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Freys Gewissen (Seite 4)
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Admiral Frey war im Pilotensessel eingenickt. In seiner rechten Hand ruhte ein Plasmagewehr, seine linke Hand lag auf dem Steuerfeld des Shuttles. Der Schiffscomputer sollte ihn wecken, wenn das Schiff Moyo erreichte. Vor den Fenstern zogen noch immer bunte Streifen vorbei.
Von einer Sekunde zur anderen verwandelten sich die Streifen wieder in Punkte. Ein starker Ruck ging durch das Shuttle und das Schiff begann unkontrolliert zu schlingern. Frey und Parton wurden heftig durchgeschüttelt. Freys Plasmagewehr fiel zu Boden, sein Kopf schnellte nach vorne und schlug gegen das Steuerpult.
Verschiedene Warnsignale begannen zu schrillen. Frey hielt sich den Kopf mit beiden Händen und versuchte, wieder zu sich zu kommen. Durch die Cockpittür torkelte Commander Parton, ihre Lippe blutete leicht. „Was ist hier los?“ rief sie.
Frey versuchte, Luft zu holen, doch statt dessen krümmte er sich unter einem erstickenden Hustenanfall. Parton warf sich in den Kopilotensitz und brachte das Schiff wieder unter Kontrolle. „Sind Sie verletzt, Admiral?“
„Ich glaube nicht“, keuchte Frey und rieb sich die Stirn, auf der sich ein bläulicher Fleck bildete. „Was ist passiert?“
„Das wollte ich Sie gerade fragen“, erwiderte Parton. Vor der Scheibe des Cockpits zeigte sich ein sehr weit entfernter, von braunen und gelben Schwefelwolken geprägter Planet: Moyo Zwei.
„Nun, unser Ziel haben wir offensichtlich erreicht.“ Frey sah auf die Sensoranzeige. „Aber wir sind noch über zwei Millionen Kilometer vom Wurmloch entfernt.“
„Wieso? Der Autopilot sollte uns doch direkt vor den Eingang des Wurmlochs absetzen?“
„Ja... Aber es scheint als sei in diesem System eine Art... Kraftfeld aktiv.“ Der Admiral änderte die Auflösung der Scanner. „Ein Abfangfeld! Ich wusste nicht, dass sie hier eines gebaut haben.“
„Was ist das?“
„Ein Abfangfeld ist im Grunde ein elektromagnetisches Kraftfeld, das den Hyperraum in einem bestimmten Umkreis verzerrt und damit Überlichtreisen für nicht-authorisierte Schiffe unmöglich macht. Wir müssen mit dem Sublichtantrieb weiterfliegen.“ Ein stakkatohaftes Piepsen erklang. „Und gerade sind zwei Raumjäger vom Stützpunkt auf Moyo Zwei gestartet.“
„Das Shuttle ist unbewaffnet, oder?“
Frey nickte und suchte die Sensoranzeige fieberhaft nach einer Fluchtmöglichkeit ab.
„Ich gehe auf einen Fluchtkurs, der uns aus dem Verzerrungsfeld heraus führt.“
Frey legte seine Hand auf Partons Schulter. „Nein. Das ist unsere einzige Chance. In Kürze wimmelt es hier von Schiffen der Angriffsflotte. Und ich wette, die Zweite Flotte verfolgt uns ebenfalls.“
„Na schön, ich...“
Der Admiral unterbrach Parton: „Wenn Ihnen diese Sache zu gefährlich wird, können Sie jederzeit die Fluchtkapsel benutzen.“
Parton sah Frey lange an, ohne etwas zu sagen. Dann fiel ihr Blick auf das Plasmagewehr, das auf dem Boden lag. „Was hatten sie damit vor?“
Frey hob die Waffe auf und richtete sie zögernd auf Parton. „Wenn Sie nicht freiwillig gehen...“ Er sprach nicht weiter.
„Sie schießen nicht auf mich. Ich bleibe.“ Parton konzentrierte sich wieder auf die Steuerung des Shuttles.
