandsetzen, die minimale Energieversorgung ließ aber keinen Start von der Oberfläche des Planeten zu. Also musste Loknar warten und hoffen, daß man ihn finden würde. Allmählich wich die Hoffnung, die Nahrungsmittelvorräte gingen zur Neige und Loknar beschloß, sich auf den Kälteschlaf vorzubereiten. Nachdem wir ihn wiedererweckt hatten, erkannte Loknar voller Trauer, als einziger Überlebender der Orioner; es gab seine Zivilisation nur noch in Überlieferungen.
Die Rückkehr in die Zivilisation
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Nun saßen wir alle fest auf Orion 3. Wir hatten noch kein weiteres Signal von unseren Schiffen erhalten. Trotz seiner Betroffenheit, bot sich Loknar bereitwillig an, uns zu helfen. Wir erzählten ihm von den Monstern im Orbit und dem Fiasko unserer Flotte. Unseren Schilderungen folgend, erklärte Loknar, daß sein Schiff, die Avenger, über spezielle transdimensionale Scanner verfüge, mit denen man diese Lebensformen leicht identifizieren könne. Somit war uns allen klar, wir mussten die Energieversorgung der Avenger wiederherstellen. Sie benötigte Deuterium zur Regulierung ihres Schiffsreaktors. Unser Schiff unweit Loknars Position besaß davon ausreichend. Vier Mitglieder unseres Trupps wurden ausgewählt, zum Shuttle zurückzugehen um dieses nahe unserer jetzigen Position wieder zu landen. In der Zwischenzeit durchsuchte ich meine Astrodatenbank nach Tau-Cygni. Überrascht nur zwei ultra-arme toxische Planeten um einen weißen Zwerg verzeichnet zu sehen, zeigte ich meine Recherche Loknar, der nur TC 5 wiederkannte. Als kurze Zeit später das Shuttle neben Loknars Schiff aufsetzte, begannen wir mit der Übertragung des schweren Wasserstoffs und führten letzte kleine Reparaturen durch. Unsere kurze Unterhaltung verschoben wir auf später.
Endlich konnte die Energieversorgung in Betrieb genommen werden. Wir ließen das Shuttle auf der Oberfläche zurück, und luden nur Nahrungsmittel und unser Kommunikationsmodul, um nicht versehentlich von der eigenen Flotte angegriffen zu werden, ein.
Das fremde Schiff stieg elegant in den Orbit auf, nichts im Vergleich zu unseren "Rumpelkisten", bei denen es ratsam war, mehrere Stunden vor dem Start keine feste Nahrung mehr zu sich zu nehmen. Im All angekommen entdeckten wir einen Trümmerhaufen von Wrackteilen, die alle von unseren Schiffen zu stammen schienen. Loknar machte einen Scan des gesamten Sonnensystems. Es waren keine Schiffe vorhanden. Man hatte uns vergessen; oder konnten wir uns nur auf den Planeten flüchten? Keiner hatte nur eine einzige Ahnung.
Loknar fand noch zwei von diesen unsichtbaren Lebensformen in Sonnennähe, die so vielen unserer Kameraden das Leben gekostet hatten. Mit einem geschickten Manöver flogen wir am ersten vorbei wendeten, und nach drei oder vier Schüssen mit der Partikelstrahlenkanone war dieses Monster Geschichte. Ähnlich erging es dem letzten, welches frontal zwei Todesstrahlen abbekam. Den Rest erhielt es mit einer mir völlig unbekannten Waffe, die alles im Umkreis des Schiffes vernichtete. Es war geschafft. Orion war befreit, auch wenn es nicht die Flotte der Menschen war, die dies vollendet hatte. Unvermittelt kam mir der Gedanke, daß man mit den Geldern für die Flotte wahrscheinlich ein ganzes Sonnensystem mit Forschungszentren, Nahrungsmitteln und allem was dazugehörte in den höchsten Wohlstand hätte führen können. Stattdessen lebte unsere Gesellschaft unter harten Entbehrungen. Die Sterberate bei Kinder hatte sich trotz verbesserter Technologie drastisch erhöht. Überall wurde am falschen Ende gespart und dies alles "zum Wohle der Menschheit". Unserer Regierung war anscheinend nicht bekannt, daß man Waffen nicht essen kann. Sämtliche Planeten der Menschen befanden sich kurz vor dem ökolgischen Kollaps, soweit dieser noch nicht erreicht war.
Nun bestand durch die Eroberung des Orionsystems aber wieder Hoffnung für die Menschheit. Auch wir als kleines Außenmissionsteam waren froh, wieder zu unserer Gesellschaft zu gehören. Aus Dankbarkeit schenkte ich Loknar mein Chronometer mit Kommunikationschip und Biofuktionsscanner. Letzterer erwies sich als unbrauchbar an ihm, aber die Freude über diese kleine Aufmerksamkeit war unserem "Findling" trotzdem anzusehen.
Unser Teamleiter überredete Loknar zum Flug auf Sol. Auf dem Heimatplaneten der Menschen sollte das Schiff überholt werden, auch bat man Loknar um die Preisgabe einiger Technologien. Unser Freund willigte nach Zögern ein. Ich hatte das Gefühl, daß er an Kriegen und Kämpfen wenig Interesse hatte. So setzten wir unsere Reise in Richtung Sol fort.
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