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#moo3planet

Das blaue Flackern von Pygmalion

Wieder ein blaues Flackern , in der Ferne. Doch wenn ich recht nachdenke : welche Ferne ? Es war schwarz – einfach schwarz in dieser Richtung des Alls. Und deswegen sah man nicht, wie weit dieses blaue Flackern weg war. Es könnte einige hunderttausend Kilometer sein, aber es könnten auch viele Lichtjahre sein. Die Galaxie lag hinter uns. Nicht weit, aber doch einige Wochen für unser Schiff. Es war kein schnelles Schiff. Dafür sparte die Regierung zu sehr. Die Forschung war dem Menschen wohl schon immer zweitrangig.
„Und gibt’s was neues?“, fragte Cer. Eigentlich eine ungewöhnliche Sache für einen Klackon : zu fragen. Er hieß auch nicht Cer, aber niemand auf unserem Forschungsschiff Eurynome-9 konnte seinen Namen aussprechen. Deswegen nannten wir ihn alle Cer.
„Ach, nein...“, antwortete ich seufzend. Cer sah mich dabei wieder mal mit seiner fragenden Körperstellung an. Als wunderte er sich über meine Antwort. Vielleicht hätte er mehr Forschungsgeist erwartet. Aber jeder auf der Eurynome-9 hatte schon die Nase voll von diesem blauen Flackern, welchem wir schon seit 20 Monaten zuschauten. Nur Cer hatte noch immer Interesse daran. Er war wohl auch der, der alle noch am Arbeiten hielt. Jeder bewunderte ihn nämlich : sein stundenlanges Auswerten von Daten, sein tagelanges Berechnen von neuen Simulationen, die sowieso nie was brachten. Eine seiner Simulationen, die wir in den Computer speisten, hatte auf die Monitore schon ähnliche Effekte gezeigt, wie wir sie vor uns sahen, wenn wir aus den Fenstern schauten. Aber dann versagte die Vorraussage abermals. Eine Sonde kehrte auch nicht zurück. Jack, der Captain, wollte ja schon immer näher ranfliegen , aber wir hatten keine Erlaubnis dazu. Da wo wir jetzt waren, war es sicher. Dummes Forschungskomitee! Die fürchteten um diese alte Rostlaube, in der wir saßen. Egal. Ich ignorierte Cer’s ach so süße Körperstellung, und ging aus dem Raum. Cer nervte mich, mit sowas. Ich weiß nicht, ob er das wußte, aber mir kams immer so vor, als wolle er stets beweisen, er sei was besseres als die Menschen. Ok, er war ein aussergewöhnlicher Klackon. Welcher Klackon arbeitet schließlich schon auf einem Forschungsschiff der Menschen ? Ohne Zweifel: er war ein Genie, aber er war ein verdammter Klackon. Egal, ich kümmerte mich nicht um ihn. Ich ging zielstrebig zu meinem Quartier...
„Dan, sie haben noch nicht Dienstschluß oder ?“, fragte Freeman.
„Nein Sir, ich wollte mir nur einen Drink genehmigen... an der Bar.“, antwortete ich, dem verfilzten Leiter unserer Abteilung.
„Achso, sie gingen nämlich in die andere Richtung...Lassen sie sich begleiten von mir, ich wollt ganz zufällig auch zur Bar.“, sagte er mit einem unechtem Lächeln.
Heut’ war wieder mal mein Tag. Ich ging mit ihm also in die Bar, falls man diesen Raum so nennen konnte. Der Wirt, irgendsoein Sauropid, hatte sich schon seit einigen Monaten nicht mehr um sein Lokal gekümmert. Dementsprechend roch es nach Kotze, Schnaps, und verdorbenen Milchshakes, die am Boden ausgeschüttet waren. Niemand mochte die Bar, seit sie so ausschaute. Deswegen begleitete mich dahin die Filzlaus von einem Leiter. Er ekelte sich auch, aber er wollte mich leiden sehen. Ich nahm mir ein Wasser. Alkohol durft ja während der Dienstzeit nicht sein. Das Gespräch war langweilig. Ebenso, wie der übrige Tag noch.

„Dan, aufwachen ! Das Güterschiff ist da !“, kams von meinem Zimmergenossen Hub. Er war ein Eoladi, aber nicht so ekelhaft, wie er aussah. Er machte viel weg, durch seinen guten Charakter.