„Aber was ist mit Ihren Eltern? Wenn Sie jetzt gehen, können Sie immer noch behaupten, ich hätte Sie entführt.“
Parton blickte dem Admiral fest in die Augen: „Meine Eltern können für sich sorgen, sie haben Freunde, Beziehungen. Ich bleibe hier.“
Frey ließ den Lauf der Waffe sinken. „Warum?“
„Weil ich Ihnen glaube, Admiral Frey. Und ich glaube auch an Sie. Sie tun das Richtige. Und können jede Hilfe gebrauchen.“
Frey war den Tränen nahe. „Ich danke Ihnen. Sehr.“
Parton nickte langsam und tippte mit dem Zeigefinger auf das Steuerpult. „Und jetzt sollten wir uns wieder um unsere Mission kümmern.“
Die Finger des Admirals huschten über die Steuertafel des Scanners. Eine kleine Klappe an der Lehne seines Sessels öffnete sich. Frey zog mit spitzen Fingern ein kleines Glasplättchen heraus: Eine Datenlinse. Frey legte den Kopf in den Nacken und bugsierte die Linse in sein rechtes Auge. Von nun an würden alle Sensorinformationen direkt auf seine Netzhaut projiziert. Er schloss kurz die Augen, um sich an das ungewohnte Gefühl anzupassen und hob dann den Kopf.
„Sehen Sie etwas?“ fragte Parton.
„Einen Moment...“ Frey blickte sich im Cockpit um. Die Datenlinse ließ ihn durch die gepanzerte Hülle des Shuttles die Positionen aller Schiffe und Himmelskörper in näherem Umkreis sehen. „Die Abfangjäger erreichen uns in... acht Minuten. Bis zum Wurmloch sind es noch zwölf Minuten.“
„Gibt es irgendwelche anderen Schiffe?“
„Es gibt... Gehen Sie auf Kurs Vier-Drei-Acht. Das könnte klappen.“
Parton wendete das Shuttle. „Dieser Kurs bringt uns näher an den Planeten. Etwa auf fünfhunderttausend Kilometer Entfernung. Was haben Sie vor?“
„Dort ist ein schwer gepanzerter, unbemannter Großraumfrachter, die... Bejerba. Fliegen Sie uns dorthin. Schnell!“
„Gut. Rendezvous mit dem Frachter in vier Minuten. Kontakt mit den Abfangjägern in vier Minuten zehn Sekunden.“
Der Kommandant der Sternenfestung im Orbit von Moyo Zwei starrte ungläubig auf das taktische Sensorhologramm. „Was haben die vor?“
Sein Adjutant folgte mit dem Zeigefinger dem Kurs des Shuttles und deutete dann auf ein viereckiges Symbol. „Ein unbemannter Frachter? Entfernung zum Planeten beträgt fünfhunderttausend Kilometer. Das Schiff wird sie nicht vor den Jägern schützen.“
Der Kommandant wanderte um das Hologramm herum und rieb sich das Kinn. „Fünfhunderttausend Kilometer... fünfhunderttausend Kilo... Moment, das bringt sie in Reichweite...“
Frey lächelte. „... der Geschütze der Festung, genau.“
Parton sah ihn irritiert an. „Das ist Selbstmord.“
„Vielleicht nicht, Commander. Fliegen Sie schneller.“
„Schneller geht nicht.“
„Dann drücken Sie uns noch zwei Minuten die Daumen.“
Der Kommandant klopfte mit den Handflächen auf den Tisch, über dem das Hologramm schwebte. „Was soll das? Wir schießen dieses Shuttle in Stücke! Das ist doch Selbstmord.“
Der Adjutant grübelte. „Er hat keine Schutzschilde, aber die Panzerung des Frachters ist extrem stark. Sie wird das Shuttle vor unseren Partikelkanonen schützen. Ein Großraumfrachter...“
Frey betrachtete den Frachter über die Datenlinse. Ein gigantisches Schiff, quaderförmig und am Bug befand sich...
„Ein Shuttlehangar? Die wollen in den Frachter fliegen?“ Der Kommandant war noch irritierter als zuvor.
„Offensichtlich, ja.“
„Dann... werden wir ihnen diese Möglichkeit nehmen! Feuern Sie auf den Frachter!“
„Sir, ich halte das nicht...“
„Feuer!“ brüllte der Kommandant.
„Ja, Sir!“
Orangefarbene Lichtblitze zuckten von der Sternenfestung zu dem Frachter und zerfaserten an der Panzerung des großen Schiffs. Parton deutete darauf, wortlos.
„Keine Panik, Commander. Überlassen Sie mir die Steuerung des Shuttles. Rendezvous in zwanzig Sekunden.
Auf dem taktischen Hologramm schwand die Panzerungsstärke des Großraumschiffs... fünfzig Prozent... vierzig...
Durch das Fenster des Shuttles sah Parton den Shuttlehangar des Frachters auf sich zu rasen. Neben ihr hackte Frey wie ein Wahnsinniger Kurskorrekturen in das Steuerpult. „Was...“
„Seien Sie still!“ schrie der Admiral, Schweiß rann über sein Gesicht.
