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Das blaue Flackern (Seite 3)
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„Hey...“, kam es von irgendwoher. „Hey, lebst du noch, Kumpel ?“, kam es wieder, mit einem Stoßer an meine Schulter. Langsam kam das Denken, und die Kopfschmerzen. „Was ?“, kam es von mir undeutlich.
„Es ist Mittag, Dan! “, kams von einer vertrauten Stimme. Ich riß meinen Kopf zur Quelle. Es waren Umriße. Ah, natürlich Hub. Was, Mittag ? Verdammt.
„Verdammt.“, kams von mir müde um meinen Gedanken Nachdruck zu verleihen. Der Kopf brummte, und alles war schwer an mir. Der typische „Kater-danach“. Verdammt. Freeman wird mir 5 Punkte abreißen, dieser Geier. Ich zog mich schnell an, und ging durch die Gänge, während ich mich anzog. Als ich bei A5 ankam, war ich halbwegs angezogen. Und machte die Tür auf. Steve, Jane, Cer, und ein paar andere, die im Raum arbeiteten, blickten mich an. Jane mußte unwillkürlich lachen. Vermutlich darüber wie zerzaust ich aussah. Ich ging schnell zu meiner Konsole, ohne weiters den Affen spielen zu wollen. Während ich den Computer einschaltete blickte ich mich um im Raum. Kein Freeman da.
„Wo ist Freeman ?“, fragte ich Jane. Sie antwortete ausnahmsweise mal schneller als Steve.
„Er ist ja bei seinem Sensor ! Dem Zeitanomalie-Sensor !“, sagte sie, noch immer mit einem kindlichen kichern.
„Öh, aja...“, kam es von mir. Spätestens da merkte wohl sie und Steve, daß ich einen Kater hatte, und die Nacht durchgemacht hatte. Wußte gar nicht, wann ich zu Bett ging. Egal.
„Am Nachmittag werden die ersten Daten von dem Sensor kommen, also aufgepasst.“, sagte Steve gelangweilt.
„Aja, ok.“, sagte ich ebenso gelangweilt.
„Übrigens weiß Freeman nicht, daß du spät dran bist. Fürs Maulhalten hab ich also was gut.“, ergänzte Steve sich schleimig.
„Jaja, klar.“, sagte ich beiläufig, während er mich darauf nur kurz schäbig anblickte.
Am Nachmittag gab Freeman über Funk noch ein paar Info’s durch, die sich wie immer der Schnellschreiber Cer notierte. Cer hätte wohl einen sehr guten Forscher abgegeben, wenn da nicht die Vorurteile gegen Klackons gewesen wären. Er arbeitete schon seit 20 Jahren bei uns Forschern, und er hatte viel weniger Verdienstpunkte als Steve. Obwohl Steve seinem Alter nach nicht einmal halb solang dabei war, wie Cer. Manchmal hatte ich so eine Art Mitleid mit Cer. Dann aber ekelte er mich mit seinen blöden Körperstellungen an, und ich bereute es, Mitleid gehabt zu haben. Er ist nur ein verdammter Klackon. So dachte vermutlich jeder Mensch, und ich schämte mich nicht, daß ich wie die Masse dachte. Immerhin hatten wir ja mal Krieg mit denen. Egal.
Als der Zeitanomalie-Sensor eingeschaltet wurde, standen wir alle gespannt um Cer, obwohl er die unübersichtlichste Konsole hatte. Aber immerhin wars die sauberste Konsole. Erst kamen die Initialisierungsdaten. Dann die Prüfsummen, und all dieser übliche Schnick-Schnack. Doch dann : Nullen. Nullen ! Nichts als Nullen ! Cer kümmerte das nicht. Er schaute weiter so gebannt in die Nullen, als wäre es in Wirklichkeit eine Zahlenreihe, in der sich Pi versteckt.
„Verdammt !“, schrie Steve. Jane und Karl waren still. Ich wiederrum lehnte mich gelangweilt an eine Stange.
„Wißt ihr, was dieser Müll heißt ?“, sagte Steve, ohne das ihn wirklich eine Antwort interessiert hätte. „Das heißt, wir können hier noch ein Jahr sitzen! Verdammt !“, fügte er dazu. Auch Cer wendete nun seinen Blick von den Nullen ab, und sagte tröstend : „Vielleicht ist der Sensor ja defekt ?“.
Jeder setzte ein müdes Lächeln auf. Die Prüfsummen, und all das weitere stimmten ja. Cer sah, daß er damit keinen Erfolg hatte. Immerhin ein gutgemeinter Versuch von diesem Viech.