„Laß mich, ich will noch schlafen.“, sagte ich ihm. Er drängte noch ein wenig, mit „Die geilen Weiber darfst dir nicht entgehen lassen...“ und „Komm, es gibt auch neuen Stoff zum Hirnwegpusten.“, aber dann ging er und haute die Schiebetür zu. Sagte ich gerade, er hätte einen super Charakter ?
Ich wachte rechtzeitig zum Dientbeginn auf. Das heißt 5 Minuten vor Dienstbeginn. Von dem einen Fenster im Raum sah ich auf das Güterschiff. Alle machten die große Furore draus. Ja, das neue Instrument war angekommen. Da waren alle gleich aus dem Häuschen : von wegen : teuerster Sensor im ganzen Quadranten. War irgendsoein Zeitanomalie-Sensor. Grad vor ein paar Jahren entdeckt, hatte man heute so ein Ding auch auf transportable Größe gebracht. Der Transfer, dieses einen schäbigen Sensors soll angeblich 2 Tage dauern, weil die Apparatur so empfindlich sei. Mir solls egal sein, ich werde daran nicht beteiligt sein – auch nicht als Gaffer. Am Gang traf ich wieder Cer an. Nein, er kam nicht zu spät. Er hatte seine Hände voll Unterlagen und Auswertungen. Er begrüßte mich mit einem Knistern - wie immer. Ansonsten sprach er aber auf unserer Sprache. Ich beachtete ihn nicht. Ich ging in den Forschungsraum A5 für Astrophysik, setzte mich in meinen Stuhl, und haute die Füße auf die Armaturen.
„Und was gibt’s neues?“, fragte ich Jane, mit einer klackonischen Kopfstellung. Sie kicherte kurz, aber geantwortet hat mein anderer Nachbar Steve : „Wir haben die neue Sonde programmiert, während du dich ausgeschlafen hast.“. „Hey, das ist aber böse – so früh , und schon so gemein – der sunshiny-day hat ja erst angefangen.“, sagt ich ihm ironisch. Irgendwie hatt’ ich heute gute Laune. Denn normalerweise reagierte ich auf Steve noch weniger, als auf Cer. Ein Zischen, und der Leiter kam rein. Schnell die Füße runter, und den Computer einschalten. Er sah es mir an, daß ich zu spät war, aber tat es mit einem Pusten und genervten Blick ab.
„Die Sonde ist schon programmiert ?“, fragte Freeman.
„Ja , Sir“, antwortete Jane kurz und keck.
„Cold , wie stehts mit den Ortungssystemen und der Liste ?“, fragte Freeman Steve.
„Ist gebombt – alles gecheckt und gemacht!“, kam es von ihm.
„Auf den Herrn Houston, müssen wir wohl noch warten.“, sagte Freeman anätzend.
Von Steve kam nur ein kurzer amüsierter Blick zu mir. Schnell tippte ich noch das Nötige in den Computer, und gab auch mein „Ok, Sender, Empfänger kalibriert !“.
Freeman kam näher zu mir beugte sich vor und sagte : „Mister Houston, ich möchte nicht auch diese Sonde wegen ihnen verlieren ! Ist das klar ?“.
„Ist klar.“, antwortete ich, wie sichs gehört. Ich weiß gar nicht, was er sich für Sorgen machte, um seine mikrige Sonde. War eh nicht sein Geld. Und bisher wars nur eine Sonde, die verloren ging. Ok, es war die erste Sonde, die wir zum Flackern schickten. Und nach 6 Monaten Vorbereitungszeit an einer Sonde, waren alle enttäuscht, als die Sonde den Kontakt abbrach, und wenig später zerbrach, bevor sie ihr Ziel erreichte. Und ich als Verantwortlicher für den Kontakt, war natürlich der Angefressene. Sie meinten, es war meine Schlampigkeit, weswegen der Kontakt abbrach. Cer hatte den ganzen Flug und seine Daten zwar überprüft, und bewiesen, daß es nicht meine Schuld gewesen sei, aber nach 2 Monaten interessierte das niemanden mehr.
