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Der Fall eines Imperiums von Christian
Prolog
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Schwarze Rauchwolken verdeckten die Sonne und ließen so gut wie kein Licht durch um die Umgebung zu erhellen. Das Atmen fiel einem schwer und die Luft selbst schmeckte geradezu widerlich, sodass man es am liebsten vermieden hätte überhaupt seinen Mund aufzumachen und den lebensnotwendigen Sauerstoff in sich aufzunehmen.
Immer wieder drang ein kurzes Leuchten durch die Rauchschwaden, ein deutliches Anzeichen, dass dahinter die Kämpfe noch immer unerbittert tobten.
Zwei komplett eingemummte Gestalten huschten durch die trostlosen der Ruinen der einstmaligen Weltmetropole. Die Explosionen und die dadurch verursachten Mini-Beben merkten die zwei schon gar nicht mehr. Tag für Tag erlebten sie es, waren auf der Flucht vor den Besatzungssoldaten und den Kampfrobotern. Unerbittlich durchkämmten die stählernen Kolosse die Straßen und töteten jeden der Rebellen, der es wagte auch nur einen Hauch von Widerstand zu zeigen.
Den zwei Gestalten, war aber all dies in jenem Moment völlig egal, denn sie fanden eine heruntergekommene Hütte, die genug Schutz für die nächsten Stunden bieten sollte und verstecken sich dort.
„Kalt heute Susan..“ Jergan rieb angestrengt beide Hände aneinander, während sich sein Blick über das Mobiliar tastete.
„Es ist November.. was erwartest du?“ Sie holte eine kleine Papiertüte hervor und nahm ein kleines Stück Brot heraus. Viel war es nicht was sie zu essen hatten, aber es würde reichen. In den Zeiten der Revolution war man über alles froh was man zwischen seine Finger bekam.
Jergan indes stöberte inzwischen in den einzelnen Schränken, eh er ein kleines verstaubtes Notizbuch hervorzog. Er klopfte es ab und besah sich den Titel näher.
„Hm.. schau was ich hier gefunden hab. Notizen von einem gewissen „S. T.““
Susan verdrehte leicht die Augen. „Und was ist so toll an irgendwelchen alten, verstaubten Notizen eines gewissen Herren T.?“
„Na der Titel: „Die Revolution – Eine Geschichte über das Wie und Warum“.. scheinen mir Geschichtsaufzeichnungen oder so was ähnliches.“ Neugierig blätterte er sich durch Buch.
„Dann musst du es ziemlich alt sein.. soviel ich weiß gibt es diese Revolutionsbewegung schon seid etwa 80 Jahren, aber die Gründe.. ließ am besten mal was vor, wir haben ja sowieso nichts vor.“ Mit sichtlichem gequälten Gesichtsausdruck versuchte sie ein trockenes, hartes Stück Brot runter zu würgen.
Jergan nickte und setzte sich zu ihr. „Laut dem Verfasser stimmt das meiste.. nur bei Gesprächen und anderen Kleinigkeiten, bei denen er nicht wusste wie sie genau abliefen nahm er sich das Recht heraus, etwas erfinderisch zu sein.“
Er zuckte kurz mit der Schulter und fing dann an die Geschichte zu erzählen:
Kapitel 1 - Griff nach den Sterne
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Jahr 2043, Sol-System
Erde
Hocherhobenen Hauptes und mit stolzerfülltem Blickes starrten die knapp 80 Mitarbeiter des Projektes „Unity“ auf ihr endlich vollendetes Werk: das Siedlungsraumschiff „Lenin“
„Kommandant Treschniev? Können wir nun endlich starten?“, fragte der kleine und gedrungen wirkende spanische Techniker, den Vorsitzenden der Raumfahrtsbehörde WSA.
Treschniev nickte nur und begab sich hinter die Schutzvorrichtung. Gut 20 Jahre hatten sie damit verbracht und nun endlich sollte sein Traum Wirklichkeit werden. Er war es, der damals den Mut aufbrachte ein solches Konzept für ein Raumschiff zu entwerfen, eines das in der Lage sein sollte andere Planeten zu bereisen. Er war es, der zahlreiche Wissenschaftler aus aller Welt einte und zu einer weltweit agierenden Forschungseinrichtung zusammenschloss.
„3, 2, 1 Zero...“ Ein gleißendes Licht umhüllte die Forschungsanstalt, „Lenin“ hatte seinen Ionenantrieb gezündet.
