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#moo3planet

Der Fall eines Imperiums (Seite 6)

Kaum war der Befehl an alle durchgegeben, zerstreute sich auch schon die Flotte und nutzte so gut es ging die feindlichen Schiffe als Deckmantel, während man weiterhin auf jene Schiffe feuerte, die man nicht für einen solchen Zweck gebrauchte. Ein paar der Schiffe jedoch konzentrierten ihr Feuer auf die gefährlichen Feindkreuzer und überluden deren Schutzschilde, sodass die Jäger deren Waffensysteme zerstören konnten.
Gerade als man meinte die Schlacht noch wenden zu können, traten zwei feindliche Fregatten aus der Formation aus und steuerten auf einen terranischen Kreuzer zu: die Nebiros.
Man war derart auf den Kampf fixiert, dass wohl kaum einen die zwei Fregatten auffielen. Erst die Nebiros merkte, was sich ihr eigentlich näherte und es gelang ihr eine der Beiden zu zerstören, doch war es zu spät auch noch die zweite zu vernichten. Trotz eines Notausweichmanövers wurde der Kreuzer seitlich gerammt und von dem Feuerball, der sich bei der Explosion der Fregatte bildete, eingehüllt.
Es waren Schrecksekunden für alle, die dies beobachteten und darauf warteten, dass die Explosion endete und man sah welche Schäden der Kreuzer davon getragen hatte.
Was sich ihnen bot war ein Bild des Grauens. Gut die Hälfte der rechten Flanke war aufgerissen, Trümmer wirbelten zusammen mit diversen Einrichtungen durch die Reihen. So mancher Jäger konnte nur mit Glück einer Kollision entkommen. Viel schlimmer aber waren die Leichen die durchs all trieben. Man sah Gesichter von Leuten die man gut kannte, wo möglich waren es auch Freunde einiger Crewmitglieder der andren Schiffe. Trotz der immensen Schäden aber war sie nicht völlig zerstört und der vordere Teil trieb nun, zusammen mit den restlichen Überlebenden durchs All, darauf wartend, dass man sie irgendwann retten würde.

