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#moo3planet

Enigma von Benedict

Familie der Phagi, Gattung der Lubricirostri, überlegte Te Ave mit in Falten gelegter Stirn. Für eine Bestimmung der Art wäre es noch zu früh.
Der Vogel hüpfte mit seiner Beute im Schnabel in die Luft und wechselte so blitzschnell vom Fahnenmast zur Balustrade. Dort legte er das strampelnde Insekt ab, blickte ruckhaft auf und zur Seite. Er zwitscherte fröhlich. Dann senkte er den Schnabel und köpfte das Tier.
Die Falten auf Te Aves Stirn wurden zu Runzeln. Der Kopf des Insekts hatte exakt in den Schnabel des Vogels gepasst; offensichtlich die biologische Nische dieser Spezies. Das Insekt hatte keine Flügel und lange Beine, das war ein Zeichen für einen Feld- und Wiesenbewohner. Te Ave wünschte sich zurück zum Institut der Xenobiologie auf Mentar IV, um diese neue Spezies mit den dortigen Technologien untersuchen und klassifizieren zu können. Familie Sympathi mellis, Gattung der Rosicollectes. Art der…
Der Vogel hüpfte die Balustrade entlang und schwang sich dann in die Tiefe. Te Aves Blick folgte seinem Sturz. Zwanzig Meter über dem Boden breitete das Tier seine Schwingen aus und segelte über die Köpfe der Millionen Kolonisten hinweg, die sich dort unten geschart hatten. Ja, das Forum quoll über; auch die Treppen zu den anderen Stadtteilen waren überfüllt und die Zufahrtsstraßen. Das Volk schwieg. In der Ferne verschwand der Vogel hinter einem dreißigstöckigen Geschäftsgebäude, aus dessen Fenstern hunderttausend Kolonisten zur Landeplattform des Imperators starrten. Te Ave fühlte den Blick der Millionen auf sich lasten.
Was tut man in so einer Situation? fragte Te Ave sich. Hätte ich doch nur Verhalten statt Genetik studiert. Der verdammte Turm ist so hoch, dass ich keins ihrer Gesichter erkennen kann. Er straffte seine Gestalt. Ich bin kein Imperator. Ich bin Wissenschaftler.
"Liebe Mitbürger," begann er schließlich. Mitbürger? Ist das das richtige Wort? "Die meisten von euch ahnen sicherlich bereits, was ich euch nun sagen werde. Und obwohl ihr alle tapfer gekämpft habt, kann ich euch keinen Trost spenden." Ist das rhetorisch? "Auch die vereinte Kraft unserer erfahrenen dritten Pionierflotte und der Heimatflotte hat dem Ansturm jener dunklen Kreaturen, die unsere Existenz bedrohen, nicht widerstehen können. Unsere größten Schiffe mit der modernsten Ausrüstung sind bei der Verteidigung eurer Kolonie gegen eine zahlenmäßig zehnfach unterlegene Aufklärungsschwadron des Gegners gescheitert. Zwar konnte der Vorstoß zurückgeschlagen werden, doch nur unter den größten Verlusten. Jetzt ist Hurrhurst III ungeschützt, und wenn der Gegner zurückkehrt, wird er nur noch uns hier finden." Te Ave zögerte voll Bitternis. Die Kolonisten schwiegen. Was ging in den Männern und Frauen dort unten vor? Hatten sie noch Hoffnung, oder war diese schon verlorengegangen, als die ersten Berichte über die Niederlagen der Pionierflotten von der Front kamen; die Berichte über Millionen von Opfern unter der psilonischen Bevölkerung? Wie soll ich ihnen Mut machen, wenn ich nicht weiß, was sie denken? "In wenigen Minuten," fuhr Te Ave mit krächzender Stimme fort (denkt ihr was denkt ihr sagt mir was ihr DENKT), "wird die Hauptflotte der Fremden, abzüglich der Schiffe, die um unsere ehemaligen Kolonien patrouillieren DAS GEBÄUDE, AUF DEM TE AVE STAND, WAND SICH GLEICH EINER GIGANTISCHEN SPIRALE UM SICH SELBST, FRAGILES MEISTERSTÜCK ÜBERMENSCHLICHER ARCHITEKTUR den Orbit dieses Planeten erreichen und zum Angriff übergehen. Da die planetaren Verteidigungsanlagen zerstört sind und Entsatz nicht früh genug eintrifft, habe ich den Start meiner Kreuzer veranlasst und der Korvettenflotte, die ihr hier in den letzten Monaten entwickelt und konstruiert habt, obwohl ihre neuen Systeme noch nicht erprobt sind. Sobald der Gegner hier eintrifft, werden wir ihn attackieren. Der Angriff wird unter meinem persönlichen Kommando vonstatten gehen, das ich vom Flaggschiff 'Gravor' aus führen werde. Lasst euch nicht entmutigen."
