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Die Nebelmaschine (Seite 8)
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Ich hatte mich dagegen entschieden. Nach reiflichen Überlegungen war ich zu dem Schluss gekommen, dass ein Umkehren viel zu viel Zeit erfordert hätte: Bei unserem Kampf mit diesen ... Gaswesen ... war auch der Fusionsantrieb leicht beschädigt worden. Als Konsequenz war keine so hohe Beschleunigung mehr möglich. Hätten wir den Kurs umkehren wollen, hätte uns das Bremsmanöver und die anschließende Wiederbeschleunigung über drei Wochen Zeit gekostet! Ich ging ein Risiko ein ... schließlich spekulierte ich auf unser Glück, als ich mich darauf verließ, dass wir irgendeinen anderen Weg finden würden, um unser Ziel zu erreichen. Es stellte sich bald heraus, dass ich eine sehr gute Entscheidung getroffen hatte... .
Wir flogen immer noch den falschen Korridor entlang, als eine unserer Sensorsonden in einer Entfernung von 1,5 AE eine gewaltige Struktur entdeckte. Ein Artefakt, umhüllt von Nebelschwaden... . Dieses Artefakt entfachte meine Neugierde! Als ich es zum ersten Mal sah, hatte ich den Eindruck, dass es schon seit Jahrtausenden dort auf mich gewartet hatte! Ich war meinem Ziel so viel näher gekommen ... aber Moment, was war denn nun eigentlich mein Ziel? Als ich mir diese Frage stellte, musste ich zu meiner Verwunderung feststellen, dass ich die Antwort nicht kannte. Ich erschreckte mich darüber, aber nach einiger Zeit erkannte ich, dass ich das vielleicht gar nicht wissen konnte - vielleicht war ja die Antwort im Inneren des Artefaktes versteckt und wartete dort auf mich – dort unten in der Dunkelheit.
Wir begannen augenblicklich mit dem Bremsmanöver. Unsere Berechnungen zeigten, dass wir rechtzeitig zum Stehen kommen würden. Wir empfingen schließlich die ersten detaillierten Bilder, die von den Sonden aufgenommen worden waren. Es war ein überwältigender Anblick.
Der Komplex bestand aus zwei unterschiedlichen Abschnitten: Der obere Teil war eine gewaltige Halbkugel, die aus einem soliden, gleichförmigen Material aufgebaut war, das an verschiedenen Stellen von streifenförmigen Einbuchtungen durchzogen wurde. Jede dieser Einbuchtungen hatte eine Länge von mehreren Kilometern. Wir vermuteten, dass
es sich dabei vielleicht um Öffnungen für Sensoren oder irgendeine uns unbekannte Technologie handelte. Hier und da erschienen an der Oberfläche der Halbkugel kleine Lichtquellen, die in tiefem weiß leuchteten, deren Funktion uns aber völlig unbekannt war. Diese punktförmigen Lichtquellen strahlten heller als jedes Licht, das ich je zuvor in meinem Leben gesehen hatte, aber trotzdem schmerzte es nicht, sie mit den Augen zu beobachteten. Die Halbkugel schien förmlich mit dem unteren Abschnitt der Konstruktion verwachsen zu sein: Dieser unsymmetrische Komplex, der einen kleineren Durchmesser als die Halbkugel hatte, wirkte sehr fremdartig auf mich. Seine Struktur schien chaotisch zu sein: Es machte den Eindruck, als hätten die Erbauer den unteren Abschnitt beinahe willkürlich aus den unzähligen Subkomplexen zusammengebaut – kuppelförmige Aufbauten, die beinahe zwei Kilometer im Durchmesser maßen und in alle Richtungen ausgerichtet waren, wechselten sich ab mit seltsam organisch wirkenden Strukturen, die von Lichtquellen durchsetzt waren und einen ungewöhnlich natürlichen Eindruck erweckten. Aus diesen organischen Formationen entsprangen hier und da einzelne Pylone, die einige hundert Meter in den Raum hinausreichten und an deren Enden verschiedenfarbige Lichter wie Scheinwerfer in die Leere des Raumes hinausleuchteten. Aus der Ferne wie aus der Nähe vermochte ich es nicht, die Architektur des Artefaktes wirklich zu begreifen. Die Gesamtkonstruktion erschien einfach derart fremdartig, dass man sie mit dem Verstand gar nicht richtig zu fassen bekam.