„Admiral, Waffensystem aller gegnerischen Kreuzer wurden ausgeschalten.“
„Sehr gut Leutnant.. geben sie den Befehl an alle Kreuzer der beiden Verbände weiter.. wir verlassen nun die Deckung und feuern gemeinsam auf dieses Ringschiff. So gut geschützt kann es gar nicht sein, dass es so einem Angriff widerstehen kann.“
„Jawohl Sir.“ Der Leutnant nickte und wandte sich dem Kom-Pult zu um den Befehl weiterzugeben, doch noch bevor er dazu kam, tauchte das Gesicht Admiral Ortens auf.
„N’Abend die Herren.. störe ich?“ Admiral van Heyden konnte gut erkennen, dass Orten ihm in Zivilkleidung gegenübertrat.
„Wo zum Teufel waren sie Admiral Orten? Wir führen hier eine Schlacht vor ihrer Nase und sie rühren keinen Finger!“
„Nun Sir.. wie ich sehe machen sie ihre Aufgabe ganz gut alleine, da dachte ich mir doch einfach: wer den Krieg anzettelt, der soll ihn auch führen.“
Van Heyden lehnte sich in seinem Stuhl etwas nach vorne. Seine Wangen zeigten schon einen Hauch von Zornesröte und auch sein Tonfall klang nicht sonderlich erfreut über Ortens Worte. „Sind sie noch bei Sinnen.. dafür kommen sie vors Kriegsgericht.. verdammt noch mal John, wieso machen sie so was? Hier starben tausende tapfre Männer umsonst.. wären sie gewesen, die Schlacht wäre längst entschieden!“
John selbst wurde mit einem Male auch emotionell, eine Seite die man äußerst selten an ihm sah.
„Jetzt hören sie mir mal zu, van Heyden. Mag sein, dass hier Tausende starben, aber kein einziger wäre gestorben, hätten sie den Krieg nicht begonnen! Bevor sie hier noch anfange irgendwelche Fragen zu stellen auf die ich ehrlich gesagt nicht mal Lust habe zu antworten: Ja ich hab verraten wo unser Heimatsystem liegt und ja ich habe mich absichtlich aus der Schlacht herausgehalten und jeder hier auf dem Mars steht hinter mir, SIR!
Diese kleine Überraschung, das ringförmige Schiff, gehört übrigens den Mecklars, eine Art cybernetisches Volk. Es ist eine Art Tauschhandel mit den Sakkra gewesen und wenn ich ehrlich sein soll: diese Mecklars verstehen mehr von wahrer Menschlichkeit, als sie es tun und es sind nur verdammte Roboter!
Ach und bevor sie denken, sie können ihre kleine Schlacht hier fortsetzen: die Waffen der Marsflotte sind auf ihre Schiffe ausgerichtet und wir werden nicht zögern zu feuern, nicht wenn wir damit verhindern können, dass dieses endlose Schlachten ein Ende hat.
John Orten, Ende.“
„Dieser verdammte.. aarg!“ Van Heyden nahm den erstbesten Gegenstand den er erwischen konnte (es handelte sich dabei, zu seinem Bedauern nur um ein zusammengeknülltes Stück Papier) und warf es Richtung Kom-Pult.
„Leutnant.. geben sie den Befehl durch, dass alle endlich auf dieses verdammte Ringschiff schießen werden. Ich lasse mir von einem durchgedrehten Marsbewohner sicher keine Befehle erteilen!“
„Aber Sir.. was ist, wenn er seine Drohung wahrmacht? Eine Zweifronten-Schlacht können wir nicht gewinnen, vor allem da er wohl direkt auf unsere wichtigsten Schiffe zielt. Innerhalb einiger Minuten wären wir...“
„Sie sollen nicht denken Leutnant.. führen sie meinen Befehl durch!“
„Aye Sir.“ Kaum war der Befehl durchgegeben, schoben sich die Kreuzer auch schon in die richtige Feuerposition um mit einem einzigen, gemeinsamen Angriff, das Ringschiff zu vernichten.
„Sir.. die Waffen der Cyona laden sich auf..“ Dem Leutnant war das Unbehagen direkt ins Gesicht geschrieben.
„Ach was.. der blufft nur, sobald alle in Position sind, den Feuerbefehl durchgeben.“ Wieder gab der Leutnant den Befehl, wenn auch mit sichtlichem Widerwillen, durch, doch es sollte nie mehr zu deren Durchführung kommen, denn mit einem Male wurden die Scheiben der Brücke in grelles Rot gehüllt und gleich darauf ging ein gewaltiger Ruck durch das ganze Schiff. Einige Apparaturen überhitzten und sofort verteilten sich mehrere kleinere Feuer innerhalb des ganzen Schiffs.
„Beidrehen.. vergessen sie das Ringschiff, ich will, dass sie diesen verdammten Verräter aus dem Weltall pusten.“
Der Leutnant holte tief Luft und fasste wohl all seinen Mut zusammen.
„Nein Sir.“
Die Antwort rief sichtliche Verwirrung in van Heydens Gesicht hervor.
„Sir, wenn ich anmerken dürfte: Noch bevor wir die Cyona angreifen, zerlegt sie uns in ihre Einzelteile. Ich denke es wäre Zeit über eine Kapitulation nachzudenken, Sir.“ Geradezu entschuldigend blickte er den Admiral an, der wohl noch immer nicht fassen konnte, dass die Crew seine Befehle verweigerte, aber sie hatte Recht. Weder gab es ein Vor, noch ein Zurück.. sie hatten verloren.

Admiral van Heyden zog sich sichtlich geknickt in sein Quartier zurück. Er wollte in den nächsten Stunden nicht gestört werden und übergab das Kommando dem Leutnant. Irgendwie konnte er noch immer nicht glauben was geschehen war. Seid über 40 Jahren war er im Militärdienst, durfte mit ansehen wie Macht und Einfluss der menschlichen Rasse im All beträchtlich gestiegen war. Was für einen Sinn hatte das Leben jetzt noch, wenn alles wofür man lebte, womit man sich identifizierte vorbei war?
Mit zittriger Hand zog er die kleine Lade an seinem Schreibtisch auf und schloss die Augen.
Sekunden später meldete der Schiffscomputer eine unerwartete Energieentladung.
Admiral Lukas van Heyden hatte die letzte Schlacht seines Lebens geschlagen.