„Gut, die Sonde wird morgen Abend starten. Checkt derweil nochmal eure Arbeiten.“, sagte Freeman. Das war typisch für ihn. Wenn er nicht wußte, was wir machen sollten, dann gab er uns eine Checkarbeit. 2mal-Checken, 3-mal-Checken – Hauptsache er sah, daß wir zu tun hatten. Der Einzige der ihn halbwegs mochte, war Steve. Weiß auch nicht wieso. Die beiden hatten wohl sowas wie ein intimes Geheimnis. Die gute Laune war auch weg.
Nach Dienstschluß schlenderte ich noch die Gänge umher und beobachtete das Treiben. Jeder wollte das neue Instrument sehen. Mich ekelte sowas an : in die Lagerhallen zu gehen, und mit der Masse das neue Instrument , aus dem Güterschiff herausfahren zu sehen. Millimeter für Millimeter. Würde eh erst morgen bei uns sein. Egal. Ich suchte mir einen leeren Gang. Der beim Maschinenraum war immer gut. Er war laut, und schmutzig. Passte vielleicht zu mir. Bei einem Fenster blieb ich stehen. Es wies gerade zum Flackern. Ich blickte zu der Stelle und wartete aufs Flackern. Wohlige Schwärze, mit Maschinengeräuschen und dem Gestank von verbranntem Plastik. Das war meine Romantik. Es ließ mich all den Müll des Alltags vergessen. Kein „Houston, das muß noch gemacht werden !“ ; kein „Houston, das ist noch immer nicht fertig ?“ . Einfach nur die Geräusche des Vergessens. Die Farbe des Vergessens. Ich weiß nun nicht so recht, ob ich gerne Astrophysiker des Elektromagnetismus war. Eigentlich sollt ich ganz woanders sein. Wieso mußt ich auch das Moros-Teleskop aus Versehen in die Luft sprengen? Da muß sicher etwas mit den Magneteindämmern gewesen sein, damit das Plasma zu den Heliumkühltanks gelangen konnte. Von wegen, ich hätte das Teleskop unsachgemäß heruntergefahren. Sicher, ich hätt an dem Abend keine 2 Promille im Blut haben dürfen. Aber...ach gegessen und vergessen.
„Was machst du denn da ?“, kam’s von einer femininen Stimme. Ich schreckte kurz aus meinem Tagtraum. Es war Jane.
„Ach, ich weiß nicht.“, antwortete ich, und blickte wieder in die Leere.
„Wieso bist du nicht im Lagerraum ?“ fragte ich, uninteressiert.
„Denkst du das neue Instrument wird uns die Lösung bringen ?“, antwortete sie.
„Nein, sicher nicht. Ist nur ein weiteres Spielzeug damit wir uns nicht langweilen.“, sagte ich.
„Eben, das denke ich auch.“, sagte sie, mit einem leichten Lächeln. Sie stützte sich am Geländer, und blickte mit mir in diese schwarze Leere.
„Es ist beängstigend ins Nichts zu blicken.“ , sagte sie.
„Meinst du ? Manchen hilfts zu vergessen.“, antwortete ich verträumter, als ich beabsichtigte. „Wieso bist du auf diesem Schiff stationiert ?“, fragte sie mich.
„Weil ich Freeman-Fan bin.“,antwortete ich ihr. Der Witz war unangebracht. Ich sah es ihr an, daß sie mich ernst nehmen wollte, und nun enttäuscht war.
„Ich habe viel Mist in meinem Leben gebaut. Instrumente ruiniert, Freundin verloren, Drogen-Exzesse, Anzeigen wegen Diebstahl und Sachbeschädigung, sowas halt...“, sagt ich ihr, fast zu leise.
„...und schlechten Atem“, fügte sie dazu, und kicherte. Ich hätte das wohl auch anders auffassen können, aber vermutlich wollte sie mich nur trösten.
„Deswegen bin ich ja im Maschinenraum und nicht in der Lagerhalle“, sagte ich ihr lächelnd.
Sie war ein smarter Typ. Sie nahm meine schlechten Witze nie krumm. Ein anderer wäre wohl schon gegangen. Sie aber blieb in diesem lauten stinkendem Maschinenraum mit mir, und wir redeten über unsere Vergangenheit, die wir in diese Schwärze vor dem Fenster, werfen wollten. Der Abend verging schnell. Zu schnell. Dabei hatten wir gar nichts miteinander gemacht.