In die Masse unten auf dem Forum kam Leben. Alle riefen durcheinander. Millionen von Köpfen bewegten sich auf einmal. Der Donner, der von unten heraufklang, war so mächtig, dass Te Ave blass wurde und einen Schritt zurücktrat.
Er fühlte eine Hand auf seiner Schulter. "Was ist, mein Imperator?"
"Beschimpfen sie mich?" fragte Te Ave entmutigt. "Geben sie mir die Schuld an der Katastrophe?" Er wandte Temperis, seinem Berater und Freund, den Blick zu. Temperis lächelte.
"Sie jubeln Euch zu, mein Imperator. Hört Ihr nicht ihre Hochrufe?"
Te Ave blickte wieder nach unten und sah, dass die Kolonisten ihre Hände zum Salut geöffnet hatten. Das Geschrei, das von unten heraufklang, war Jubel.
"Jubel," sagte Te Ave tonlos, und ein Gefühl ungeheurer Erleichterung machte sich in ihm breit, "Jubel."
"Majestät, es wird Zeit," erinnerte ihn Temperis und legte ihm seinen grünen Isopolymermantel um die Schultern.
Te Ave wandte sich um und lächelte zum ersten Mal seit drei Monaten wieder. Er grinste sogar. Das Volk stand selbst in der aussichtslosesten Lage noch hinter ihm. Seine Gestalt spannte sich, und mit neuer Energie erstieg er die Einstiegsrampe seiner stattlichen Fähre, gefolgt von Praejudex Temperis, dem Berater Ajovis und Admiral Dismila. Temperis war von ihnen allen der Auffallendste: Er glich seinem Imperator aufs Haar. Nur die Augenfarbe unterschied sie.
"Wenn Ihr mir die Bemerkung gestattet, Majestät," raunte Ajovis ihm zu, "Ihr solltet die Schlachtreihe nicht anführen. Bis auf Temperis’ Geheimwaffe habt Ihr wenig in der Hand, und der Gegner ist diesmal in der Überzahl."
"Deine Sorge ehrt mich, Ajovis", erwiderte Te Ave mit einem matten Schmunzeln, "aber ich habe keine Angst vor dem Tod."
Der Berater des Internen legte seine mächtige Stirn in Falten. "Das ist es nicht, was ich meine, oh Imperator." Er kam mit ernstem Gesicht näher. "Wenn Ihr in dieser Schlacht fallt, wird das Volk sich ergeben. Und nicht nur hier, sondern im ganzen übrigen Imperium. Ihr habt gesehen, wie sehr das Volk hinter Euch steht. Fallt Ihr, fällt das Volk. Solange Ihr aber lebt, wird das Volk kämpfen. Ihr habt es von der Knechtschaft Eures Vorgängers befreit; es glaubt, nur Ihr könnt es auch vor der Knechtschaft der Fremden bewahren. Ihr seid Euer Volk, Te Ave. Ihr seid die Psilonier."
Te Ave, dessen Lächeln erstarrt war, reagierte scharf. "Es ist nicht an der Zeit für romantische Vergleiche, Ajovis. Wenn wir diese Schlacht verlieren, verlieren wir den Krieg, ganz gleich, ob ich am Leben bin oder nicht. Und ich will nicht als jener feige Kaiser in die Geschichte eingehen, der vor den Klackoniern in seinen Palast geflohen ist. Starte die Raumfähre!"
"Jawohl, mein Imperator," erwiderte Ajovis und entfernte sich unter Verbeugungen.
"Geschätzte Dauer bis zum Eintreffen der Klackonier?" fragte Te Ave barsch, ohne sich zu Admiral Dismila umzudrehen.
"Neun Minuten, drei Sekunden," antwortete Dismila, ohne nachzudenken. Bevor der Krieg begonnen hatte, war der mit hundertachtzig Zentimetern geradezu hünenhafte Mann Professor am Institut für arkane Studien gewesen und hatte logische Abhandlungen zur Mathematik der Pyramidenbrettspiele von Milaff I geschrieben. Heute, acht Monate später, stand er an der Spitze des Generalstabs. Seine Erfahrungen mit den Variablenspielsteinen der viertausend Jahre alten Spiele Numera und Sidius machten ihn zum erfahrensten Taktiker der Psilonier.