Freeman sahen wir an dem Tag nicht. Er wußte wohl selbst um die Daten, die auf keine Zeitanomalie hindeuteten. Keine Raumanomalie. Keine Raumzeitanomalie. Gar nichts, nur Felder die wie unterschiedliche Kraftwirbeln waren. Und ein dummes blaues Flackern.
Kurz vor Dienstschluß sagte ich in die Runde : „Vielleicht ist das ganze ja nur eine Art Scherz von einer hochintelligenten Rasse ? So wie eine Art Rubikwürfel. Und sie lachen grad, wie wir uns anstellen.“. Obwohl ich das als Witz meinte, nahmen es einige im Raum für eine gute Idee. Darüber mußte ich wiederrum lachen und ging aus dem Raum. Heute wollt ich mal ausnahmsweise in den Lagerraum herumschlendern. Keine Ahnung wieso, aber da war ich bisher ganz selten. Aber ich wurde aufgehalten von Jack. Jack machte einen Gesichtsausdruck, als wußte er schon von dem Ergebnis des Sensors. Er war entmutigt. Das erste Mal, wo ich ihn entmutigt gesehen habe.
„Gehen wir einen Trinken ?“, sagte Jack, mit einer fast mitleidserweckenden Stimme.
„Ok.“, sagte ich. Er schien Gesellschaft irgendwie zu brauchen. Aber wir unterhielten uns nicht über Klatsch und Tratsch. Er befürchtete, daß es eine schlechte Idee war, näher an das Flackern ranzugehen. Und zwar, weil es, wie viele dachten, keinen Sinn bringen würde. Entweder man müßte soweit an das Flackern ran, wie die Sonden, oder es gleich bleiben lassen. Bis ihm ein weiteres Nähern bewilligt werden würde, würden wohl wieder viele Monate vergehen. Doch man hatte uns schon vergessen. Jack forderte, wie ich erfuhr, auch mehr Schiffe an, aber das Forschungskomitee verneinte. Wohl weil sie wußten, daß das auch nicht mehr bringen würde.
„Was hälst du davon, wenn ich mich nicht an unsere Bosse halten würde ?“, fragte er mich.
„Was meinst du ?“, fragte ich irritiert.
„Ich mein, wenn wir noch näher ranfliegen würden. Bei 5 Millionen Kilometer könnten wir uns sicher noch halten, und wir wären 3 mal näher, als jetzt !“, sagte er mit einer etwas verzweifelten Stimme. Er ahnte wohl, daß er keine Zustimmung von den anderen Offizieren bekommen würde.
„Ja, auf jeden Fall müßten die Führungsoffiziere auf deiner Seite sein.“, sagte ich, und fügte hinzu „und die Verwaltung, und die Sicherheit, und...“
„Ok, schon gut, hör auf.“, sagte er. In dem Augenblick bereute ich’s, daß ich seine Illusion so schnell kaputt gemacht hatte.
„Versuchs wie letztes Mal, mit den Offizieren und den Abteilungsleitern.“, ermutigte ich ihn.
„Du meinst eine Abstimmung ? Ich glaub nicht, daß da soviele auf meiner Seite wären.“, sagte er.
„Du mußt ja nicht gleich sagen, du willst 5 Millionen Kilometer ran. Gib ihnen eine Auswahl. Verdammt, wir sind weit entfernt vom Forschungskomitee. Viele haben schon vergessen, daß es überhaupt eins gibt.“, sagte ich störrisch. Daraufhin bekam er ein leichtes mutiges Lächeln, während er in sein Glas blickte. Ich sah es ihm an, daß er meine Idee wert fand, durchdacht zu werden.
„Gut, ich versuche es. Scheiß auf’s Komitee !“, sagte er mit einem Anflug von Freude. Trotzdem klangen fluchende Worte von ihm ungewöhnlich, wenn er sie in seiner Uniform von sich gab. Aber solange es nur Gorm und ein paar herumlungernde Arbeiter hörten, war es nicht so schlimm. Wir standen auf und gingen noch einige Zeit in den Gängen rum. Ab und zu ging er auf die Brücke, um einige abschließenden Befehle zu geben, dann kam er wieder zu mir, und wir plauderten über alles mögliche aus unserer Vergangenheit.