Auf der NSS Yukon befohl Admiral Cherkova den Rückzug der Angriffsflotte die ins Heimatsystem der Sakkra unterwegs war. Es hatte keinen Sinn mehr, jetzt galt es nur noch die Überlebenden der Schlacht zu bergen. Sofort starteten einige Rettungs- und Reparaturschiffe um die schlimmsten Schäden auszubessern und die schwer Verwundeten zu versorgen.
Entgegen der Erwartungen vieler gelang es sogar die Nebiros zu bergen. Von den etwa 250 Mann hatten immerhin 87 den Rammangriff der Sakkra-Fregatte überlebt und kamen wohlbehalten nach Hause.

John Orten blickte nachdenklich auf den Bildschirm. Er sah wie man sich langsam zurückzog, wie die Schäden gerichtet wurde. Alles in allem waren die Verluste auf Seiten der Menschen geringer als erwartet. Sicher es waren Tausende gestorben, aber hatte er nicht mindestens genau so vielen das Leben gerettet? Sein Lebtag lang würde er sich nie sicher sein, ob die Entscheidung die richtige war, aber gab es überhaupt eine einzige, ultimative, richtige Entscheidung, oder nur eine Ansammlung an mehreren unterschiedlich falschen?
Seine Hand wanderte zu dem kleinen Büchlein, welches vor ihm auf dem Schreibtisch lag. Ein kurzes Lächeln huschte über seine Lippen. Es war ein Geschenk seines Vaters, als er damals beim Militär anfing. Sein Vater.. hätte er auch so gehandelt? Oder tat er nun genau das um endlich mal eine Entscheidung zu treffen, die sein Vater nicht gewählt hätte?
Er blätterte wahllos durch das Buch, bis er auf einer Seite stehen blieb. Es waren „Lebensweißheiten“ seines Vaters. Ein paar Sätze waren ganz nett, das meiste jedoch unnötiger Müll, aber trotzdem mochte er das Geschenk. Einer der Sätze auf dieser Seite stach ihm ins Auge:

„Sah man den Mars am Himmel, so deutete man dies als Zeichen eines kommenden Krieges.“
Geschichtliches war nicht gerade die Stärke seines Vaters, aber dieser Satz stammte auch nicht von ihm, sondern von einer gewissen Nadja Schneider. Es stimmte wohl.. der Mars war irgendwie immer in einen Krieg verwickelt, meistens mehr als man zunächst annahm.
John klappte das Buch zu und legte es wieder auf seinen Schreibtisch. Leise murmelte er vor sich her. „Nun Ms. Schneider.. doch heute hat der Mars einen Krieg beendet und soll nie wieder in einen verwickelt werden.“

Zwei Tage nach dieser schicksalsträchtigen Schlacht im Sol-System wurde der Krieg offiziell für beendet erklärt. Die Sakkra stationierten ein starkes Besatzungsheer auf der Erde. Der Orion-Senat hatte über den Kopf der Menschen hinweg entschieden, dass man nie wieder das Risiko einer Bedrohung durch das Volk der Menschen eingehen wollte. Die restlichen besiedelten Planeten der Terraner wurden von mehreren Kontrollorganen ständig überwachten, außerdem war der oberste Herrscher ein Außerirdischer, zumeist ein Sakkra (manche Planeten wurden aber auch unter die klackonische Schirmherrschaft gestellt). Was den Mars anging.. man rechnete Ortens Courage hoch an und entschloss sich dazu, ihm und all den Bewohnern des Planeten die uneingeschränkte Freiheit zu schenken.

Kapitel 11 – Ein neuer Anfang?


2117, Sol-System
Moskau, Erde

Kurz nach der Besetzung durch die Sakkrasoldaten begann eine Zweiteilung der Erdbevölkerung. Einerseits gab es die Besetzer, allesamt Sakkra und einige wenige Klackons, sowie einige wenige Menschen die ihren gesamten Stolz und ihre Würde einfach vergaßen und sich so untertänig wie möglich verhielten. Manche davon erhielten die Chance als Diener, Bote, oder Übersetzer zu arbeiten und genoss ein relativ unbeschwertes Leben. Dafür aber wurden diese Menschen von den restlichen Erdenbewohnern verabscheut.
Die andere und weitaus größere Bevölkerungsschicht akzeptierte zwar die Besatzung (was blieb ihnen auch anderes übrig), zeigte aber nicht den gewünschten Respekt den neuen „Herrschern“ gegenüber und lebte deshalb großteils in bitterster Armut. Ihre Grundbedürfnisse wurden zwar gestillt, aber jegliche Luxusgüter gingen an die Besatzungssoldaten. Man beförderte die Menschen geradezu wieder in die Steinzeit.
Große Teile der Bevölkerung verdingte sich in der Landwirtschaft, damit überhaupt genug Nahrung zustande kam. Fortschrittliche Lebensmittelproduktionen (die großteils auf Gentechnik und Chemie basierten) wurden verboten und auch viele andere fortschrittlichen Technologien belegte man bei Nutzung mit der Todesstrafe.
All jene Dinge waren einzig und allein den Besetzern zugänglich.