„Panzerung auf Zweiundzwanzig Prozent!“ rief der Adjutant.
Die Piloten der Jäger wichen gekonnt den Salven der Sternenfestung aus und hielten sich bereit, das Shuttle abzufangen, falls es in letzter Sekunde abdrehen sollte.
Genau das tat es.
„Panzerung auf fünf Prozent!“
Frey verringerte die Geschwindigkeit, riss das Shuttle herum und flog nur wenige Meter über der Außenhülle des Frachters eine enge Kurve. Die Manövriertriebwerke des Schiffs ächzten unter der extremen Belastung einer 180-Grad-Wende, gaben jedoch nicht den Geist auf.
Parton wurde tief in ihren Sitz gedrückt.
„Mist, er dreht ab!“ funkte ein Pilot an seinen Kollegen. „Hinterher!“
„Reaktorbruch!“ riefen Frey im Shuttle und der Adjutant in der Festung gleichzeitig.
Die Abfangjäger passierten den Frachter in dem Moment, als seine Außenhülle aufbrach. Sie wurden von der Wucht der Explosion ein wenig aus der Bahn gebracht, flogen jedoch unbeirrt weiter.
Dann verwandelte sich der Frachter in einen gigantischen, rotglühenden Feuerball, heller als die Moyo-Sonne und Neunzigtausend Grad Celsius heiß. Ein Inferno.
„Großer Gott!“ Parton hielt sich am Steuerpult fest, als das Shuttle von der Druckwelle der Explosion erfasst und durchgeschüttelt wurde.
Frey lachte wie ein übermütiger Kadett. Dann begann er wieder zu husten und verlor die Kontrolle über das Shuttle.
Ein violetter Partikelstrahl zischte knapp am Schiff vorbei.
Commander Parton übernahm das Steuer und flog einige Ausweichmanöver, bis das Shuttle wieder die Reichweite der Festungsgeschütze verlassen hatte. Sie wischte sich mit der flachen Hand über die Stirn und stöhnte.
Frey räusperte sich und schlug sich mit der Faust gegen die Brust. „Doktor Wang, ich verfluche Sie.“ Er blickte hinüber zu Parton. „Sind Sie verletzt?“
„Ich lebe, aber das ist nicht ihr Verdienst. Was um Himmels willen ist gerade passiert?“
Der Admiral blickte über die Schulter zum hinteren Teil des Cockpits. Die Datenlinse zeigte ihm die schrumpfenden Konturen der Sternenfestung und einige andere Schiffe. Die beiden Abfangjäger waren im Inferno verschwunden. „Vom Planten sind... acht weitere Jäger gestartet. Aber sie erreichen uns erst in fünfzehn Minuten, wenn wir diesen Kurs beibehalten. Wir sind in acht Minuten am Wurmloch. Wir haben es geschafft.“
Parton wieder holte ihre Frage: „Was ist gerade passiert, Admiral?“
„Sie waren gerade Zeuge der Explosion von schätzungsweise fünfzehn Millionen Tonnen Uridium-Treibstoff.“
„Woher wussten Sie was dieser Frachter geladen hatte?“
„Ich wusste es nicht. Aber überlegen Sie einmal: In wenigen Stunden beginnt in diesem System die Invasion des Psilonischen Sektors. Und was braucht man für eine Invasion? Waffen und Treibstoffe. Genau diese Güter transportiert man normalerweise auf schwer gepanzerten Frachtern wie diesem.“
Parton sah Frey entgeistert an. „Aber was wäre, wenn das Schiff Panzer für die Bodentruppen transportiert hätte? Oder leer gewesen wäre?“
Der Admiral zuckte mit den Schultern. „Es war nicht leer.“
Partons Gesichtsausdruck änderte sich nicht.
„Kommen Sie, Commander. Ich bin nicht Admiral geworden, weil ich Risiken gescheut habe.“
„Woher wussten Sie, dass die Sternenfestung das Schiff zerstören würde?“
„Deren Befehl lautet sicherlich, uns um jeden Preis aufzuhalten. Im Inneren des Frachters wären wir vorerst sicher gewesen. Außerdem weiß sicher niemand, wer sich an Bord dieses Shuttles befindet. Hätten die Piloten der Jäger den Befehl erhalten, einen Admiral der Flotte... und Kriegshelden... zu töten, hätten sie vielleicht gezögert. Also musste der Kommandant der Festung die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass eine Entermannschaft an Bord unseres Shuttles ist und den Frachter entführt. Gegen die starke Panzerung dieses Schiffs hätten die Jäger...“
Die junge Frau winkte ab. „Mit anderen Worten: Wir haben Glück gehabt.“
Frey nickte. „Großes Glück.“
Der Kommandant der Sternenfestung starrte wortlos auf das taktische Hologramm und rieb sich die Schläfen.