Jack hatte es durchgesetzt näher ranzufliegen. Es war zwar einige Zeit an Überredungsarbeit notwendig, aber das war noch immer weniger Arbeit, als das Komitee zu überzeugen. Er hatte nur knapp gewonnen – viel knapper als davor, aber die Mehrheit zählte. Ich hatte gerade meinen freien Tag. Also ging ich auf die Brücke, um zu sehen, was sich tut. Das blaue Flackern war viel größer geworden. Wir waren nah dran.
„Wieviel ?“, fragte Jack.
„8 Millionen Kilometer, Captain“, sagte ein Fähnrich.
„Gut, drosseln auf Viertel Schub , wir wollen ganz langsam ran. Wie stehts mit den Turbulenzen ?“, fragte er, und blickte nach links.
„Keine Turbulenzen, Captain“, sagte ein anderer Offizier.
Daraufhin versank Jack in seinem gemütlichen Stuhl, hinter seinem Pult. Cer war sicher noch an seiner Konsole, und blickte noch immer die Nullen an, die der noch immer eingeschaltete Zeitanomalie-Sensor von sich spuckte. Zumindest war es noch vor einigen Stunden so. Und wären es keine Nullen, würde Cer es sicher schon Freeman gemeldet haben, und dieser hätt’s der Brücke schon gemeldet. Ich stand noch vielleicht 2, 3 Stunden da, und beobachtete das Flackern. Es war wie zu einer Hypnose geworden für mich, obwohl es nicht regelmäßig war. Vermutlich konnte ich deswegen so sehr die Zeit vergessen. Mich wunderte etwas, wie Jack da auf Dauer wach bleiben konnte. Vermutlich hatte er das aber in seiner Ausbildung gelernt.
„Was ist das da !!“, schrie Jack, und ich wachte aus meinem Tagtraum auf.
„Keine Ahnung, wirkt metallisch.“, sagte der Major.
„Sofort Schub zurück – Stillstand – wieviel ?“, fragte Jack. Obwohl er in Stichwörtern sprach, verstand ihn offenbar jeder Offizier.
„Schub zurück – Stillstand. Sieben Komma Fünf Millionen Kilometer, Captain.“, sagte der Fähnrich.
Wir standen still, und nun sah ich es auch. Ein sehr dunkelgrau schimmerndes Stück Metall in der Ferne, das stillstand, oder sich bewegte. Keine Ahnung.
„Können wir es orten ?“, fragte der Captain.
„Ja, es ist 13 Millionen Kilometer auf 1 Uhr 20 . Und es bewegt sich auf uns zu. Beschleunigung: 4 G – momentane Geschwindigkeit 120 km/h“, sagte der Fähnrich.
„Ausmaße ?“, fragte wieder der Captain.
„Ehm...ääh... 3,6 Kilometer lang, 1200 Meter breit, und 400 Meter Tief !“, sagte der Major verblüfft.
„Also ein Forschungsschiff ist es sicher nicht... auf jeden Fall hat es uns bald eingeholt, und es scheint nicht, als ob es uns „Hallo“ sagen will.“, sagte der 1. Offizier, und Jack stimmte ihm zu.
„Wieviel Zeit ?“, fragte Jack ungeduldig.
„14 Minuten bei gegenwärtiger Beschleunigung.“, sagte der Fähnrich.
„Gut, vollen Schub in diametraler Richtung !“, befahl Jack, „dadurch gewinnen wir wenigstens Zeit, optische Scanner bei Reichweite an – die übrigen Scanner bei entsprechender Nähe.“, fügte er hinzu. Ich ging zu Jack, als er weniger zu tun hatte, und fragte ihn, wieviel Zeit wir nun hätten.
„Wir können nur mit 2 G beschleunigen. Mehr verkraften unsere Trägheitsdämpfer nicht. Dadurch dürften wir ungefähr 25 Minuten gewinnen. Vielleicht sogar weniger.“, sagte er.
„Und ein Warpsprung ?“, fragte ich. Worauf er fast zu lachen begann.
„Dafür brauchen wir über eine Stunde Ladezeit. Das schaffen wir nicht.“, sagte er und wurde unterbrochen...
„Captain, da passiert was !“, sagte der Fähnrich, worauf Jack den Blick reflexartig zum Bildschirm drehte. Ich sah es auch. Ein oranges Flimmern ging vom metallischem Objekt aus, das wahrscheinlich ein Raumschiff war. Es breitete sich radial vom Schiff aus, mit einer großen Geschwindigkeit.
„Was ist das ?“, fragte der Captain.