"Rot Einhundertfünfundachtzig auf Siebenundzwanzig, Dreiunddreißig, Drei. – Informieren Sie Kommodore Cantus von unserem Start, Dismila."
"Kommodore Cantus wurde bereits in Kenntnis gesetzt, Euer Majestät. – Blau Dreiundneunzig auf Achtzehn, Einundzwanzig, Neunzehn. Ihr verliert die Steine Fünfzehn und Einhundertneun. Ich vermute, sie waren stark aufgeladen?"
Te Ave runzelte die Stirn und überdachte den Zug, den Dismila getan hatte. "Sie waren stark aufgeladen," erwiderte er, während er sich in den Sessel des Kommandostandes sinken ließ. Tatsächlich hatte sein Freund und Gegner zwei von Te Aves wichtigsten Spielsteinen geschlagen. Diese – nur in Gedanken, ohne Spielbrett – vollzogene Partie erstreckte sich nun schon über zwei Monate, und Dismila drängte ihn immer mehr in die Defensive. Das gefiel dem sonst intellektuell unangefochtenen Te Ave gar nicht. Nicht umsonst hatte er den Kaiserthron aufgrund seiner geistigen Fähigkeiten erhalten. Aber Dismila... er schätzte den Wert gegnerischer Spielsteine mit an Zauberei grenzender Exaktheit. „Starten Sie die Triebwerke.“ Wie soll man gegen einen Gegner gewinnen, der alles über einen zu wissen scheint? Geht das überhaupt?
"Triebwerke laufen," meldete der Navigationsoffizier. Die Fähre, die beinahe schon die Abmessungen einer Fregatte hatte, erhob sich von der Dachplattform des Gouverneursgebäudes von Hurrhurst III und startete unter den Hochrufen der Kolonisten in die Stratosphäre.
An Bord klappte der junge Kaiser ein Holopaneel auf.
"Wie kann ich dem Kaiser zu Diensten sein?“ fragte die körperlose Sub-MI.
"Datensatz Zheg Ru Vahl 23 bitte."
Eine dreidimensionale Aufzeichnung erschien. Es zeigte die Eroberung von Dandalo durch die klackonische Flotte vor vier Monaten. Eine Gefechtsstation und fünf Kreuzer waren von drei Fregatten vernichtet worden, nachdem die Abfangjägerstaffeln vom Planeten am gegnerischen Schutzschild gescheitert waren. Nur acht Tage später war eine zweite Flotte auf Beteigeuze eingefallen und hatte die ersten beiden Pionierflotten der Psilonier mit herben Verlusten in die Flucht geschlagen, nur, um sie einen Monat später bei Hap vollständig zu zerstören. Ruticulum und Sana waren daraufhin praktisch ohne Gegenwehr eingenommen worden. Die vierte Pionierflotte konnte bei Uxmai zum ersten und bisher einzigen Mal Kontakt mit den Fremden aufnehmen. Das berühmte Bild des klackonischen Offiziers schimmerte über dem Holopaneel.
"Beendet die Kampfhandlungen, um die Leiden des Volkes zu beenden," sagte er, und der überraschte psilonische Offizier auf der anderen Seite erwiderte: "Wir ergeben uns niemals!"
Te Ave zoomte weich auf den außerirdischen Offizier zu, während dieser sich zurückzog. "Das ist ein Fehler," erklang es aus dem Universalübersetzer leidenschaftslos. Sekunden später zerbarsten die holographischen Psilonier und die Brückenaufbauten, dann wurde das Bild dunkel. Einige Aufnahmen schreiender psilonischer Volksmassen auf der Flucht vor klackonischen Infanteristen folgten. Fusionsbomben fielen mitten in einen aklathbreiten Treck. Dreidimensionale Schrift erschien: Die Schlacht von Uxmai endete mit der Zerstörung der vierten Pionierflotte. Und das war nicht das Schlimmste. Bis heute hatte der Krieg achtundvierzig Millionen Psilonier das Leben gekostet. Te Ave stieß bitter die Luft aus und lehnte sich in seinem Sessel zurück. Im nächsten Moment erhob er sich schon wieder, von Unruhe getrieben, wanderte herum, befingerte nervös ein Medaillon mit dem Hologramm seiner Mutter. Jetzt waren die Klackonier bis Hurrhurst vorgedrungen, und auch die dritte (und letzte) Pionierflotte hatte sie nicht aufhalten können. Abgesehen von einer Reihe modernisierter Kreuzer, die noch mehrere Parsek, also Wochen an Reisezeit entfernt waren, befehligte Te Ave in diesem Moment alle verbliebenen Schiffe des psilonischen Imperiums. Die fehlenden Kreuzer machten dem Kaiser am meisten Sorgen. Mit ihrer Hilfe wäre sein Plan wahrscheinlich aufgegangen, aber ohne sie fehlte ihm die nötige Rückendeckung. Er musste auf Risiko spielen, um zu gewinnen. Das schmeckte ihm nicht; Numera und Sidius spielte man schließlich auch ohne Risiko, nur auf Basis mathematischer Berechnungen. Natürlich hätte er jetzt abfliegen und sich mit den Kreuzern zu einer Flotte vereinigen können – aber vorher Hurrhurst kampflos dem Feind überlassen? Undenkbar!