„Houston, ich verlasse mich auf sie !“, kams von Freeman wieder. Lustig, denn ich mußte heute nur „Enter“ drücken. Die Sonde würde wieder mal 3 Tage brauchen, bis sie an ihrem Ziel ist: einer zwei Millionen Kilometer großen Umlaufbahn. Doppelt so groß wie bei der ersten Sonde geplant war. Schließlich verloren wir sie schon bei anderthalb Millionen Kilometern. Freeman hätte wohl gerne das neue Instrument zugleich mit der Sonde aktiviert. Aber die Hochfahrzeit für das Gerät betrug eine Woche. Und es war ja erst seit 3 Tagen an Board. Cer klebte mal wieder an seinem Bildschirm. Er hatte sich die Geschwindigkeit, mit der die Daten darauf liefen, auf das Zehnfache gestellt. So schnell konnte er lesen. Und währenddessen markierte er Zahlen die er für interessant hielt, notierte einige Symbole in seiner Sprache, auf seinen Notizblock, und machte Skizzen. Auf seiner Station kannte sich niemand aus, weil sie voll mit Zetteln, Taschenrechnern, und anderen Hilfsmitteln war. Es hatte den Anschein, als ob er gar kein Privatleben hatte, sondern nur die Arbeit. Ich beobachtete ihn, auch wenn es schon ein gewohnter Anblick war. Freeman hatte mal einen ruhigeren Tag, sodaß ich nicht dauernd so machen mußte, als würde ich arbeiten. Der restliche Arbeitstag war auch ok. Endlich war auch der große Trubel um das neue Instrument abgeklungen, und es war nicht mehr das Hauptthema eines Jeden. Sogar der notgeile Hub sprach ja schon davon, und das will was heißen.
An der Essensausgabe traf ich Jack an. Eigentlich hieß er Tail, aber wir kannten uns noch aus der Schule, und ich war der Einzige, der ihn mit seinem Vornamen ansprechen durfte. Freunde waren wir aber deswegen nicht. Aber ich hielt mich gerne bei ihm auf, weil er mit den Offizieren herumtratschte, und ich daher manchmal erfahren konnte, was so die nächsten Aufgaben von uns waren. Oft wußt ichs sogar vorher als Freeman. Vielleicht trug das bei, zu meinem schlechten Ruf bei ihm. Jack hatte es eilig heute. Trotzdem ging ich ihm nach. Er aß ausnahmsweise nicht im Speisesaal in der Offiziersecke. In der Ecke war auch nur ein Offizier, der gelangweilt seine Kunstnahrung kaute. Etwas Echtes hatten selbst die Offiziere lange nicht mehr gegessen. Und diese Kunstnahrung mit seinem Nebengeschmack nach Benzin, taugte wohl den Offizieren am wenigsten. Jack, kam zu dem Vorraum der Brücke, wo auch ein paar Tische und Stühle waren. Als er mich sah, schaute er mich an, als ob ich störende Gesellschaft wäre. Ich setzte mich trotzdem dazu. Drei andere Offiziere waren auch da und Jack sprach mit vollem Mund : „Die Erlaubnis wurde erteilt - ich war vor kurzem in der Nachrichtenzentrale.“.
Die Offiziere waren sichtlich getrübter Laune.
„Und wenns ein Tor der Antaraner ist ? Wollen sie das Risiko auf sich nehmen ?“, sagte ein Colonel.
„Das haben wir schon besprochen. Die Antaraner sind kein Thema. Fakt ist, wir müssen den Zeitanomalie-Sensor nutzen, und je näher er ist, desto genauere Daten. Und es sind nur 10 Millionen Kilometer.“, erwiederte Jack.
„Ich finde ja auch, das wir näher ran sollten, aber es muß doch nicht gleich 10 Millionen Kilometer näher sein. 5 Millionen würdens auch tun – der Unterschied von 5 und 10 Millionen ist von der Sensorik her nicht so prägnant. Aber für unsere Gesundheit könnte es das sein.“, sagte der Major.
Jack ringte mit dem Essen, und seine Ungeduld konnte man ihm ansehen.
„Was sagt denn der erste Offizier dazu ?“, fragte er, und blickte suchend zu ihn. Dieser aber nahm sich für seine Antwort Zeit. Er hatte auch schon seine Ration gegessen. Er war wohl der Erste am Tisch, und saß zurückgelehnt da.