„Was zum Teufel ist das?“
Die KI fühlte sich angesprochen.
„Sir, die Struktur scheint eine Art Habitat zu sein.“
„Ein Habitat. KI, du meinst dort lebt jemand?“
„Das ist zu vermuten, Sir.“
„Wenn dort wirklich jemand lebt ... dann können es aber nicht die Gaswesen sein.“
Damit hatte Jessica Recht: Nach allem was wir wussten, handelte es sich bei den Gaswesen um eine sehr zurückhaltende Spezies, die sich nur in ihren Gaswolken ausbreitete. Dieses Habitat war eine Art gewaltige Raumstation, die weitaus größer war als Iron Heart. Sie war viel zu groß, um in einem der Korridore Platz zu finden. Tatsächlich befand sie sich in einer Art Vakuole: Der Korridor ging auf einmal in einen riesigen Hohlraum über – diese Vakuole war wie ein Knotenpunkt, an dem zahlreiche Korridore aus allen Richtungen zusammenliefen. Ich glaubte nun einige Schlüsse ziehen zu können.
„Es handelt sich bei diesem Habitat um ein Artefakt aus der Anfangszeit des Nebels.“
„Wie kommst du darauf – könnte es nicht viel später entstanden sein?“
„Nein.“
„Wieso nicht?“
„Seht euch diese Vakuole an: Sie muss von Anfang an dort gewesen sein – sie ist Bestandteil der Topologie des Nebels. Und diese Vakuole befindet sich aus einem ganz bestimmten Grund dort. Es ist wirklich einfach: Die Schöpfer haben hier eine Vakuole erschaffen, weil sie planten, diesen Habitatkomplex zu errichten.“
„Du meinst ... die Schöpfer des Nebels haben dieses Habitat gebaut?“
„Ja.“
„Wenn das so ist Lucius, dann müssen sie uns sehr ähnlich sein ... nun ja, teilweise.“
„Du hast Recht Jim. Gaswesen würden dieses Habitat nicht brauchen. Ich hatte Recht: Sie sind nicht die Schöpfer des Nebels.“
Jessica sah nachdenklich in die Runde.
„Und trotzdem ist der Nebel wie für sie geschaffen. Oder etwa nicht ... .“
Wir stellten uns alle dieselbe Frage: Wieso sollte irgendjemand solche enormen Anstrengungen unternehmen, um für eine völlig fremdartige Lebensform einen Lebensraum zu erschaffen?
Das würde auf alle Fälle interessant werden. Jedenfalls hatten wir gefunden, wonach wir gesucht hatten – und das, lange bevor wir dem Zentrum auch nur nahe gekommen waren.
Unser Schiff stoppte einige tausend Kilometer vor der Struktur. Selbst aus dieser Entfernung sah das Habitat noch gewaltig aus.
„Jessica.“
„Ja?“
„Ich möchte, dass du versuchst, mit ihnen in Kontakt zu treten. Versuch’ ihnen auf allen Frequenzen eine Nachricht zu schicken.“
„Wird gemacht.“
„Jim, was ist?“
Jim meldete sich über das Kommunikationssystem.
„Selbst wenn dort jemand ist ... ich glaube nicht, dass sie uns verstehen werden.“
„Wie kommst du darauf?“
„Denk mal drüber nach: Wie weit ist diese Spezies wohl fortgeschritten? Möglich, dass ihnen überhaupt nicht in den Sinn kommt, elektromagnetische Frequenzen abzuhören – das ist für die wahrscheinlich wie...“
„...wie Rauchzeichen ... hm. Aber was bleibt uns anderes übrig? Wir werden es trotzdem versuchen.“
Jim behielt Recht. Niemand erwiderte unsere Kommunikationsversuche. Aber ich war mir schon zum damaligen Zeitpunkt sicher, dass auf unsere Botschaft nicht reagiert wurde, weil niemand dort war, um uns zu antworten.