„Eine Art elektrisches Kraftfeld, sagen die Sensoren. Es wird uns in 10 Minuten umfangen haben.“, sagte der Fähnrich.
„Wirkung ?“, fragte Jack den Major, welcher wie verrückt seine Konsole las und herumtippte.
„Es wird all unsere Systeme lahmlegen, wenn wir es berühren werden. Wir werden nicht einmal Licht haben. Gravitation und Lebenserhaltung sowieso nicht.“, sagte der Major bestürzt und hektisch. Währenddessen summte mein Rufer. A5 brauchte mich offenbar, also rannte ich schnell zu meiner Station.
Freeman erwartete mich. Sie alle waren da und schienen von unserer Situation bescheid zu wissen. Alle ausser Cer waren sichtlich bemüht die Panik zu unterdrücken.
„Houston, sie wissen hoffentlich bescheid um die Lage.“, sagte Freeman besorgt.
„Ja, Sir.“, entgegnete ich ihm.
„Cer unser kleiner Arbeitsfanatiker, hat etwas erstaunliches gefunden, Cer, bitte:“, sagte Freeman. Wie gewohnt übergab er das Wort immer anderen, weil er keine Mühe mit Reden auf sich nehmen wollte. Schließlich war er ja in einer leitenden Position. Leitend klang gut. Vielleicht hätte er ja den Schirm des fremden Schiffes desintegrieren können, wenn er rausgeschmissen wäre...
„Ihr wundert euch vielleicht, warum es nur Nullen gab, vom Sensor.“, fing Cer an.
„Nein wir wundern uns nicht, wir wußten, daß der Zeitanomalie-Sensor keine Ergebnisse spucken würde.“, sagte Steve besserwisserisch.
„Ja, das ist ein Irrtum.“, sagte Cer und erläuterte : „..die Funktionsweise des Zeitanomalie-Sensors besteht darin, sich an ein temporär verändertes Feld heranzutasten. Er macht es, wie eine Hand, wenn sie etwas ertasten will. Greift ihr zu einer Flasche, formt sich eure Hand zur Flasche, und ihr könnt ihre Oberfläche ertasten. Genauso ist beim Sensor. Im Grunde hat sich der Sensor an etwas angepasst, welches aber keine Zeit, sondern etwas anderes war. Ich denke, ich lag mit meiner These der Raumanomalie richtig. Es ist, wie ich vermutete keine Zeitbedingheit anzutreffen. Der Sensor nahm etwas wahr, jedoch keine Zeitanomalie. Deswegen waren die Ergebnisse immer Null.“
„Neunmalklug.“, kam es von Steve, der Cer damit ausspotten wollte. Der Klackon aber machte wieder mal seine Kopfstellung, und verstand nicht, wie Steve es meinte.
„Verdammt, dieser Cer geht mir schon auf den Sack !“, sagte Steve, und ging zu seinem Platz wieder. Cer blickte ihm fragend nach. Auch ich wußte, was Steve dachte. Cer sah es mir an, und fragte mich.
„Cer, das ist zwar gut, daß du eine Erklärung gesucht hast, aber es kann doch auch ebenso sein, daß es wirklich absolut keine Raumanomalie gibt! Komm Cer, die Theorie ist ja gut – aber ebenso gut wie die, daß ich sag’, daß das blaue Flackern einfach von dem unbekannten Schiff das wir vor uns haben, ausgeht. Verstehst du? Keine Beweise. Deine Theorie ist nur widerspruchsfrei. Das ist alles. Aber du hast keine Beweise. Verdammt...“, sagte ich etwas demotiviert. Ich ging auch auf meinen Platz. Cer setzte sich wieder auf seinen Platz, und stöberte in seinen Unterlagen. Freeman wiederrum schämte sich, daß er Cer einfach so naiv glaubte.
Es war nun still. Wir blickten durch die Fenster ins All. Das orange Kraftfeld nahm fast alles schon ein, was wir überblicken konnten. Cer blickte ebenfalls hinaus. Das wußte ich zwar nicht, aber ich fühlte es. Er stöberte nicht mehr in seinen Unterlagen. Ich blickte zu Jane. Viele schöne Tage hatte sie mir in letzter Zeit geschenkt. Wer weiß, vielleicht hätte sogar was werden können aus uns. Ich war manchmal schon nah dran, ihr Alter, ihre Karriere zu vergessen, und es einfach zu versuchen. Sie vielleicht auch. Unsere Blicke ähnelten einander. Eine Art von Enttäuschung lag in diesen Blicken. Enttäuscht, das wir die Tage hier am Schiff so blöde nutzten.