Eines Tages jedoch sollte sich alles schlagartig ändern.
„Zurück in die Reihe. Du bekommst dein Fresspaket schon noch.“ Das schmierige Grinsen des Menschen, der als Übersetzer für die Sakkra fungierte, strahlte ihm entgegen.
Sergej wollte nur seinen üblichen Laib Brot, mehr nicht. Er hatte keine Lust sich wieder 2 Stunden bei bitterster Kälte anzustellen, nur um dann festzustellen, dass aus dem einen Laib der ihm normalerweise zustand, doch wieder nur ein halber wurde, da nicht genug vorhanden war.
Er trat noch einen Schritt Richtung Essensausgabe vor. „Ich nehm mir nur mein Brot, dann bin ich wieder weg.“ Abwehrend streckte er die Hände von seinem Körper, doch der andere stieß ihn unsanft zurück.
„Zurück in die Reihe. Nochmals sag ich’s nicht, sonst gibt es gar nichts für dich.“
Sergej warf ihm noch einen hasserfüllten Blick zu, eh er sich umwandte und zurück zur Warteschlange ging.
Nach einigen Schritte bückte er sich und hob einen faustgroßen Stein auf.
„Hey Arschloch..“
Der Übersetzer drehte sich in die Richtung aus der die Worte kamen, sah aber zu spät was auf ihn zugeflogen kam. Gerade als er die Hände schützend hochreißen wollte, traf ihn der Stein mit voller Wucht im Gesicht und er ging blutend zu Boden.
Jeder hatte gesehen wie er getroffen wurde und sofort griffen die Sakkrasoldaten zu den Waffen. Es war wohl ein zeitgleiches „Klick“ in den Köpfen der Menschen. Der ganze Hass und Frust der sich in ihnen aufbaute löste sich mit einem Male und sie stürzten sich auf die Besetzer.
Viele ließen ihr Leben, aber allein ihre schiere Überzahl reichte aus um alle niederzuringen und das Essenslager zu plündern.

Niemand wusste genau wer den Stein warf, aber wer auch immer es war, er war der Auslöser für einen Aufstand. Innerhalb von Tagen verbreitete sich die Nachricht wie ein Buschfeuer unter den Menschen. Immer mehr erhoben ihre Hände und widersetzen sich den Besetzern und schon bald gab es eine weltweite Revolution. Zwar waren es nur unorganisierte Scharmützel, aber es war immerhin ein Anfang.

Knapp ein Monat später, im Moskauer U-Bahn Netz:

Drei Gestalten lungerten an der in Schatten gehüllten Ecke und etwas weiter hinter ihnen konnte man die Stimmen von noch einigen andren vernehmen, als sich langsam jemand näherte. Ab und an nur tauchte das Flackern der defekten Neonröhre das Tunnelsystem der U-Bahn in helles Licht.
Das Schienennetz wurde schon lange nicht mehr gebraucht, aber es war noch immer ein beliebter Treffpunkt für Leute die gerne unerkannt blieben.
Die einzelne Gestalt – es war dem Gang nach zu schließen eine Frau – hielt eine kleine Holzkiste in ihren Händen und reichte sie einem der drei Männer die in der Ecke lehnten.
„Alles drin?“ Die Stimme gehörte dem mittleren der Drei, einem etwas untersetzt wirkenden und noch recht jungen Mann. Er hob den Deckel leicht an und lugte hinein. Sichtlich zufrieden nickte er und legte eine Hand auf ihre Schulter.
„Dank dir Nadja..“. Er reichte die Kiste an den Mann links von ihm und rief die andren, welche sich weiter hinten aufhielten, mit einem leisen Pfiff zu sich. Es waren Männer und Frauen, jung und alt.. äußerlich schien sie nichts zu verbinden, aber der Gedanken an die Freiheit brachte sie zusammen.
Die Kiste wurde geöffnet und man verteilte deren brisanten Inhalt. Es waren mehrere Schusswaffen, die man über Wochen hinweg zusammengestohlen hatte.
„Nadja, von wo wird der Transporter starten?“
„Folgt mir am besten“. Sie winkte die anderen mit sich und zusammen eilten sie durch das U-Bahn Netz.
„Wenn ich mich nicht irre müssten wir hier genau unter dem roten Platz sein.“ Sie deutete mit der Energiepistole auf eine kleine, verwahrlost wirkende Stiege.
„Gut dann.. Ivan und Gregor.. ihr bleibt hinten und passt auf, dass uns niemand in den Rücken fällt. Der Rest folgt mir leise.“
Zusammen schlichen sie die Stufen nach oben, bis sie einen Blick ins Freie erhaschen konnten.
Der Eingang zur U-Bahn lag mitten auf dem Roten Platz. Nur unweit davon, etwa 100 Meter entfernt stand ein kleiner Frachter. Davor hielten 2 bewaffnete Sakkra Wache und achteten drauf, dass die Menschentraube sich langsam ins Innere begab.
Nadja deutete nach vorne. „Deshalb sind wir hier.. sie dürften wohl bald ablegen und die Gefangenen auf irgendeinen Sklavenplaneten bringen.“
Der junge untersetzt wirkende Mann sah zu den restlichen Leuten die ihm gefolgt waren. „Alle bereit? Dann los!“
Mit vorgehaltener Waffe stürmten sie alle auf den Frachter zu. Dank des Überraschungsmoments dauerte es nur ein paar Sekunden und die Wachmannschaft lag tot am Boden.
Anfangs blickten die Gefangenen ihre Retter unschlüssig an, doch als diese dann ihre Waffen senkten fingen sie laut zu jubeln an. Einer von den Gefangenen trat auf den jungen Mann zu.
„Danke.. danke.. ich kann euch gar nicht genug danken Herr..“
„Nennt mich nicht so.. ihr hättet das gleiche für uns auch getan.“ Er schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln.
„Aber.. wer seid ihr eigentlich, dass ihr uns gerettet habt? Hat eure Gruppe einen Namen?“
„Namen hm.. bis jetzt kamen wir nicht einmal auf die Idee uns einen Namen zu geben. Braucht die Revolution überhaupt so etwas?“ Sein Blick fiel auf den Jackenärmel der ehemaligen Gefangenen. Er klopfte den Staub der sich darauf angesammelt hatte ab und blickte auf das eingestickte Emblem. Es stellte eine kleine Rakete dar und dahinter glänzten ein paar Sterne. Darüber war ein Schriftzug eingenäht.
„Unity.. ab sofort nennen wir uns Unity.“ Ein leichtes Glänzen lag in seinen Augen, als er den Namen aussprach.
Die Frau deutete auf eine Statue rechts von ihm. „Sehen sie ihn sich an.. eines Tages werden sie genau so berühmt sein wie Lenin. Er brachte den Neuanfang und auch sie schaffen es, da bin ich mir sicher.“ Sie lächelte ihm sanftmütig zu.
Gerade als er sich umwenden wollte, zog sie noch mal kurz an seinem Mantel.
„Ach.. wie ist eigentlich ihr Name. Ich möchte doch wissen wem ich gedenken soll in diesen Tagen. Immerhin wird man nicht jeden Tag gerettet.“

Er wandte sich nicht mehr zu ihr um, sondern kehrte langsam zu seiner Gruppe zurück. Nur leise hörte sie noch seine Stimme.
„Sergej, Madame. Sergej Treschniev.. und gedenken sie nicht mir, sondern dem lieben Gott und tun sie selbst so viel sie können, damit wir bald wieder alle in Freiheit leben können.

Manchmal scheint es so als würde Gott sich ein Spiel mit uns erlauben. Namen, Gesichter und die damit verbundenen Heldentaten.. manches Mal scheinen sich längst vergessen geglaubte Geschichten zu wiederholen, ohne das man selbst Einfluss darauf hätte.

Es war die erste organisierte Revolutionsgruppe und schon bald würden weitere folgen. Vielleicht war es der Weg in einen neuen Anfang...

ENDE

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