Er stand am Fenster und blickte hinaus, als die Fähre gerade die Stratosphäre durchbrach und Hurrhurst III hinter sich ließ.
Die Sterne.
Wie ein milchiger Schleier erstreckte sich das gigantische Panorama von leuchtenden Punkten durch das nachtschwarze All. Ohne das störende Flimmern einer Atmosphäre erschien jeder einzelne dieser Punkte gestochen scharf, aber in der Summe waren sie, Milliarden und Abermilliarden, zu viele, um vom Auge erfasst werden zu können. In Te Aves Augen spiegelte sich der galaktische Halo.
Die Sterne.
Früher hatte er sie geliebt, hatte die unendliche Freiheit, die sie versprachen, als Vision angesehen, als Herausforderung eines entdeckungswürdigen Universums. Die nicht endenden, zeitlich wie räumlich unfassbaren Dimensionen des Weltraums hatten ihn und seinen Forschergeist angezogen wie ein Magnet das Metall, ihn dazu getrieben, die Finger auszustrecken und sein Volk zu den Sternen reisen zu lassen.
Jetzt erschienen die Sterne ihm wie boshaft drohende Augen, deren Blick sich von allen Seiten auf ihn richtete, ihn trieben von Schrecken zu Schrecken. Von dort oben, aus den Tiefen des Alls, da waren sie hergekommen, mit ihren tödlichen Schiffen, monströse Schwärme, einmal aus dieser Richtung, einmal aus jener; von überall. Wie ein unendlicher Mantel wurde das Universum von seiner eigenen Schwärze verhüllt, und es war, als ob sich hinter dieser Schwärze die schrecklichsten denkbaren Geheimnisse verbargen, um den Neugierigen, der sie durchbrach und suchend tastete, mit ihrem Terror zu verschlingen.
Ohrenbetäubendes Krachen dröhnte durch das Schiff, als eine heftige Explosion das Heck um hundertachtzig Grad herumriss. Unter der schweren Erschütterung stürzte Te Ave und riss dabei einen Computer um, während die hohen Offiziere sich an den Brückenverstrebungen festhielten. Ein Servomotor in der Wand brannte zischend durch.
"Wir liegen unter Beschuss, Hoheit," meldete der Waffenoffizier zitternd. Alles drehte sich; alles war verschwommen.
"Quelle lokalisieren," erwiderte Te Ave, auf seinen Sessel zurückkletternd, "und Feuer erwidern. Wo ist Cantus?"
"Der Gegner kommt mit einundzwanzig Schiffen aus dem Hyperraum," tönte Dismila von der anderen Seite der Brücke. "Wir liegen unter dem Feuer von drei Fregatten."
"Kommodore Cantus meldet sich nicht, Hoheit."
"Keiner unserer Kreuzer antwortet, Hoheit."
Te Ave klammerte sich an die Lehnen seines Thronsessels und überlegte fieberhaft. Das Rumpeln schwerer Neutronengeschütze schmerzte ihm in den Ohren. "Versuchen Sie die nächste Korvette zu erreichen und anzudocken, damit wir Handlungsspielraum gewinnen." Er wagte nicht, sich vorzustellen, was passierte, wenn ihre kleine Fähre von einem gegnerischen Traktorstrahl erfasst würde. Die Gravitationskräfte dieser überlegenen Technologie würden das winzige Schiff zerquetschen.
"Sie machen ihre Raketentürme feuerbereit," meldete der Waffenoffizier zitternd.