Wir untersuchten die Struktur mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln. Ihre Technologie war überlegen ... das Meiste, was wir sahen, verstanden wir nicht. Am beeindruckensten war ihre Hüllentechnologie: Die KI verifizierte, dass es sich dabei um Quarkium handelte! Quarkium ist der dichteste überhaupt bekannte Materiezustand. Dieses Material weist eine höchst eigentümliche Struktur auf: Die Teilchen rückten selbst auf der subatomaren Ebene sehr eng zusammen, wodurch der Freiraum zwischen einzelnen Partikeln minimiert wurde. Diese exotische Materie existierte nach unserem Kenntnisstand nur in den Kernen von ebenso exotischen Sonnen... .
„Ich kann’s nicht glauben!“
„Ich auch nicht Jim.“
„Eine solche Panzerung ... wie ist das nur möglich? Das ändert wirklich alles.“
Jim gab ihrer Technologie den Namen Xentronium. Wo er bloß die Idee für solche Namen hernahm?!
Wir hatten begeistert mit der Erforschung des Artefaktes begonnen und fast täglich war unsere Motivation durch eine plötzliche Entdeckung erneuert worden. Nachdem wir das Habitat nun aber schon über eine Woche lang untersucht hatten, schlug diese anfängliche Euphorie in Enttäuschung über, denn mit unseren begrenzten technologischen Möglichkeiten war es uns gänzlich unmöglich, weitere Informationen über das Artefakt zu sammeln. Im Grunde genommen waren durch unser Studium mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet worden. Damals überlegten wir, welche Maßnahmen wir wohl ergreifen sollten, um mehr über die Struktur in Erfahrung bringen zu können. Wenn Sie mich fragen, war es reines Glück, dass wir einen Weg fanden, das Habitat genauer zu erforschen... .
Wir hatten eine sensationelle Entdeckung gemacht: An der Oberfläche der Halbkugel befanden sich Öffnungen, die ganz offensichtlich ins Innere der Struktur führten. Bei diesen Eingängen handelte es sich um, im Vergleich zu den Proportionen des Habitats, winzige Röhrchen, die an die Poren von menschlicher Haut erinnerten und es anscheinend kleineren Schiffen ermöglichen sollten, in den Komplex einzufliegen. Wir hatten diese Poren erst so spät entdeckt, weil sie in unregelmäßigen Zeitabständen auf der Oberfläche auftauchten und wieder verschwanden. Das war erstaunlich ... obwohl die Halbkugel eine solide Struktur zu sein schien, hatten es die Erbauer des Habitats anscheinend vermocht, ihre Molekularstruktur nach Belieben zu verändern. Eine unglaubliche Technologie! Ich hatte nicht mal entfernt eine Vorstellung davon, wie das wohl funktionierte. Ein unwissender Beobachter hätte vielleicht sogar zu dem Schluss kommen können, dass es sich bei dem Artefakt um ein Lebewesen handle.
Dass sich diese Poren unregelmäßig öffneten und wieder schlossen war vermutlich die Folge einer Fehlfunktion: Wir hatten keine Ahnung wie alt dieses Ding wirklich war. Aber wenn es schon seit einigen Jahrtausenden in Betrieb war, erschien es durchaus plausibel, dass einige Systeme mit der Zeit an Integrität verloren hatten – möglicherweise auch das System zur Ansteuerung der Molekularstruktur der Halbkugel.
Es war allen klar, dass sich uns hier eine Chance bot: Diese Poren boten uns eine ideale Möglichkeit, um in das Habitat einzudringen. Verdammt, wir waren doch im Grunde genommen nur wegen diesem Ding überhaupt hier hergekommen! Ich war nicht bereit, diese vielleicht einmalige Gelegenheit ungenutzt zu lassen! Als ich meine Entscheidung getroffen hatte, wurde sie von allen akzeptiert: Wir würden das Artefakt betreten. Niemand hatte damals eine Vorstellung davon, was uns erwarten würde... .
Ich, Jessica und O’Connell bildeten den Erkundungstrupp. Jim würde zurückbleiben, um Wache auf der Mystery Diver zu halten. Wir sorgten dafür, dass wir gut ausgerüstet waren: Weil O’Connell darauf bestand, führte jeder von uns neben diversen Messgeräten auch Feuerwaffen mit sich – schließlich wussten wir nicht mit Sicherheit, ob das Habitat wirklich verlassen war – und ob die, die möglicherweise noch dort lebten, über unseren Besuch erfreut sein würden oder nicht. Wir sorgten dafür, dass wir im ständigen Kontakt mit der KI standen, die hoffentlich in der Lage sein würde, die Sensordaten, die wir ihr zusandten, schnell genug zu interpretieren, um einen reibungslosen Ablauf der Mission zu gewährleisten.