„Ich finde, wir sollten es zu einem Schluß bringen.“, sagte er gelangweilt.
„Eben, näher ran !“, sagte Jack, und die anderen Offiziere schauten den 1. Offizier schon miese an.
„Nein, das meint’ ich nicht. Machen wir uns nichts vor – niemand will mit diesem Flackern was zu tun haben. Jede Gesteinsprobe aus einem öden Asteroidenfeld ist interessanter. Wir sollten einen Abschlußbericht schreiben, und dem Komitee mitteilen, daß wir zu wenig Möglichkeiten haben, es zu erforschen. Ich finde nicht, daß es uns was bringt, wenn wir näher rangehen. Kein Sensor hat uns wirklich was gebracht. Die erste Sonde hatte,solang sie funktionierte auch keine Erkenntnisse gebracht, obwohl sie anderthalb Millionen Kilometer ranging. Und wenn wir 10 Millionen Kilometer rangingen - mehr darfs ja nicht sein - würden wir noch immer 10 mal weiter weg sein, als die erste Sonde.“, sagte der Offizier, und die übrigen waren nun wieder erleichtert.
„Also ist es ihnen egal !“, entgegnete Jack, etwas wütend.
„Nein, verdammt nochmal. Ich will weg von hier! Es ist mir also nicht egal! Wenn wir näher rangehen, müssen wir weiter hier herumforschen. Wenn wir hier bleiben, müssen wir auch weiter herumforschen. Also schreiben wir einen Abschlußbericht und fertig.“, antwortete der Offizier nun aufgebrachter.
„Sie wissen, daß es zum Ende des Jahres noch 5 Monate sind. Bis dahin haben wir gar keine andere Wahl.“, sagte Jack.
„Ok, machen sie was sie wollen, mir egal.“, sagte der erste Offizier.
„Gut, das mache ich – ich nehme sie als Für-Stimme. 2 : 2 also.“, sagte Jack ermutigt.
„Genau, und das heißt, wir sind wieder am Anfang.“, sagte der Major.
Jack hatte seine Kunstnahrung fertiggegessen. Er blickte nun nachdenklich zum Gang , wo die Leute herumgingen.
„Scheiße, machen wir eine Demokratie !“, sagte Jack.
„Sie wissen aber, wo wir sind ? Wir sind hier nicht in der Politik.“, sagte der Colonel.
„Wollen sie etwa die Münze werfen ? Halten sie das für klüger ? Unsere Lage geht uns alle an. Ich finde, wir sollten mindestens alle Abteilungsleiter miteinbeziehen, in unsere Abstimmung.“, sagte Jack fordernd.
An diesem Punkt verließ ich wortlos die Diskussion. Ich war offenbar überflüssig. Hub traf ich kurz am Gang an. Der versuchte mal wieder ein paar Menschenfrauen anzubaggern. Im Grunde war der Umstand schon lustig, daß er es nach sovielen Jahren bei den Menschen noch immer nicht geschnallt hatte, daß die Frauen nicht geil auf so schleimige Dinger sind, wie ihn. Aber er versuchte es immer mit Sprüchen wie „Hast du’s schon mal mit einer Qualle probiert ?“, oder „Du wirst überrascht sein, was für ein Gefühl das mit mir ist !“. Das Lustige war ja: er bekam auch immer die gleichen Körbe.
„Hub, was macht das Kraftwerk ?“, unterbrach ich ihn bei einem seiner Aufreiß-Versuche.
„Es werkelt.“, sagte er abtuend. Ich beschäftigte mich nicht weiter mit ihm. Heute schien ich wohl alle zu stören. Na gut, Cer sicher nicht. Der brannte immer darauf, zu reden, sich mitzuteilen; zu sagen, was er heute für interessante Zahlen gefunden, und welche Simulationen sich daraus entwickeln ließen. Wer wollte schon mit so einem reden ? Ausser die frischgebackenen Uni-Absolventen, oder ein paar möchtegern-intellektuelle Proleten. So verging auch dieser Tag mit blöden herumschlendern in den Gängen und plakativen Arbeiten in A5. Freeman war auch nicht da. Das war noch das Positive an dem Tag...

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