Sein Adjutant murmelte: „Wie können die das gewusst haben?“
„Und ich bin schuld.“ Der Kommandant wusste, dass die Launen des Imperators einen Befehlshaber, der versagt, leicht den Kopf kosten konnten. „Wenn wir nicht auf den Frachter gefeuert hätten...“
„Captain?“ Der Adjutant wandte sich einer piepsenden Nachrichtenkonsole zu und las die eintreffende Nachricht. „Rufen wir die Jäger zurück, Frey wird das Wurmloch nicht erreichen“, sagte er grinsend.
Commander Parton suchte mit den Augen den Weltraum vor dem Shuttle ab. „Wo ist dieses Wurmloch? Ich sehe nichts.“
„Der Eingang wird erst sichtbar, wenn er sich für ein Objekt öffnet. Forscher glauben, das Wurmloch reagiert nur auf die Schwerkraftfelder naher Gegenstände, Asteroiden oder Schiffe.“ Frey betrachtete über die Datenlinse die starke elektromagnetische Signatur des Wurmlochs, ein Sternförmiges Netz von magnetischen Feldlinien.
Plötzlich wurde das Cockpit von einem Lichtblitz erhellt. Zwischen dem Wurmloch und dem Shuttle fiel ein Schiff aus dem Hyperraum. Frey richtete sich in seinem Sessel auf. „Nein.“
Die Umrisse eines schweren Kreuzers der Flotte erschienen vor der schillernden blaugrünen Explosion des sich öffnenden Wurmlochs. Parton erstarrte.
„Laut Sensoren ist das die Excalibur, das Flaggschiff, bewaffnet mit schweren Partikelgeschützen.“ Frey sank tief in seinen Sessel. „Wir sind erledigt.“
Hinter der Excalibur schwebte ein Trichter aus blauen Wolken im Weltraum. Das Wurmloch hatte sich voll geöffnet, das Ziel lag zum Greifen nahe.
„Sie rufen uns.“ Auf einem kleinen, tellerförmigen Projektor erschien eine holographische Nachbildung Großadmiral M’Bangas. „Peter, dein Verrat endet hier. Es ist vorbei, gib auf.“
Frey antwortete nicht.
„Wenn du deinen Kurs weiter beibehältst, werden wir dich abschießen.“ M’Banga klang flehend.
„Ihre Waffen erfassen uns“, meldete Parton. „Noch zwei Minuten zum Wurmloch“, fügte sie flüsternd hinzu.
Freys Stimme klang müde, als er sagte: „Wie kannst du damit leben, M’Banga?“
Der Großadmiral blickte ungläubig.
„Als ich dich kennen lernte, warst du ein junger, enthusiastischer Commander, ein Stratege und Kämpfer zugleich. Heute bist du das Schoßhündchen eines größenwahnsinnigen Imperators. Eine leere Hülle ohne eigene Meinung. Ohne Charakter.“
„Das ist nicht wahr, Peter.“
„Der Posten hat dich verändert.“
„Die Politik der Erde hat sich geändert. Ich bin kein Politiker, Peter, ich bin Soldat.“
Ein Ruck presste Parton und Frey in ihre Sessel. „Ein Traktorstrahl“, rief Parton. „Sie halten uns fest.“
„Ich bin auch Soldat, M’Banga. Aber ich habe ein Gewissen. Und ich will nicht als größter Massenmörder aller Zeiten in die Geschichte der Erde eingehen... Obwohl... dazu ist es bereits zu spät. Aber ich will retten, was zu retten ist.“
„Was willst du retten? Dein Gewissen?“
„Die Menschheit, vor sich selbst. Wir sind hochmütig geworden, merkst du das nicht? Der Imperator streut absurde Lehren von der Überlegenheit der menschlichen Rasse unters Volk, die wachsende Fremdenfeindlichkeit im Imperium spricht für sich. Früher haben wir unsere Gegner respektiert und nicht abgeschlachtet.“
M’Banga wurde nachdenklich, sagte nichts. Da legte sich ihm eine Hand in einem roten Samthandschuh auf die Schulter. Der Großadmiral trat irritiert beiseite. Im Hologramm erschien eine Gestalt in einem roten Umhang.