Lenin.. Treschniev war es auch, der für die Namensgebung zuständig war.. eine Anlehnung an jenen großen Mann, der vor über 100 Jahren eine Revolution ins Leben rief, eine Revolution die die Welt verändern sollte und auch hier schien sich ein weltverändertes Ereignis anzubahnen.
Langsam hob das Siedlungsraumschiff ab, schob sich immer weiter gen Himmel, durchstieß die Wolken. Schlussendlich verlor man es aus den Augen und es war geschafft: „Projekt Unity“ konnte beginnen!
Ein ohrenbetäubendes Jubeln brach unter den Zusehern aus. Viele der Mitarbeiter hatten ihr ganzes Leben in diese Sache investiert. Wäre dieser Start gescheitert.. wer konnte schon sagen, was dann passiert wäre? Jahrelang musste man um Geldmittel kämpfen, sich die Kritiken der Medien und anderer angeblich „schlauer“ Leute anhören, doch all dies sollte von heute an vergessen sein.
Ivan Treschniev rückte seine Krawatte zurecht und erstmals zeigte sich so etwas wie ein Lächeln in dem sonst so eisernen Gesicht. Ruhigen Schrittes kehrte er ins innere der Forschungseinrichtung zurück und begab sich zum Kom-Pult.
„Hier spricht Ivan Treschniev! Lenin, hören sie mich?“
„John Orten, Commander der Lenin. Sire, das Ding ist ruhig wie n schlafendes Baby. Projekt Unity wird ein voller Erfolg!“
Ivan konnte Com. Orten nicht leiden.. dass ausgerechnet ein Amerikaner die Befehle innerhalb seines Lebenswerk geben musste.. aber was konnte er schon ausrichten? Die Vereinigten Staaten Nord und Südamerikas (die große Zusammenlegung aller amerikanischer Staaten fand etwa 2031 statt) boten die meisten Geldmittel auf und es blieb ihm nichts anderes übrig als ihnen gegenüber gewisse Zugeständnisse zu machen.
„Schlafendes Baby.. Commander, sie drücken sich wie immer sehr gekonnt aus. Geben sie mir lieber Captain Schneider.“
Kaum hatte er ihm diesen Befehl erteilt, tauchte auch schon die junge blonde Navigatorin der Lenin auf dem Bildschirm auf.
„Kommandant?“
„Captain.. sie wissen hoffentlich was zu tun gilt. Ihre Reise wird sie gut 4 Jahre in Anspruch nehmen, nicht immer wird es uns möglich sein Kontakt mit ihnen aufzunehmen, aber letzten Endes will ich ein „Ziel erreicht!“ von ihnen hören. Haben wir uns verstanden?“
Nadja Schneider blieb trotz seines etwas harschen Tons ruhig, sie kannte den Kommandanten schon seid ihrer Geburt (ihre Mutter arbeitete als Forschungsassistentin Treschnievs an dem Projekt, starb aber bei einem unglücklichen Unfall) und wusste das hinter dem unfreundlichen, dicken Fell, so was wie ein Mensch steckte.
„Jawohl Sire.“
„Ich will’s hoffen.. und wenn sie es nicht schon für mich machen, dann für Österreich-Deutschland (Zusammenlegung fand 2015 statt. Anfangs fürchtete man einen dritten Weltkrieg, da die „Teufelsnationen“ wieder vereint wären, doch konnte man bald alle beruhigen und seitdem zählt das Land zu einem der wichtigsten der „Vereinten europäischen Länder“). Ihre Mutter wäre stolz auf sie.. und das wissen sie.“
Kommandant Treschniev wollte sich gerade vom Pult wegdrehen, als er in der Bewegung innehielt.
„Ach und.. passen sie mir auf diesen Amerikaner auf! Treschniev Ende.“
Nadja schaltete das Kom-Pult ab und widmete sich wieder ihren Sternenkarten. Man hatte schon auf der Erde einen fixen Kurz zu jenem Fixstern, den sie in knapp 4 Jahren erreichen sollten, festgelegt.
4 Jahre.. für ein Ziel, bei dem man nicht einmal sicher sein konnte, dass er auch wirklich bewohnbar war. Schnell notierte sie sich die wichtigsten Koordinaten für ihren Flug und tippte diese in den Steuercomputer ein.