"Wir haben eine erste Korvette verloren."
"Was ist mit den Kreuzern?" fragte Te Ave zorngrau.
"Wir haben eine zweite Korvette verloren."
Ein direkter Treffer einer Pulson-Rakete ließ die Fähre trudeln. Auf dem Hauptschirm kam ein gewaltiger klackonischer Kreuzer in Sicht, der binnen Sekunden die ganze Breite der Bildfläche füllte. Lange Reihen von Neutronenblaster-Schwerlafetten drohten von der Oberfläche des gigantischen Schiffes herab, dann aber kamen die noch sehr viel mächtigeren Raketenwerfer ins Bild.
"Waffensysteme?"
"Ausgefallen."
"Gegnerisches Sperrfeuer direkt vor uns," meldete Dismila von der anderen Seite der Brücke.
"Volle Kraft voraus!" Te Ave erhob sich alarmiert. "Wir brechen durch. Ihre Geschütze können nur bugwärts feuern."
Augenblicklich wuchsen die Außenaufbauten des gegnerischen Kreuzers zu gigantischen Dimensionen an, als die winzige Fähre auf das Schiff zuschoss und knapp unter seinem Schutzschild wegtauchte. Während sie am Kiel des Kreuzers heckwärts raste, verstummte das Feuer der Neutronengeschütze langsam in Te Aves Ohren.
"Geschafft," keuchte er erleichtert.
Diesmal war der Schlag so heftig, dass kein Festhalten half. Sämtliche Besatzungsmitglieder wurden von der Erschütterung erfasst und durch die Luft geschleudert, nur um beim Aufprall feststellen zu müssen, dass Boden und Wände sie zitternd gleich wieder hoch katapultierten. Te Ave bekam eine Hand zu fassen und griff, ohne nachzudenken, zu, da schwankte das Schiff auch schon wieder unter einem neuen Impuls. Alles schien sich um sich selbst zu drehen, Konsolen gaben funkensprühend ihren Geist auf, das Licht ging aus und wieder an.
Te Ave schwebte hilflos in der Luft.
"Majestät?" Das war Ajovis. Te Ave verdrehte seinen Kopf und sah den anderen über sich schweben, immer noch die Hand umklammert, die er ihm gereicht hatte.
"Das künstliche Gravitationsfeld ist ausgefallen," meldete Dismila, der von links heranschwebte. "Wir bekommen Notenergie vielleicht in..."
"Seht!" schrie der Waffenoffizier und löste sich zitternd von seiner auseinandergerissenen Konsole. Auf dem Sichtschirm war das Bild einer klaffenden, schiefen Öffnung zu sehen, die sich vor ihre Fähre schob.
"Bei allen Göttern," murmelte Dismila resigniert, "sie haben uns in ihrem Traktorstrahl und ziehen uns rein." Als er die letzten Worte ausgesprochen hatte, schlossen sich die schweren Hangartore bereits hinter ihnen.
Das Schiff setzte sanft auf dem Boden des Hangars auf; kein Vergleich mit der Achterbahnfahrt im Traktorstrahl. Beinahe zeitgleich reaktivierte sich das Schwerkraftfeld. Die Besatzung erinnerte sich beim Sturz aus der Schwebe schmerzlich daran, dass sie jetzt wieder Gewicht hatte. Te Ave setzte sich schnaufend auf und kletterte zur Kommunikationskonsole hinüber.
"Haben wir Kontakt zur Flotte?" fragte er, während er sich mit den Händen über das Gesicht wischte, um die Schmerzen zu vertreiben.
"Einen Moment, Euer Majestät. Unsere Flotte scheint nähergekommen zu sein, während die Klackonier mit uns beschäftigt waren. – Ich habe jetzt ein ultraviolettes Außenbild."
Alle Köpfe wandten sich dem Hauptbildschirm zu und beobachteten, wie sich dort aus einem statischen Flimmern langsam das Panorama des glühenden Weltraums herauskristallisierte. Zerschmolzener Zortriumstahl und bläuliche Ionenwolken dominierten das Bild, aber deutlich erkennbar war für sie alle die Masse der klackonischen Kampfschiffe, in die sich jetzt die kleine Flotte der schnellen psilonischen Korvetten bohrte. Das Bild schwankte, verzerrte sich und verschwand.
Der Kommunikationsoffizier runzelte die Stirn und kontrollierte einige Kanäle.
"Was ist denn los?" fragte Dismila beunruhigt.

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