Der Darlok sprach leise, als murmelte er zu sich selbst. Frey glaubte nicht eine, sondern viele verschiedene Stimmen zu hören, die gleichzeitig erklangen. „Admiral Frey. Ich bewundere Sie. Vierunddreißig vernichtete feindliche Großkampfschiffe. Minimale eigene Verluste. Vielversprechend.“
„Mystic X... ein phantasievoller Name für einen Darlok.“ Frey versuchte gar nicht erst, seine Abneigung zu verbergen.
„Sie beleidigen mich nicht. Unser Imperator hat mich gesandt, um sicherzustellen, dass Sie dieses Zusammentreffen nicht überleben.“
„Er ist nicht Ihr Imperator, X. Sie dienen nicht ihm, sondern sich selbst.“
„Ich diene der Erde, genau wie Sie früher. Ihr Tod wird unseren Sieg sichern.“
Plötzlich erklang M’Bangas Stimme aus dem Hintergrund. „Das verstehe ich nicht.“
Der Darlok wirbelte herum.
M’Banga sprach weiter: „Warum nehmen wir den Admiral nicht einfach gefangen? Was würde sein Tod an der Lage ändern?“
„Es ist der Befehl des Imperators. Admiral Freys Ideen untergraben die Moral der Truppen“, erwiderte der Darlok. „Er muss beseitigt werden.“
M’Bangas Stimme wurde lauter. Er sprach wohl zu der gesamten Brückenbesatzung: „Was wenn Godworth sich irrt? Was wenn Frey recht hat? Was wenn dies unsere letzte Chance ist, eine Katastrophe abzuwenden?“
Mystic X wurde ärgerlich. „Seien Sie still, Großadmiral, bevor ich Sie festnehmen lasse. Und Sie, Fähnrich, eröffnen das Feuer auf das Shuttle.“
„Nein!“ rief M’Banga. „Sie erteilen mir keine Befehle, Darlok! Ich bin Oberster Kommandant der Flotte! Sie alle sind mir unterstellt!“
Der Darlok verwandelte sich. Sein Kapuzenumhang blähte sich auf, er wuchs und änderte seine Farbe von rot zu schwarz. Frey schreckte vor dem Hologramm zurück, als die Gestalt den Rahmen der Projektion sprengte und schließlich nur noch in Ausschnitt vom Rücken des Darlok zu sehen war. „Ich bin niemandem unterstellt!“ brüllte Mystic X mit donnernder Stimme. „Merken Sie sich das!“
Frey lehnt sich nach vorne und sagte: „Das ist also aus dem Imperium geworden. Außerirdische Spione befehligen die Flotte und jeder Andersdenkende wird ausgeschaltet. Ich dachte immer Hochmut käme vor dem Fall. Es ist umgekehrt. Die Menschheit ist bereits gefallen, jetzt sind wir ganz unten, der Bodensatz der Galaxis. Abschaum. Bitte zerstören Sie mein Schiff, Darlok, damit ich es hinter mir habe!“
„Nein!“ schrie M’Banga noch einmal. Das Geräusch eines Schusses erklang und die Verbindung brach ab.
„Der Traktorstrahl ist verschwunden!“ rief Commander Parton.
„Zum Wurmloch! Schnell!“ Als das Shuttle beschleunigte, blickte Frey auf die silberne Hülle der Excalibur. Seit Jahren hatte er M’Banga nicht mehr als Freund bezeichnet, sondern nur als seinen kommandierenden Offizier. Jetzt wusste er, wie sehr er sich in ihm geirrt hatte.
„Dreißig Sekunden bis zum Eingang“, meldete Parton. „Die Excalibur feuert nicht.“ Was immer M’Banga getan hatte, es musste äußerst wirkungsvoll gewesen sein.
„Die Zielcomputer des Schiffs werden neu ausgerichtet...“, sagte Frey. „Wir sollten uns beeilen.“
„Noch zwanzig Sekunden.“
Parton flog einige Ausweichmanöver, um wertvolle Sekunden zu gewinnen.
„Noch zehn...“
Die Beschleunigungsspulen der Partikelkanonen wurden geladen.
„Acht...“
Die Strahlenkanonen bündelten ihre Feuerkraft auf den kleinstmöglichen Bereich.
„Sechs...“
Die Scanner der Excalibur erfassten das Shuttle.
„Vier...“
Der Zielcomputer berechnete Partons Ausweichmanöver und den voraussichtlichen Kurs des Shuttles.
„Zwei...“
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