Wir verfügten über zwei Landungsboote, die für Kurzstreckenflüge konzipiert waren. Unterhalb des Schiffes – etwa 50 Meter hinter der Brücke – waren diese Boote an die Hülle angekoppelt – auf diese Weise hatten wir es uns gespart, einen Hangar in die Struktur des Schiffes zu integrieren. Nachdem wir uns in unsere Raumanzüge gezwängt hatten, besetzten wir eines der Boote und als wir startklar waren, flog Jim die Mystery Diver nahe am Habitat vorbei, um uns abzuwerfen. Als wir nur noch knapp 100 Kilometer vom Komplex entfernt waren, löste ich die Andockklammern. Der Mechanismus katapultierte uns automatisch vom Schiff weg – ich zündete sofort die Korrekturtriebwerke, um unsere Lage zu stabilisieren. Als wir auf Kurs waren, aktivierte ich das Ionentriebwerk, worauf das Boot dem Artefakt entgegenschoss. Wir würden unser Ziel in weniger als zwei Stunden erreichen können.
„KI.“
„Ja, Sir.“
„Ich möchte, dass du genau die Oberfläche des Habitats kontrollierst und die Daten direkt an das Landungsboot übermittelst. Falls sich in unserer Nähe eine Pore öffnen sollte, müssen wir bereit sein, sofort zu reagieren.“
„Ich verstehe Sir.“
Schließlich erreichten wir die Oberfläche der Halbkugel und ich bemühte mich, den Abstand zum Habitat möglichst konstant zu halten.
„Lucius.“
„Ja Jessica?“
„Sag mal, was glaubst du, werden wir wohl im Artefakt finden?“
Darüber konnte man nur spekulieren. Aber irgendwie spürte ich, dass ich die Antwort auf diese Frage schon in mir trug: Ich versuchte, tief genug in mich hineinzusehen, um die Geheimnisse zu entdecken, die mein eigenes Ich vor mir verbarg. Schließlich, als ich die Barriere durchbrochen hatte, antwortete ich ihr und ich sagte...
„... die Wahrheit.“
Das schien ihr als Antwort zu genügen, denn sie wusste – wenn auch nur unterbewusst -, dass ich Recht hatte.
Nach drei Stunden Wartezeit formierte sich endlich eine Pore. Wir hatten es nicht riskieren können, in einen Eingang einzufliegen, der schon lange geöffnet gewesen war: Der Tunnel hätte sich während unseres Durchfluges plötzlich zusammenziehen können. Als die KI das Signal gab, brachte ich das Landungsboot sofort auf Kurs. Als wir der Pore im freien Fall entgegenstürzten, führte ich noch schnell eine Messung durch, um die Ausdehnung der Öffnung zu bestimmen. Die Pore hatte einen Durchmesser von knapp 73 Metern. Das würde reichen, um das Schiff sicher hindurchzumanövrieren. Um auf unerwartete Situationen reagieren zu können, beschränkte ich mich auf eine sehr niedrige Geschwindigkeit von gerade mal 20 Metern pro Sekunde. Nachdem wir in die Pore eingedrungen waren, durchflogen wir anscheinend einen mehrere Kilometer dicken Hüllenmantel. Die Pore, die sich durch das Material gegraben hatte, hatte an der Innenwand des Tunnels eine wabenförmige Struktur sichtbar gemacht. Vielleicht war das ja der Trick: Vielleicht handelte es sich bei der Hülle der Halbkugel nicht um ein solides Material, sondern vielmehr um eine Art Zellstruktur – selbstverständlich dachte ich dabei nicht an biologisches Gewebe. Es schien so, als hätte jemand versucht, die Funktionsweise von Organismen mit seiner Technologie nachzuempfinden – wir hatten viele Beispiele dafür gefunden, als wir das Artefakt untersucht hatten. Ich fand das alles sehr interessant, aber in diesem Moment machte ich mir mehr Sorgen, dass sich dieses Gebilde plötzlich wieder zusammenziehen könnte – denn noch war kein Ende des Tunnels in Sicht. Wir hatten die Poren zuvor lange beobachtet: Sie blieben mindestens für einige Minuten geöffnet. Dummerweise wusste ich nicht, wie viel Zeit wir wohl für die Durchquerung der Hülle brauchen würden. Ich erhöhte die Geschwindigkeit auf 35 Meter pro Sekunde. Es war selbstverständlich stockdunkel – die Scheinwerfer des Bootes waren hier die einzige Lichtquelle – vor uns klaffte eine unendliche Dunkelheit. Dann bemerkte ich auf einmal, dass am Ende des Tunnels vereinzelt Lichtquellen auftauchten. Es wurden immer mehr Lichter sichtbar und schließlich war es nicht mehr notwendig, die Scheinwerfer eingeschaltet zu lassen – wir schossen aus dem Tunnel heraus ... und landeten inmitten eines gigantischen Hohlraums.