„Kurs gesetzt Sire! Dann zeigen wir den Außerirdischen da draußen mal, was wir drauf haben.“
Commander Orten lächelte nur milde ob ihrer Worte. „Nadja.. da draußen gibt es niemanden. Die Menschen sind und bleiben die einzig gottgewollte Rasse.“
Kaum verließ das letzte Wort seinen Mund, durchfuhr die Lenin ein gewaltiger Ruck, so als würde das Schiff selbst über Ortens Worte lachen.. gar spotten, doch war es nur der Ionenantrieb der das Schiff beschleunigte und ihrem Ziel näherbrachte.
Kapitel 2 – Besiedelung einer neuen Heimat
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2048, Milten-System
Trevon
5 Jahre waren vergangen, Jahre des Hoffens, des Bangens, doch schlussendlich erreichte man das Ziel: Trevon, ein Klasse M Planet, der Erde nicht unähnlich.
Monoton hallte die Computerstimme durch die Gänge der Lenin: „Bereitmachen zur Landung, bereitmachen zur Landung. Planet Trevon wird in einer Minuten und 20 Sekunden erreicht werden.“
Hektisch rannte die Besatzungsmitglieder umher auf der Suche nach ihren Plätzen um sich anschnallen zu können. Deutliche Erleichterung zeichnete sich in ihren Gesichtern ab, denn endlich war die große Reise vorbei. Das Schiff wurde immer unruhiger als sie zur Landung ansetzen und so manche Nägel krallten sich in die Armlehne. Kaum einer wagte es in den letzten Sekunden zu atmen, könnte doch noch etwas im aller letzten Moment schief gehen.
Draußen, wurden Milliarden Staubkörner aufgewirbelt, hüllten den Koloss der Lenin ein. Weder Commander Orten, noch sonst wer konnte jetzt sehen was draußen geschah, jetzt hieß es nur noch warten.
„Landung erfolgreich. Planet Trevon erreicht.“ Wieder die ruhige, emotionslose Stimme des Bordcomputers. Fast zeitgleich ging ein Gefühl der Erleichterung durch die Reihen der Besatzungsmitglieder, Schiffsarzt Leif Ivsen murmelte sogar ein Dankesgebet als die Lenin endlich am Boden aufsetze.
„Außentemperatur 26° Celsius. Sauerstoffgehalt 31%, 68% Kohlenstoff, restlichen 1% können nicht festgestellt werden. Leben auf dem Planeten ist möglich.“
Mit diesem Satz endete die Atmosphärenanalyse des Planeten und die Tore des Laderaums öffneten sich. Computergesteuerte Fahrzeuge verließen die Lenin und machten sich daran einen passenden Platz für ein erstes, provisorisches Camp zu finden.
„Verdammte Computer.. hab ich denen gesagt, sie sollen schon anfangen? Seid wann darf nicht der Kommandant des Schiffes als erstes den Planeten betreten?“ Mit bedauerndem Kopfschütteln, erhob sich Commander Orten aus seinem Stuhl, zog die weiße Raumfahrtsjacke aus und ging Richtung Schleuse.
Kurz nachdem der Scanner seinen Fingerabdruck geprüft hatte, öffnete sie sich und die warme Luft Trevons durchströmte die Gänge der Lenin.
„Captain Schneider.. suchen sie unsren Geologen Blackmoore.. ach und nehmen sie Ivsen auch mit. Ich möchte wissen welche Rohstoffe es hier in der Nähe gibt, wir werden wohl bald mit dem Bau unsres Camps beginnen.. und Ivsen.. na ja der soll einfach machen was er immer macht. Blumen schnüffeln und sagen ob man die Dinger essen kann.“ Mit diesen Worten verließ er das Siedlungsraumschiff und betrat als erstes menschliche Wesen die Planetenoberfläche.
„Jawohl Sir“ presste sie hervor. Sie hasste diesen arroganten Kerl.. aber was konnte sie machen, Kommandant war Kommandant und irgendeinen Grund würde es schon geben, dass er den Posten bekam auch wenn sie diesen Grund bis jetzt noch nicht gefunden hatte.
Sie trat an das Kom-Pult: „Dr. Ivsen, Dr. Blackmoore.. wäre nett wenn ich sie in fünf Minuten an der Schleuse sehen könnte.“
10 Minuten später befanden sich die drei schon auf einem der umliegenden Hügel und ließen ihren Blick über die Landschaft schweifen. Commander Orten, gönnte sich, wie nicht anders erwartet ein kleines Sonnenbad am Fuß des Hügels, aber sonst bot sich ihnen ein berauschender Anblick.