„Jack bekommt keine Antwort.“, klärte Freeman uns auf, von den Kommunikationsversuchen mit dem unbekannten Schiff.
„Natürlich nicht, scheiße Mann, wir dürften gar nicht hier sein. Das ist sicher so ein verdammter heiliger Ort für irgendeine schleimige Rasse !“, sagte Steve wütend. Cer lachte darüber. Er nahm das wohl als Witz. Danach aber nahm er wieder sein Wühlen in den Unterlagen auf.
Plötzlich schrie Cer auf, und jeder blickte zu ihm. Es war ein klackonischer Aufschrei, den ich noch nicht kannte. Aber von seiner Pose her schaute es so aus, als ob er gerade soetwas wie einen Triumph hatte.
„Schaut her, ich wußte es doch, daß ichs finde !“, sagte Cer. Alle hörten nun wie gebannt seine Worte.
„Der Sensor, seht, wie er herangegangen ist !“, sagte Cer, und Steve plapperte sofort in seine Worte : „Was ist daran besonders ?“.
„Ich objektiviere...“, sagte Cer schnell, und drückte ein paar Schaltflächen, womit er eine größere Übersicht schuf. „Es ist doch so, daß der Zeitanomalie-Sensor antiradial vorgeht, stimmts , Sir ?“, sagte er zu Freeman.
„Ja, das ist so...“,antwortete Freeman, und fing an zu staunen, über Cer’s Modell, wie jeder im Raum.
„Genau, der Zeitanomalie-Sensor passt sich zwar Anomalien an, wie ich sagte, aber er tut das eben in einer antiradialen Weise !“, erklärte Cer, und fügte weiter hinzu : „Der Sensor hier, fing ebenso an. Je näher er aber kam, desto mehr verformte sich seine Herangehensweise. Als hätten die Kraftwirbel den Zeitanomalie-Sensor manipuliert. Der Zeitanomaliesensor schreitete so voran, als ob er den Wirbeln folgen würde, und nicht nur, als ob er sich diesen anpassen würde. Es ist wie eine Möbiusschleife, wo eine Seite in die nächste übergeht, und nicht feststellbar ist, wo die Stelle des Überganges ist. Die Wirbeln haben einerseits eine Ertastung zugelassen, andererseits formten sie aber auch die antiradiale Herangehensweise des Sensors um.“, sagte Cer begeistert.
„Ok, und was heißt das, Cer ?“, sagte Steve.
„Nun, verstehen sie nicht ?“, fragte Cer etwas spottend, denn das war nun nicht zu übersehen. Steve aber hatte keine Geduld für solche insektoiden Spielchen.
„Nein, verdammt nochmal – das ergibt keine Lösung für unsere jetzige Lage !“, schrie Steve, Cer an.
„Dann schauen sie mal zu den Daten des Zeitanomalie-Sensors.“, sagte Cer ruhig, und zeigte zu dem Bildschirm mit den vielen Nullen.
„Natürlich.“, sagte Freeman, als ob er es verstanden hätte. „Das ist es – das ist unsere einzige Chance !“, schrie Freeman hektisch. Er war wohl der Einzige, der verstanden hatte, was Cer eben gesagt hatte, und gemeint hatte. Ich und all die anderen blickten auf jeden Fall nicht durch.
„Captain, hier Abteilungsleiter Freeman von A5, könnte ich den Lagebericht haben ?“, fragte Freeman den Captain über seiner Konsole. Der Captain antwortete nicht, sondern drückte offenbar nur schnell auf „Übermittlung“. Das war zwar kein Lagebericht, aber wir konnten „Live“ mitverfolgen, was sich auf der Brücke tat. Hektisch lief jeder dort herum. Befehle zuckten wie Blitze von einem Ende der Brücke, zum Anderen, und ein sehr großes, fast schwarzes Raumschiff füllte den Großteil des Hauptschirms. Rot verriet eine schwindende Zahl dessen Entfernung: 3.450.230 Kilometer.
„Captain, bei allem Respekt, ich würde keinen diametralen Fluchtweg vorschlagen. Wir sind da auf etwas draufgekommen.“, sagte Freeman unterwürfig.
„Ich wills nicht wissen – sagen sie was sie vorschlagen.“, sagte Jack hektisch.
„Ziehen sie eine Archimedes-Spirale zum Phänomen hin – zum Zentrum des Phänomens.“, sagte Freeman.
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