Der Hohlraum war ganz offensichtlich so etwas wie eine Docking – Anlage ... eine Art Raumhafen. Es war überwältigend: Die Wände des Hohlraums waren übersäht mit technischen Vorrichtungen, deren Funktion ich bestenfalls hätte erraten können. Die Innenseite des Hohlraums hatte jedenfalls viel Ähnlichkeit mit der Oberfläche des unstrukturierten Gebildes an der Unterseite der Halbkugel. Moment! Haben Sie überhaupt eine Vorstellung davon, wie groß dieser Raumhafen war?! Sagen wir einfach mal, dass Iron Heart hier drinnen bestimmt 1000 mal Platz gefunden hätte. Selbst bei maximaler Geschwindigkeit hätten wir mit unserem Landungsboot über zehn Minuten gebraucht, um den Raumhafen zu durchqueren.
Auf der Suche nach einer Andockmöglichkeit steuerte ich das Schiff in einen Subkomplex, weil ich intuitiv erwartete, in seinem Inneren fündig zu werden. Der Subkomplex war einer von Tausenden an der Innenwand des Raumdocks: Er hatte die Form eines Zylinders, der den Eindruck erweckte, direkt mit der restlichen Struktur des Habitats verschmolzen zu sein. Der Komplex war zu beiden Seiten geöffnet – im Inneren des Komplexes wurde das Schiff in blaues Licht gehüllt, dass einer großen Anzahl von näherungsweise linienförmigen Lichtquellen entsprang, die über die Innenseite des Komplexes verteilt waren. Dann musste ich aber feststellen, dass ich nirgendwo so etwas wie eine Andockschleuse ausmachen konnte. Ich wusste mit dieser Technologie einfach nichts anzufangen.
„KI.“
„Ja, Sir.“
„Überprüfe bitte die Sensordaten – kannst du die vermutliche Lage ihres Kommandozentrums ausmachen?“
„Lucy, was hast du vor?“
„Wenn wir hier irgendwo Antworten finden werden, dann auf ihrem Äquivalent einer Brücke.“
„KI?“
„Ja, Sir, ich habe die Daten verifiziert.“
„Gut. Und?“
„Sir, ich denke... .“
Noch bevor die KI den Satz zu Ende sprechen konnte, wurde ich von Licht eingehüllt. Für einen Moment fühlte ich mich zeitlos. Ich kann nicht sagen, ob es nur einen Moment oder eine Ewigkeit dauerte. Schließlich verschwand das Licht wieder und ich befand mich an einem anderen Ort – zusammen mit Jessica und Will. Wir waren alle drei für einen Moment ohne Atem.
„Was ... was ist passiert?“
„Sir, ich denke sie haben das Transportsystem aktiviert, Sir.“
Transportsystem...
„Du meinst – Teleportation?“
„Das ist zu vermuten, Sir. Es sei denn sie kennen eine andere Möglichkeit, jemanden verschwinden und dann 32 Kilometer entfernt wieder woanders auftauchen zu lassen ..., Sir.“
Manchmal glaubte ich, dass diese verdammte KI mehr Persönlichkeit besaß als sie selber bereit gewesen wäre zuzugeben. Vielen Dank KI! Ich weiß, dass ich blöd bin!
Der Subkomplex war anscheinend eine Art Musterscanner gewesen: Ich wette die Anlage hat irgendwie unsere Molekularstruktur analysiert und dann die Teleportation eingeleitet.
„Wir sind aber immer noch im Inneren dieser Struktur, ja?“
„Ja, Sir.“
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