Die Hügel, Wiesen.. einfach alles schien in kräftigere, lebendigere Farben gehüllt zu sein, als sie es von der Erde in Erinnerung hatten. Laut Dr. Ivsen lag es am höheren Sauerstoffgehalt, aber Nadja konnte es nicht so recht glauben, eher vermutete sie, dass es einfach zu lange her war, echte Erde unter ihren Füßen zu spüren.
Sie zog einen kleinen Stift hervor und fertigte eine erste, grobe Karte der Gegend an. Eine kleine Hilfe, sollten sie sich später orientieren müssen.
„Hm.. hm interessant. Wie mir scheint hat sich die Pflanzenwelt recht ähnlich wie auf der Erde entwickelt.. ich muss zwar noch einige Proben nehmen, aber auch wenn sie nicht ganz gleich wie die mir bekannten Pflanzen erscheinen, so dürften sie doch recht ähnlich sein.. vielleicht kann ich mir ja bald wieder einen richtigen Kräutertee machen.. nicht diese synthetischen.“ Mit einem kindlich wirkenden Grinsen kehrte er auf die Lenin zurück um die Proben gleich in seinem Labor zu analysieren.
„Komischer Kauz, dieser Ivsen, aber das liegt wohl an den Temperaturen, so was verträgt ein Skandinavier halt nicht.“ Blackmoore bohrte gerade eine kleine Sonde ins Erdinnere um die Gesteinsschichten zu analysieren. „Captain, ich lass die hier stehen.. wenn sie piept, keine Sorge.. summt das Ding.. keine Sorge, das sammelt einfach nur Daten. Ich sehe mich inzwischen noch weiter um.“
Nadja nickte nur, während sie weiter ihre Karte vervollständigte. Sie müssten so bald wie möglich wieder mit der Erde Kontakt aufnehmen, denn schon seid Wochen schien der Funk nicht mehr zu gehen, die Entfernung war wohl doch zu groß geworden, aber dafür hatten sie ja genug Verstärker und mobile Stromgeneratoren mitbekommen, dass sie in kürzester Zeit ein besseres Funknetz aufbauen konnten.
Einige Tage sind inzwischen vergangen. Orten hatte den Bau eines kleinen Camps am Fuß des Hügels, an dem er sich gesonnt hatte, befohlen. Zusätzlich wurde eine Kom-Station errichtet um wieder mit der Erde in Kontakt treten zu können. Blackmoores Proben ergaben, dass hier in der Gegend genug Eisengehalt vorhanden wäre um zumindest eine notdürftige Industrie aufzubauen, später aber müsste man, wollte man den Planeten wirklich besiedeln (und das war ja im Sinne aller) einen besseren Platz suchen. Was Ivsen anging.. nun ja, der hatte seinen Kräutertee und der allein reichte um ihn tagelang in seinem Labor ruhig zuhalten während er sich genauer mit der Flora Trevons beschäftigte.
„Hier spricht Commander Orten, Chef des Planeten Trevon.. Erde könnt ihr mich hören?“
Orten konnte ein deutliches Jubeln ausmachen, anscheinend war man durch die 3-wöchige Funkpause doch etwas verunsichert ob alles gut gehen würde, doch schlussendlich trat der alternde russische Kommandant ans Kom-Pult.
„Treschniev hier.. ah Commander, es freut mich doch noch mal von ihnen zu hören. Das mit dem „Chef“ will ich mal geflissentlich überhört haben. Trevon gehört nun zur WSA und ist momentan nichts anderes als ein Forschungsprojekt. SIE sollten ebenfalls an diesem Forschungsprojekt teilnehmen, denken sie immer daran!
Nun.. kommen wir zum Wesentlichen: aufgrund enormer Bemühungen im Bereich der Antriebstechnologie gelang es uns, den Ionenantrieb zu verbessern.. wir rechnen damit, dass in gut 3 Jahren die nächsten Schiffe bei euch eintreffen werden.
Ihr seid genug Leute, ich erwarte ein anständiges Forschungscamp samt kleinem Industriepark. Das Ziel ist es, innerhalb 20 Jahren dem Planeten eine anständige Infrastruktur zu verpassen.
Treschniev Ende.“
Orten blickte leicht genervt auf den nun schwarzen Bildschirm. Verdammter Russe.. hier auf Trevon war immer noch er der Befehlshabende und das war auch gut so.
Er kehrte zur restlichen Besatzung zurück und erteilte die dementsprechenden Befehle, denn wenn wirklich in 3 Jahren Besuch käme, wäre es notwendig, dass er etwas vorzuweisen hätte.
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